
Der Wuppertaler SV wartet in der Oberliga Niederrhein weiter auf den ersten Punkt - und muss nun auch abseits des Platzes mit einer zeitnahen Entscheidung rechnen. Nach FuPa-Informationen will der Fußballverband Niederrhein in dieser Woche über den möglichen Neun-Punkte-Abzug gegen den Traditionsverein entscheiden.
Hintergrund ist das Restrukturierungsverfahren in Eigenverwaltung, das der WSV im August beim zuständigen Insolvenzgericht beantragt hatte. Schon damals stand die Frage im Raum, ob die Regelungen der Spielordnung greifen und dem Klub neun Punkte abgezogen werden. Nach FuPa-Informationen hatte Wuppertal den Verband bereits darum gebeten, von dieser Maßnahme abzusehen - zur Erstmeldung.
Ob der FVN diesem Wunsch entsprechen kann oder will, erscheint allerdings fraglich. Denn die Vorschriften in der Spielordnung des Westdeutschen Fußballverbandes sind klar formuliert. Würde der Verband auf den Punktabzug verzichten, könnte daraus ein Präzedenzfall für andere Vereine entstehen.
Sportlich wäre ein Neun-Punkte-Abzug für den WSV ein absoluter Tiefschlag. Der frühere Regionalligist hat die ersten vier Ligaspiele verloren und steht ohnehin noch ohne Zähler da. Zwar waren einzelne Niederlagen unglücklich, doch in der Tabelle bleibt es beim harten Befund: null Punkte nach vier Partien.
Sollte der Abzug nun tatsächlich ausgesprochen werden, würde Wuppertal bereits vor dem 5. Spieltag bei neun Minuspunkten stehen. Damit wäre der WSV auf absehbare Zeit am Tabellenende einzementiert. Bei aktueller Form dürfte der Klub wohl bis tief in den Herbst hinein Schlusslicht bleiben, mindestens.
Für einen Verein, der nach dem Abstieg aus der Regionalliga West auf die Rückkehr schielte, würde sich die Saison damit endgültig in eine völlig andere Richtung entwickeln. Statt Blick auf die Spitzengruppe ginge es zunächst einzig und allein darum, den Klassenerhalt in der Oberliga abzusichern.
Der Start in die neue Spielklasse war für den WSV ohnehin kompliziert. Nach dem Abstieg musste der Klub im Sommer sportlich und strukturell viel neu ordnen. Die junge Mannschaft von Tim Schneider benötigt sichtbar Zeit, auch wenn in mehreren Partien Ansätze zu erkennen waren.
Ein zusätzlicher Punktabzug würde diese sportliche Entwicklung massiv erschweren. Denn aus einem Fehlstart würde eine Hypothek, die den gesamten weiteren Saisonverlauf prägen könnte. Schon jetzt ist der Abstand zur oberen Tabellenregion beträchtlich. Mit neun Minuspunkten wäre eine schnelle Rückkehr in die Regionalliga West praktisch in weite Ferne gerückt.
Noch ist die Entscheidung nicht offiziell gefallen. Klar ist aber: Für den Wuppertaler SV werden die nächsten Tage richtungsweisend werden.