
AUGSBURG – Wenn am kommenden Sonntag der FSV Inningen II den FC HELLAS Augsburg empfängt, begegnen sich die beiden Pole der Tabelle. Während es für die Hausherren in jedem Zweikampf ums nackte Überleben und den Klassenerhalt geht, reist der Gast mit der Souveränität eines Aufstiegsaspiranten an. Ein Duell, das auf dem Papier entschieden scheint, aber durch die jüngsten Ergebnisse eine ganz eigene Würze bekommt.
Die Rollenverteilung in der AK Augsburg Mitte könnte vor diesem Spieltag kaum klarer sein. Satte 16 Punkte trennen den Tabellenzehnten aus Inningen vom drittplatzierten FC HELLAS. Doch die nackten Zahlen erzählen nur die halbe Geschichte. Während Inningen um den Anschluss an das untere Mittelfeld kämpft, sitzt Hellas den Aufstiegsplätzen dicht im Nacken.
Team Platz Form (letzte 5 Spiele) Prunkstück FSV Inningen II 10. Aufwind (Sieg zuletzt) Defensive Stabilität FC HELLAS Augsburg 3. Stark (13 von 15 Pkt.) Offensive Power
Lange Zeit wirkte die Reserve des FSV Inningen wie ein Punktelieferant, doch pünktlich zum Saisonendspurt scheint die „Walser-Elf“ ihre defensive Ordnung gefunden zu haben. Der furiose 3:0-Erfolg gegen die TSG Hochzoll am vergangenen Spieltag war ein deutliches Lebenszeichen. Mit dieser neu gewonnenen Stabilität will man nun auch dem Favoriten ein Bein stellen. Im Abstiegskampf werden oft Kräfte frei, die die Tabellenkonstellation für 90 Minuten vergessen machen.
Auf der anderen Seite steht eine Offensivmaschine, die kaum Gnade kennt. Der FC HELLAS Augsburg erzielt im Schnitt mehr als zwei Tore pro Partie und untermauerte seine Ambitionen bereits im Hinspiel (3:1). Für die Gäste ist die Marschroute klar: Ein Ausrutscher in Inningen ist verboten, wenn man den Kontakt zur absoluten Tabellenspitze und die Aufstiegsränge nicht aus den Augen verlieren will.
Dass der Trainer von Hellas Augsburg nun wieder „aus dem Vollen schöpfen“ kann, verändert die Statik des Spiels massiv. Besonders zwei Personalien dürften den Inningern Sorgenfalten bereiten:
Freddy Golmann (Top-Scorer): Sein Fehlen am letzten Sonntag erklärte womöglich, warum der Motor zuletzt etwas stockte. Mit ihm kehrt die Kaltschnäuzigkeit zurück, die Inningens Defensive unter Dauerdruck setzen wird.
Denys Lyman (Abwehrchef): Er ist der Garant für die nötige Ruhe im Aufbau. Gegen ein Team wie Inningen II, das primär über den Kampf kommt, ist ein erfahrener Dirigent in der Abwehr entscheidend, um Konter bereits im Keim zu ersticken.
Offensive vs. Bollwerk: Schafft es Inningen, die Kreise der Hellas-Stürmer entscheidend einzuschränken? Ein „Sahnetag“ der Defensive ist Pflicht, um gegen die individuelle Klasse der Gäste zu bestehen.
Kopfsache: Der psychologische Vorteil liegt bei HELLAS, doch der Druck ist hoch. Inningen kann befreit aufspielen – sie haben gegen den Favoriten nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen.
Fazit: Der FC HELLAS Augsburg geht als haushoher Favorit in die Partie, doch der FSV Inningen II hat Blut geleckt. Werden die Gäste ihrer Favoritenrolle gerecht, oder erlebt die AK Mitte am Sonntag eine handfeste Überraschung?