2026-06-17T14:51:57.883Z

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"Das ‚Wunder von Storkow‘ kann man es nennen"

FuPa stellt Meister vor: Der Storkower SC feiert die Meisterschaft in der Ostbrandenburgliga und steigt in die Landesklasse auf.

von red · Heute, 09:00 Uhr · 0 Leser
– Foto: Storkower SC

Nach einer überragenden Saison steht der Storkower SC an der Tabellenspitze der Otsbrandenburgliga und sichert sich den Aufstieg in die Landesklasse. Trotz des großen sportlichen Erfolgs trennen sich am Saisonende die Wege, da der auslaufende Vertrag des Trainers Toni Lüdtke von Vereinsseite nicht verlängert wird. Zum Abschluss zieht es die eingeschworene Mannschaft noch einmal gemeinsam nach Polen, um den Triumph und den Abschied gebührend zu feiern.

Die Zahlen einer überragenden Saison

Die Saison ist beendet, und die Zahlen belegen den eindrucksvollen Erfolg des Meisters. Nach 30 absolvierten Partien steht der Storkower SC mit 23 Siegen, zwei Unentschieden und fünf Niederlagen sowie einem Torverhältnis von 93:32 unangefochten mit 71 Punkten an der Tabellenspitze.

Der schärfste Verfolger, der SV 1919 Woltersdorf, folgt mit 62 Punkten aus 30 Spielen (20 Siege, zwei Unentschieden, acht Niederlagen, Torverhältnis 87:43) auf dem zweiten Platz. Mit diesem Erfolg ist das Aufstiegsrecht in die Landesklasse gesichert. „Ja, wir werden natürlich das Aufstiegsrecht wahrnehmen, denn das war immer unser großes Ziel“, erklärt Trainer Toni Lüdtke gegenüber FuPa.

Spontane Feier am 28. Spieltag

Der Weg zum Titel war von intensiven Emotionen geprägt, vor allem, weil die erste Vorentscheidung überraschend fiel. „Wir haben natürlich ausgiebig gefeiert, nachdem wir wussten, dass wir es geschafft haben. Aber die erste Feier am 28. Spieltag am 30.05.2026 musste spontan stattfinden, da wir ja nicht damit rechnen konnten, dass Müncheberg nicht in Tauche gewinnt“, erklärt Toni Lüdtke und führt fort: „Aber als dann kurz vor Schluss die Nachricht von außen durchdrang, dass Müncheberg hinten liegt und wir schon 5:1 führten, war uns klar, dass es geschafft ist, und wir konnten spontan an diesem Tag schon die Korken knallen lassen.“

Die große Party in der Heimat

Dem spontanen Jubel folgte eine perfekt organisierte Feierlichkeit vor den eigenen Fans am darauffolgenden Wochenende. „Die zweite Feier wurde dann für den 29. Spieltag super vorbereitet und mit der offiziellen Übergabe der Meisterschale wurde dann noch mal ordentlich die Hütte in Storkow bis in die frühen Morgenstunden abgerissen. Es war einfach überragend“, sagt Toni Lüdtke voller Stolz über die ausgelassenen Stunden mit der Mannschaft.

Vom Minimalziel zum großen Wurf

Dabei war der Titelgewinn vor dem Saisonstart keineswegs als Vorgabe formuliert worden. „Wir sind nicht mit dem Ziel Meisterschaft in die Saison gestartet, aber dadurch, dass wir die Saison 2024/25 mit der Vizemeisterschaft abgeschlossen hatten, wusste ich natürlich um die Stärke meiner Mannschaft, wie auch schon in den Jahren zuvor“, blickt Toni Lüdtke zurück.

