2024-05-28T12:27:18.299Z

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Die JSG Erft hat das rettende Ufer wieder in greifbarer Nähe.
Die JSG Erft hat das rettende Ufer wieder in greifbarer Nähe. – Foto: Ralf Zander

"Den Leuten von außen zeigen" - JSG Erft will den Klassenerhalt

Die JSG steht zwar auf dem noch einzigen offenen Abstiegsplatz, mit Blick auf das Restprogramm könnte sich aber noch einiges drehen im Tabellenkeller.

Die Pflichtaufgabe ist schon einmal bewältigt. Die JSG Erft tankte mit einem 6:1-Kantersieg gegen die arg gebeutelte SG Voreifel mächtig Selbstvertrauen. Mit einem frischen Trainer an der Seitenlinie möchte das junge Team den Abstiegskampf ordentlich durchwirbeln.

Imminent wichtiger Sieg gegen Voreifel

Die enttäuschende 1:2-Niederlage aus der Vorwoche gegen den SV Bessenich verlangte eine Reaktion im nächsten Kellerduell. Der Rückstand auf das rettende Ufer war auf sechs Punkte angewachsen, ein weiterer Rückschlag wäre auch mental schwierig zu verarbeiten gewesen. Die JSG präsentierte infolgedessen eine von Beginn an konzentrierte Leistung und sorgte schon mit einer 3:0-Führung zur Halbzeit für klare Verhältnisse.

"Wir sind sehr gut reingekommen in die Partie. Am Anfang war es ein leichtes Abtasten, da haben wir ein bisschen nach Lösungen und Wegen gesucht, die wir dann relativ zeitig gefunden haben", sagte JSG-Coach Christopher Kockerols. "Dann hatten die Jungs eine freie Brust und haben frei aufgezockt. Das hatte etwas von dem, was die Jungs immer ausgezeichnet hat, wonach wir gesucht haben in den vergangenen Wochen: erfrischender, offensiver und nach vorne ausgelegter Fußball."

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Nach zwei Aufstiegen in Folge musste sich die JSG in der laufenden Spielzeit mit einem zuletzt ungewohnten Abstiegskampf auseinandersetzen. Für ein außerordentlich junges und erfolgsverwöhntes Team, diente somit das erste Jahr in der Bezirksliga in großen Teilen als Lernprozess.

Herrenmannschaft und U19 trainieren aktuell gemeinsam

Kockerols sieht sich nun vor der schwierigen Aufgabe, den Abstiegskampf erfolgreich zu moderieren. Sonderlich viel Zeit wurde ihm dazu jedoch nicht gewährt, der Sieg gegen Voreifel war erst sein dritter Auftritt an der Seitenlinie. Nach dem Rücktritt von Stephan Reimer sprang der 31-Jährige früher als erwartet in die Breschen und leitet zunächst bis zum Saisonende sowohl die U19 als auch die erste Mannschaft der JSG. Seitdem trainieren auch beide Teams miteinander. Kockerols beobachtete in der Folge einen "Synergie-Effekt", wobei sowohl die Herren- als auch die Juniorenmannschaft von den neuen Impulsen profitiert.

Die neuen Einflüsse über den neuen Trainer werden auch schon positiv von der Mannschaft aufgenommen: "Man merkt auf jeden Fall den frischen Wind. Man merkt neue Impulse und kann die ein oder andere Situation von einer neuen Sicht angehen." schwärmte der stellvertretende Kapitän der ersten Mannschaft, Mika Werner. "Die Jungs von der U19 spielen auch einen guten Fußball, deswegen ist auch kein Leistungsgefälle zu merken. Man ergänzt sich echt gut."

Das hohe Niveau stellte die U19 nicht zuletzt im Viertelfinale des Mittelrheinpokals unter Beweis, indem sie sensationell den U19-Bundesligisten Alemannia Aachen mit 2:1 ausschaltete.

Wird es ein Mehrkampf gegen den Abstieg?

Mit Blick aufs Restprogramm ermöglicht sich den Euskirchenern noch eine realistische Chance, vom letzten noch offenen Abstiegsplatz hochzuspringen. Neben einer Begegnung gegen das abgeschlagene Tabellenschlusslicht Spvg Wesseling-Urfeld (12. Mai) stehen zudem ausschließlich Duelle mit Gegnern an, die im oberen und unteren Mittelfeld der Liga nicht mehr mit der höchsten intrinsischen Motivation auf den Platz gehen könnten. Die direkte Konkurrenz bestehend aus dem SV Bessenich, dem SV Blau-Weiß Kerpen und dem SSV Rot-Weiß Ahrem spielt wiederum noch jeweils gegeneinander und wird demnach in jedem Fall Punkte liegen lassen.

"Aufgrund der Tatsache, dass die drei Mannschaften über uns noch alle gegeneinander zocken, versuchen wir da schon in Lauerstellung zu bleiben und unsere Hausaufgaben zu machen, um da noch ein bisschen Druck zu machen", schilderte Kockerols die Marschroute seiner Mannschaft.

Nach einer zwischenzeitlich fast tot geglaubten Saison sehen sich auch die Spieler wieder an Oberwasser gewinnen.

"Man versucht es auch den Leuten von außen, die dann ein bisschen reinreden, zu zeigen, dass man doch noch gewinnen kann", verriet Werner und richtete dabei den Blick nach vorne: "Ich finde es wichtig den Schwung vom Wochenende mitzunehmen, dieses positive Erlebnis auch in den kommenden Spielen auf den Platz zu bringen. Wenn man sich die kommenden Spiele anschaut, da sind dann ein paar Mannschaften dabei, gegen die wir auch in der Hinrunde gepunktet haben."

Das Pflichtprogramm ist abgehakt, nun muss die JSG Erft in der Kür beweisen, dass der Lernprozess innerhalb der Mannschaft rechtzeitig gefruchtet hat und das Team weiterhin in die Bezirksliga gehört.

Aufrufe: 018.4.2024, 10:00 Uhr
Markus BeckerAutor