
Am Strand von Porec konnte man schon auf andere Gedanken kommen. „Hat was, wenn du bei Sonnenaufgang am Meer aufwachst“, sagt Michael Schmid nach fast einer Woche Trainingslager in Istrien (Kroatien). Die Fußballer des ASV Habach haben mit einer Tradition gebrochen: Sie sind diesmal nicht nach Südtirol, sondern weiter südlich ans Mittelmeer gereist. Freilich nicht ohne Hintergedanken. Im Alpenraum sind zu dieser Jahreszeit beinahe nur Kunstrasenfelder bespielbar. An der Adria hingegen breiteten sich drei Rasenplätze aus – und für die ohnehin oft von Verletzungen geplagten Habacher und ihre Beine war dieser Untergrund schonender. Der Plan jedenfalls ging voll auf. „Gut gerüstet und ohne Verletzungen wieder daheim“, hält Trainer Schmid fest. Mit Ausnahme von Michael Baumgartner (Kreuzbandriss) steht der gesamte Kader des Kreisligisten zur Verfügung.
Diesen Mittwoch (18.März) steigt der ASV wieder in die Saison ein. Als erstes Team mit einem vorgezogenen Nachholspiel gegen die Reserve des TSV Murnau (19.30 Uhr). Das Auswärtsspiel wird vor allem die Konkurrenz beschäftigen. Wo der ASV doch bis auf einen Punkt an Lenggries, aktuell Tabellenzweiter der Kreisliga 1, heranrücken kann. Das Ziel des Abends ist klar: Lenggries soll „unseren Atem spüren“, wie es Michael Schmid formuliert. Seine Mannen halten ein gutes Blatt in den Händen. Ihr Saisonziel – den Umbruch meistern und vorn mitspielen – haben sie praktisch schon abgehakt. Nun laufen sie wie ein junger Hund, der von der Leine gelassen wurde, einfach einmal los – und schauen, ob sie eingefangen werden. „Wir können ganz befreit aufspielen. Wir müssen nicht aufsteigen, wollen aber, so lange wir können, mitmischen“, betont der Coach.
Er und sein Assistent Dominik Detert haben zumindest den Rahmen gezogen. Unschwer zu erkennen waren die Anfälligkeiten in der Defensive, die sie sich vorknöpften. Zu viel verraten wollen sie noch nicht, welche taktische Delikatesse sie geköchelt haben. Sie verweisen nur auf ein Testspiel gegen den Landesligisten aus Garmisch-Partenkirchen. Der 1:0-Sieg blieb nicht wegen des unfassbaren Tores von Manuel Diemb bei den Trainern in Erinnerung, sondern wegen der erbarmungslosen Defensive des ASV. „Beeindruckend, dass Garmisch nicht eine Torchance hatte“, sagt Schmid. Auch der Rest des Test-Programms forderte seine Mannen: U19-Bayernligist Deisenhofen (2:4), Tabellenführer Adlkofen aus der Kreisliga Donau-Laaber (5:4) sowie Kreisligist TSV Landsberg II aus der Parallel-Gruppe (3:1). „Tolle Gegner“, schwärmt Schmid.
So ließ sich auch verschmerzen, dass die Vorbereitung zusammenschrumpfte, zwei Wochen mit Schnee und Regen fast gänzlich ausfielen. „Ein bisserl kürzer, aber intensiv“, sagt der Coach. Zu beklagen gab es den überraschenden Abgang von Durim Gjocaj, der in seine Heimat Penzberg zurückging, um mit seinem Bruder und Freunden beim ESV zu kicken. Immerhin: Mit Georg Off hat ein ähnlicher Spielertyp – stark im Eins-gegen-eins am Flügel – seine Verletzung auskuriert. Aus der Murnauer Zweiten stieß Stephan Krug hinzu, der damit für die Überleitung zum Auftakt sorgt. Denn bei den Drachen vom Staffelsee setzen sie fortan noch mehr auf die Jugend. Mit Andreas Haidl kam für Amateur-Verhältnisse ein Trainerstar, der zuletzt 20 Jahre im bezahlten Fußball Jugend-Bundesliga-Teams gecoacht hat. Er soll nun den Klassenerhalt in der Kreisliga absichern.