
SG Oberau/Farchant steigt nach 0:1 gegen Hungerbach direkt ab.
Der Platz im Hungerbachstadion ist trocken und stumpf. Noch härter ist der Boden der Tatsachen, auf dem die SG Oberau/Farchant gelandet ist. Die Spielgemeinschaft steigt nach der 0:1-Niederlage bei der SG Hungerbach ohne Umwege direkt in die A-Klasse ab. Ausgerechnet im wichtigsten Match der gesamten Spielzeit agierten Teile der Mannschaft zu fahrig, überdies nicht mit der nötigen Leidenschaft.
„Ist total bitter, und für mich der bitterste Moment, den ich in meiner Trainerkarriere erleben muss“, kommentierte Jan Tischer seinen ersten Abstieg als Fußball-Coach. Äußerlich vermied Tischer die Schockstarre, aber sein Innerstes brodelte. Weil die Relegation, sogar der Ligaverbleib – Wielenbach spielte nur Remis – zum Greifen nahe war. Doch seine Schützlinge lieferten nicht ab. „Heute war es von vielen Leuten zu wenig“, moniert Tischer. Etwa die Hälfte des Teams habe ihre Leistung abgerufen und Kampfeslust vorgelebt. Allen voran natürlich Sebastian Korthals. Das Urgestein würde sein letztes Hemd für seine Oberauer geben. Selbst in der Nachspielzeit rackerte Korthals noch um Freiräume für Flanken und den möglichen Glücksschuss eines Kameraden. Hätte beinahe auch geklappt, aber Tobias Huch drosch den schwierig abzunehmenden Flugball als Kerze in die vierte Etage. Für den restlichen Teil des Teams, fand Tischer klare Worte: „Der eine oder andere muss sich hinterfragen, ob das alles ist, was er im Tank hat.“
Dabei hatten die Gäste zunächst optisches Übergewicht, waren um Spielkontrolle bemüht. Einmal mussten sie durchschnaufen, weil Hungerbachs Alexander Wurst beim Eckstoß den Kopfball minimal zu unpräzise setzte. Dann folgte die dicke Chance der SG: Matthias Bär eröffnete über den Flügel auf Korbinian Bäuerle, der zog mit simplem Haken nach innen, um sogleich Simon Groll in bester Abschlussposition zu bedienen. Doch nicht nur der scheiterte an Keeper Sebastian Attenberger, auch Korthals und dann sogar noch Bäuerle. „Dafür gibt es keine Erklärung“, urteilt Tischer fassungslos.
Es folgte eine Trinkpause und damit das Ende des Gäste-Diktats. Einmal mau verteidigt, schon war es passiert. Tobias Schüller kam aus zentraler Position zum Linksschuss, den Felix Schubert zur Seite abwehrte, allerdings auf den Fuß von Hungerbachs Kapitän Michael Listle – 1:0. Zwischenzeugnis zur Pause: Oberau/Farchant war angesichts des klaren Ergebnisses aus Benediktbeuern auf einen Abstiegsplatz gerutscht. Es brauchte Eigeninitiative, stattdessen leistete sich Dominik Schubert eine Tätlichkeit direkt vor der Hungerbacher Coachingzone. Übersah der Unparteiische zwar, sie entriegelte aber bei den Gastgebern die Reservetanks bezüglich Trotz und Hingabe. Die Schlussphase: Huch scheiterte am Außennetz; Korthals’ Kopfball rauschte über die Latte. „Das war es dann aber auch, und das war zu wenig“, stellt Tischer klar. Damit findet sich die Oberauer und Farchanter in der A-Klasse wieder.