Seine Fertigkeiten fehlen: Martin Krimshandl (l.) kann am Samstag nicht für Denklingen auflaufen.
Seine Fertigkeiten fehlen: Martin Krimshandl (l.) kann am Samstag nicht für Denklingen auflaufen. – Foto: Oliver Rabuser

Denklingen ersatzgeschwächt zum BCF: „Sicher nicht Favorit“

Wichtige Partie in Wolfratshausen

Die Personalsorgen werden nicht kleiner. Einmal mehr ist der VfL Denklingen stark ersatzgeschwächt - und hat beim BCF Wolfratshausen eine wichtige Partie vor sich.

Denklingen – Bonjour tristesse. Eigentlich hat man sich die aktuelle Saison beim VfL Denklingen nach dem starken Auftritt in der Spielzeit 2021/2022 anders vorgestellt. Zwar beharrte Markus Ansorge bei Prognosen im Vorfeld stets auf dem „gesicherten Mittelfeldplatz“ als Zielvorgabe. Insgeheim aber gab es sicherlich Gedankenspiele mit Blick auf eine Top-Platzierung. Inzwischen aber ist die Realität eine ganz andere. Unterliegt der VfL in der Bezirksliga am Samstag dem BCF Wolfratshausen (14 Uhr, Isar-Loisach-Stadion) auf dessen Platz, schließen die Farcheter nach Punkten auf – und Denklingen steigt in den Abstiegskampf ein.

Kein ganz unrealistisches Szenario, muss Ansorge einmal mehr auf wesentliche Stützen verzichten, wohingegen die Flößerstädter relativ vollzählig antreten können, zudem in Haidhausen (2:0) eine Reaktion auf den Trainerwechsel zeigten. Ansorge ist derzeit nicht zu beneiden. Sein Wechselkontingent besteht diesmal aus nur einem Kaderspieler. Arjanit Robaj und Moritz Tikovsky stehen bereits in der Startelf. Alles andere sind Kicker aus der zweiten Mannschaft. Zusätzlich zu den Langzeitverletzten (mit Armin Sporer, Michael Stahl, Tobias Ried) fehlen am Samstag Martin Krimshandl (privat), Johannes Greif (beruflich) und Andreas Schiessl, der gegen Penzberg einen Schlag abbekommen hat.

Schongau-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser Schongau-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Schongau – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Dass sechs Ausfälle einen branchenüblich bestückten Bezirksligakader massiv ausdünnen, steht außer Frage. „Aufgrund der Situation gehen wir sicher nicht als Favorit in die Partie“, stellt Ansorge klar. Freilich steht aller Unbilden zum Trotz eine erprobte Elf auf dem Platz. Doch haben die jüngsten Partien gezeigt, dass sich Stabilität und Struktur nicht über die gesamte Spielzeit aufrecht halten lassen. Zwangsläufig übt sich der Coach in Improvisation. Er kündigt „viele Umstellungen und Verschiebungen auf einigen Positionen“ an. Ansorge hofft, den BCF auf diese Weise aus dem Konzept bringen zu können, betont aber auch, „die Welt geht jetzt nicht unter, nur weil es nicht so läuft“.

Der 55-Jährige ist überzeugt, dem Trend mit voller Belegschaft alsbald gegenzusteuern. Bis es soweit ist, müssen alle verfügbaren Kräfte an ihr Leistungslimit gehen. „Ich kann keine Spieler auf die Bank setzen, weil sie vielleicht gerade nicht so performen oder eine Pause bräuchten“, bedauert Ansorge die limitierten Rotationsmöglichkeiten. So erstreckt sich die Verantwortung auf ein breiteres Spektrum an Spielern. Deren spezielle Aufgabe in Wolfratshausen wird sein, hohe Bälle auf Jona Lehr und Musti Kantar – neben Innenverteidiger Timon Hummel zwei von drei Überbleibseln aus Bayernliga-Zeiten – zu verhindern, aber auch „das Spiel von hinten raus zu unterbinden“.

Aufrufe: 023.9.2022, 14:08 Uhr
Oliver RabuserAutor