
Rheingau-Taunus. Emotionen pur, tolle und ganz späte Tore – etwa 150 Zuschauer erlebten im B-Liga-Verfolgerduell SC Daisbach gegen SV Bosporus Eltville fast die gesamte Bandbreite des Fußballs. „Ein verdienter Punkt für beide“, zog Daisbachs Keeper Tizian Rock, zugleich in der sportlichen Leitung des SC engagiert, den Schlussstrich unter das ereignisreiche Match.
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Und schickt vorweg: „Der Schiedsrichter hat von der ersten Minute gezeigt: Ich bin hier der Chef und lasse mir nicht reinreden.“ Als Verteidiger stellte Felix Roth mit dem 1:0 erneut seine Offensivqualitäten unter Beweis (6.). Doch Dennis Faist (37), der im Rheingau bestens bekannte Stürmer mit dem Torjäger-Gen, glich aus. Hakan Gündogdu, ein weiterer Ausgebuffter beim Gast, stellte gar auf 1:2. Es hätte zur Pause noch schlimmer für die Daisbacher kommen können, die verletzungsbedingt früh Florian Blüher und Jan-Erik Bodenheimer auswechseln mussten, räumt Tizian Rock rückblickend unumwunden ein: „Bosporus hat schon echte gute Fußballer.“
Gleichzeitig verspürte er in den eigenen Reihen einen Ruck, ein gegenseitiges sich pushen. Das schlug sich in Roths zweitem Treffer nieder (51.). Der sich allerdings im nervenaufreibenden Finish Gelb-Rot einhandelte (85.). Für Tizian Rock die einzige Schiri-Entscheidung, „die ein bisschen zu hinterfragen war“. Erneut Gündogdu (90.+4) ließ die Eltviller bei ihrem 3:2 wie der Sieger aussehen. Sein 16-Meter-Linksschuss ins lange Eck war nicht zu halten. Joel Rock fühlte sich beim SCD offenbar inspiriert. Als die Gäste den Ball hinten nicht komplett klären konnte, zog er mit seinem eigentlich schwächeren linken Huf ab, traf nicht minder sehenswert ins untere Eck (90.+7). Damit immer nicht genug, weil der Referee alle Verzögerungen auf die Spielzeit addierte, kurz die Teams zur Beruhigung in die eigenen Sechzehner schickte, ehe Bosporus mit einem Knaller ans Lattenkreuz und anschließender zweiter Großchance, die Christophe Kujawski blockte, das Spektakel abrundete. „Als Torwart habe ich selten so unter Strom gestanden“, bekennt Tizian Rock.
Auf der Gegenseite konstatierte Burak Ebrem, der sportliche Leiter es SV Bosporus: "Beide Mannschaften haben eine mega Mentalität gezeigt. Hut ab, es war ein super Spiel."
Nächster Kracher steht bevor
Bosporus bleibt damit Zweiter vor dem SCD, der als Dritter einen Zähler weniger aufweist. „Alles ist möglich“, schielt Daisbachs Keeper noch in Richtung A-Liga. Sieht seinen Club unabhängig vom künftigen Liga-Etikett für 2026/27 gewappnet. Trainer Denis Gladitz hat bereits für die nächste Runde zugesagt, Tizian Rock geht davon aus, dass das Gros des aktuellen Kaders ebenfalls bleibt. Zunächst wartet nun auf Daisbach bei der SG Hünstetten eine hohe Hürde (So., 15 Uhr) Zur gleichen Zeit empfängt Spitzenreiter Barisspor Idstein im Topspiel Bosporus Eltville. "Wir wollen unser Mindestziel Relegationsplatz erreichen", sagt Burak Ebrem. Als Hypothek im Aufstiegskampf könnte sich die im Nachhinein für Born gewertete Partie des ersten Spieltags erweisen.
Die Partien des Spieltags im Überblick: