
Am 28. Spieltag der Oberliga Schleswig-Holstein kommt es zu einem Duell, in dem die Tabellensituation gegensätzlicher kaum sein könnte. Während der FC Kilia Kiel als gefestigter Tabellenvierter die Saison ganz locker über die Bühne bringen kann, kämpft der MTSV Hohenwestedt ums nackte Überleben in der höchsten Spielklasse des Landes. Für die Gäste aus Mittelholstein ist die Lage nach den jüngsten Nachholspielen prekär: In einem nervenaufreibenden Dreikampf mit Eutin 08 und Inter Türkspor Kiel geht es um den letzten freien Platz für das Oberhaus 2026/27. Der MTSV-Mannschaft um Trainer Arend Müller die vierte Oberliga-Saison in Folge unter Dach und Fach zu bringen.
Beim letzten Spiel am vergangenen Mittwoch bei Phönix Lübeck II fehlte Hohenwestedt das Glück, um zumindest einen Punkt beim starken Aufsteiger zu entführen: In der Schlussminute kassierte der MTSV das 1:2. Die Gäste werden aber in Kiel die Hilfe von Fortuna benötigen.
Die Kieler Gastgeber können mit breiter Brust auflaufen. Nach einer starken Rückrunde 2026 und jüngsten Erfolgen gegen Phönix Lübeck II mit 6:1 sowie den Kaltenkirchener TS mit 1:0 strotzt das Team von Trainer Nicola Soranno vor Spielfreude. Auch wenn die Mission Titelverteidigung in dieser Saison außer Reichweite geraten ist, zeigt sich die Mannschaft stabil und verfügt über ein außergewöhnlich hohes Potenzial.
Das Stadionmagazin der Kieler findet vor der ungewohnten Sonntags-Partie deutliche Worte zur Favoritenrolle, mahnt aber gleichzeitig zur Vorsicht: „Die Ausgangslage ist klar – unsere Mannschaft möchte den positiven Lauf fortsetzen und den nächsten Heimsieg einfahren. Mit dem MTSV Hohenwestedt kommt ein Gegner, der mitten im Abstiegskampf steckt und jeden Punkt benötigt. Entsprechend ist mit einer intensiven, kampfbetonten Partie zu rechnen“.
Was darf man vom Spiel erwarten? Die technische Überlegenheit der Kieler dürfte auf dem schnellen Geläuf besonders zur Geltung kommen. Hohenwestedt hingegen wird versuchen, mit physischer Präsenz und einer kompakten Defensive die Kreise der Hausherren zu stören, um im Fernduell gegen die Konkurrenten aus Eutin und Kiel, mit einem Bonus aus der Landeshauptstadt abzureisen. Aufgrund der aktuellen Form kommt man nicht darum herum, dieses Duell der biblischen Erzählung über einen ungleichen Kampf gleichzustellen. Haben die Hohenwestedter ihre Schleuder und den Stein mit am späten Sonntag-Nachmittag?