
Der Mittwochabend in der Oberliga wird für Maximilian Fricke und Jakob Merkhoffer wohl noch lange in Erinnerung bleiben. Beim 3:3 des MTV Wolfenbüttel gegen den SV Atlas Delmenhorst feierten die beiden A-Jugendspieler ihr Startelfdebüt im Männerbereich – aus der Not geboren, aber mit bemerkenswertem Einsatz gemeistert.
Für Maximilian Fricke läuft es derzeit sportlich rund. Nachdem der 18-jährige Angreifer bereits am Wochenende zunächst beim 5:2-Sieg der MTV-A-Junioren beim VfL Westercelle drei Treffer zum Auftakt der Hauptrunde erzielte und tags darauf beim 4:4 in Bersenbrück sein Debüt im Herrenbereich gegeben hatte, folgte nun der erste Einsatz von Beginn an in der Oberliga.
Der 1,87 Meter große Stürmer zeigte bis zu seiner Auswechslung in der 84. Minute viel Laufbereitschaft und präsentierte sich selbstbewusst. „Es ist natürlich erst mal neu. Der Unterschied im Tempo und in der Körperlichkeit zwischen A-Jugend-Niedersachsenliga und Herren-Oberliga ist schon groß“, sagte Fricke, wie der MTV Wolfenbüttel auf seiner Homepage www.mtv-kicker.de schreibt. Dennoch habe er sich schnell zurechtgefunden und viel positives Feedback aus dem Team erhalten.
Fast wäre sein starkes Debüt sogar mit einem eigenen Treffer gekrönt worden. Kurz nach der Pause kam Fricke nach einer Hereingabe von Maximilian Moslener zum Abschluss. Delmenhorsts Verteidiger Marlo Siech lenkte den Ball jedoch unglücklich ins eigene Tor ab – offiziell ein Eigentor zum 2:1 für den MTV.
Fricke nahm die Entscheidung sportlich. Zwar hätte er sich über seinen ersten Treffer gefreut, räumte aber ein, den Ball nicht optimal getroffen zu haben. „Solche Situationen passieren. Insgesamt gehe ich sehr positiv aus dem Spiel und hatte auf jeden Fall Spaß.“
Auch Jakob Merkhoffer, Kapitän der MTV-A-Jugend, stand erstmals in der Startelf der Oberliga-Mannschaft. Der 18-jährige Rechtsverteidiger zeigte eine engagierte Leistung, gestand im Nachhinein aber auch Fehler ein. Besonders in der Anfangsphase habe er zu hektisch gespielt und einige unnötige Fehlpässe produziert.
Überschattet wurde sein Debüt schließlich von einer Szene in der Nachspielzeit. Nach einem Zweikampf an der Außenlinie traf Merkhoffer Delmenhorsts Offensivspieler Steffen Rohwedder am Knöchel und sah dafür die Rote Karte. „Da hätte ich nicht so reingehen müssen. Das war dumm und der Platzverweis berechtigt“, sagte er selbstkritisch. Nach dem Spiel entschuldigte er sich bei seinem Gegenspieler – erleichtert darüber, dass dieser weiterspielen konnte.
MTV-Trainer Deniz Dogan zeigte sich trotz der turbulenten Schlussphase zufrieden mit den jungen Spielern. „Maxi und Jakob haben sich super eingefügt, waren mutig und engagiert“, lobte der Coach. Ihre Leistungen hätten ihn nicht überrascht, da er die beiden bereits aus der Nachwuchsarbeit kenne.
Neben den beiden A-Jugendlichen durfte sich in der 77. Minute noch ein weiterer Spieler über sein Oberliga-Debüt freuen: Noah Schöngart, eigentlich Abwehrspieler der zweiten Mannschaft, kam für Phil Brand ins Spiel.
So wurde das 3:3 gegen Delmenhorst aus Sicht des MTV zu einem Abend der Premieren – und zu einem, der insbesondere den jungen Spielern noch lange in Erinnerung bleiben dürfte.