Das Problem der Vergangenheit war jedoch meist die fehlende Konstanz: „Aber wir konnten leider nie, bis auf die letzte Spielzeit, stabil bleiben über die ganze Saison. Wir haben einen so kleinen Kader mit 15/16 Mann, also kann man da nur das Ziel ausgeben, oben mitzuspielen und schauen, was passiert.“

Die Wende im Kopf kam erst im Winter. „Als wir dann aber, wie in der Saison davor, Herbstmeister waren, wusste ich, dass dieses Jahr der große Wurf drin ist, wenn wir stabil bleiben können. Was wir mit der Rückrunde auch unter Beweis stellen konnten“, erklärt Toni Lüdtke.

– Foto: Storkower SC

Der Schlüssel zum Storkower Wunder

Die enorme Konstanz in der zweiten Saisonhälfte gab letztlich den Ausschlag im Titelrennen mit den Konkurrenten. „Den Ausschlag hat meines Erachtens vieles gegeben. Als Erstes muss man einfach sagen, dass wir eine eingespielte Mannschaft sind, die sich und das System schon viele Jahre kennt. Dann kommt dazu, dass wir einen unfassbaren Teamgeist haben, der uns immer wieder in schwierigen Phasen gestärkt hat. Zum Beispiel, wenn wir wichtige Spieler ersetzen mussten durch Verletzungen“, sagt Toni Lüdtke.

Er fügt hinzu: „Jeder Spieler, egal ob aus der ersten oder zweiten Mannschaft, hat sich den berühmten ‚Arsch‘ aufgerissen, egal wo er gebraucht wurde auf dem Feld. Und man muss natürlich sagen, dass wir von den letzten zehn Spielen der Rückrunde acht Siege und nur zwei Unentschieden mit einem Torverhältnis von 33:8 erzielen konnten, was schlussendlich den Unterschied ausgemacht hat, da die Konkurrenz mit Woltersdorf, Müncheberg und Bruchmühle in der Zeit immer wieder Federn gelassen hat. Am Ende war es eine überragende Saison mit dem verdienten Lohn der harten Arbeit trotz diesem kleinen aber starken Kader. Das ‚Wunder von Storkow‘ kann man es nennen, wenn man bedenkt, welche Kaderstärke und -größe die Konkurrenz zur Verfügung hatte.“

– Foto: Storkower SC

Ein eingeschworenes Team als Erfolgsgeheimnis

Der Trumpf des Aufsteigers liegt im gewachsenen menschlichen Gefüge. „Ganz klar der Teamgeist, denn wir sind nicht nur eine Mannschaft, sondern auch Freunde geworden über die Jahre. Wir haben uns kadertechnisch nie groß verändert, und wenn einige Neue, als Beispiel Jan Kretschmann alias Vaddern, Riccardo Pathe alias Rocco oder seit der Rückrunde 2026 mit unseren 18-jährigen Dachsen Calli alias Pascal Hecker und Zahnstocher alias Lucio Freyer dazugekommen sind, dann wurden sie direkt in die ‚Familie‘ aufgenommen“, betont Toni Lüdtke.

„Diesen Unterschied merkt man dann schon in vielen Bereichen einer langen Saison auf und neben dem Platz. Aber natürlich können meine Jungs auch super kicken, das versteht sich von selbst und das wissen die Spieler auch. Sie müssen es nur auf den Platz bringen von Woche zu Woche.“

Volldampf beim Abschied

Trotz der historischen Meisterschaft endet die Ära des Erfolgstrainers. Der zum 30.06.2026 auslaufende Vertrag von Toni Lüdtke wurde von Vereinsseite her nicht verlängert. Der Stimmung bei der anstehenden traditionellen Mannschaftsfahrt soll dies jedoch keinen Abbruch tun. „Eine Abschlussfahrt ist natürlich geplant. Wir werden, wie in den letzten Jahren zuvor, wieder nach Misdroy in Polen fahren. Nur dieses Jahr sind es natürlich noch mehr Spieler, die mitkommen werden“, betont Toni Lüdtke. Er ergänzt: „Da wird auch aufgrund meines Ausscheidens noch mal Vollgas gegeben.“