
Ein Interview mit Ercan Aydinoglu zu seinem 48. Geburtstag
Ein Blick in die Welt von Ercan Aydınoğlu: Ein Trainer, der aus Berliner Bolzplätzen, harter Disziplin und echter Menschlichkeit seine Philosophie formte – und heute bei der VSG Altglienicke mit Ruhe, Klarheit und Herz den Unterschied macht.
dedepress: Ercan, was hat dich auf den Berliner Bolzplätzen geprägt?
Ercan Aydınoğlu: Ich habe früh gelernt, dass Fußball nur funktioniert, wenn man füreinander da ist. Es ging nie darum, der Beste zu sein, sondern gemeinsam etwas zu schaffen. Dieses Wir-Gefühl begleitet mich bis heute.
dedepress: Welche Bedeutung hatte deine Zeit beim SV Yeşilyurt?
Aydınoğlu: Unter Mehmet Öztürk habe ich Professionalität, Disziplin und Verantwortung gelernt. Der Aufstieg in die Oberliga war sportlich wichtig, aber menschlich noch prägender. Dort habe ich verstanden, wie entscheidend klare Strukturen und Respekt sind.
dedepress: Wann wurde dir klar, dass du Trainer werden wolltest?
Aydınoğlu: Beim Mariendorfer SV habe ich gemerkt, dass es mich erfüllt, andere besser zu machen. Ich habe ein Auge für Details und Menschen – da wusste ich, dass mein Weg an die Seitenlinie führt.

dedepress: Was hat dich bei Berolina Mitte geprägt?
Aydınoğlu: Dort habe ich erstmals die volle Verantwortung getragen und meine Philosophie entwickelt: klare Strukturen, ehrliche Kommunikation und ein respektvoller Umgang. Spieler zu verstehen ist genauso wichtig wie sie zu fordern.
dedepress: Welche Rolle spielte der Berliner AK in deiner Entwicklung?
Aydınoğlu: Eine sehr große. Die Zusammenarbeit mit Benjamin Duda, Volkan Uluç, Chris Brauer und Julian Eckert hat mich fachlich und menschlich geprägt. Sie haben mir gezeigt, was Führung bedeutet.
dedepress: Wie erlebst du die Arbeit bei der VSG Altglienicke?
Aydınoğlu: Als großes Privileg. Mit Ersan Parlatan und Dan Twardzik arbeite ich mit zwei absoluten Fachleuten zusammen. Wir lernen täglich voneinander und verfolgen ein gemeinsames Ziel: Spieler weiterzuentwickeln und erfolgreich zu sein.
dedepress: Was bedeutet dein Satz: „Nicht die Liga bildet die Spieler aus – sondern die Trainer“?
Aydınoğlu: Für mich beginnt Entwicklung beim Menschen. Ein Trainer muss zuhören, verstehen, Stimmungen erkennen, motivieren – und Kritik immer mit einer Lösung verbinden. Ich glaube daran, dass ein Spieler nur dann besser wird, wenn man ihn als Mensch ernst nimmt.