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Allgemeines

Das Wormatia-Spektakel

Drei Tore nach fünf, sieben nach 90 Minuten: Wormser Oberligist bei Sportfreunden Eisbachtal furios

von Stefan Mannshausen · 19.10.2025, 16:33 Uhr · 0 Leser
Wormatia-Offensivspieler Nico Jäger (links), hier im Heimspiel gegen Engers und Ayman Ed-Daoudi, erzielte in Nentershausen seinen zweiten Saisontreffer für die Nibelungenstädter.	Foto: Christine Dirigo/pakalski-press
Wormatia-Offensivspieler Nico Jäger (links), hier im Heimspiel gegen Engers und Ayman Ed-Daoudi, erzielte in Nentershausen seinen zweiten Saisontreffer für die Nibelungenstädter. Foto: Christine Dirigo/pakalski-press

Nentershausen. Mit 45 Minuten Verspätung kam der Tross des VfR Wormatia Worms vor dem Auswärtsspiel bei den Sportfreunden in Nentershausen an der Spielstätte an. Ein Stau auf der A3 hatte die Wormaten gestoppt und den Anpfiff des Oberliga-Duells um 15 Minuten verschoben. Trotz der Hektik und der veränderten Routine waren die Wormser im Spiel von Beginn an hellwach, führten nach nur fünf Minuten (!) 3:0 und feierten einen am Ende völlig ungefährdeten spektakulären 7:3 (4:1)-Sieg im Westerwaldkreis.

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Spektakel oder Zu-null-Sieg? „Da nehme ich die Mitte“

Ob ihm ein souveräner Zu-null-Sieg oder ein 7:3-Spektakel als Trainer besser gefiele, beantwortete VfR-Coach Anouar Ddaou mit einer dritten Antwort. „Da nehme ich die Mitte. Ein 5:0 oder ein 5:1.” Mit dem Resultat seines Teams und viel mehr dem Auftreten seiner Spieler war Ddaou nach den sieben Toren in Nentershausen absolut zufrieden. Auch wenn er sagte, dass ihn nur „eine Zahl auf der Anzeigetafel richtig happy gemacht” habe. „Drei Gegentore sind die Kehrseite der Medaille dieses Mal.” Aber: Nur ein kleiner Makel, eines furiosen Wormaten-Auftritts.

Kaan Özkaya in der Box (2.), Nico Jäger per Abpraller (3.) und Marx Nauth nach einem Steilpass (5.) – verspätete Besucher des Spiels hatten Glück, dass die Partie verspätet angepfiffen worden war – die ersten drei Tore des Spiels hätten sie sonst verpasst.

„Wir waren hochkonzentriert und sehr fokussiert”, beschrieb Ddaou die Anfangsphase seines Teams und bemerkte, dass sich seine Spieler „immer mehr eingrooven und miteinander harmonieren” würden. Mit einer offensiven 4-1-4-1-Ausrichtung erspielten sich die Wormser vor den Augen von Ex-Coach Marco Reifenscheidt zahlreiche Chancen gegen einen abstiegsbedrohten Gegner, der in der Defensive gegen die Wormaten kein Land sah. Durch einen verwandelten Foulelfmeter von Eisbachtal-Kapitän Max Olbrich trafen jedoch auf die Sportfreunde vor dem Seitenwechsel einmal (14.). Anschließend erhöhte Wormatia-Spielmacher Mert Özkaya (32.).

Nach der Pause dachten die Wormser gar nicht daran, den Fuß vom Gaspedal zu nehmen. Trotz einem frühen Dreifachwechsel (53.) bemerkte Anouar Ddaou bei seinem Team „überhaupt keinen Leistungsabfall” und konnte sich über drei weitere Treffer freuen. Nach dem Eigentor von Gabriel Jost (52.), der vor der Torlinie von VfR-Verteidiger Nicolas Obas angeschossen worden war (Ddaou: „Das Tor gehört eigentlich unserem Spieler”), legten die Joker Bobby Edet (80.) und der wieder genesene Tom Fladung (82.) nach.

Nun warten die Topteams der Liga auf die Wormser

Für Mehrarbeit in der VfR-Defensive sorgte die Halbzeiteinwechslung von Eisbachtal-Angreifer Jonah Arnolds („Guter erster Kontakt, die Positionierung im Strafraum – ein Ausnahmestürmer”), der der Wormser Hintermannschaft zweimal entwischte und seine Saisontore zehn und elf markierte (48. und 89.). Die Gegentore veränderten bei den Wormaten, die in der Schlussphase nach einem groben Foulspiel und einer Roten Karte gegen Olbrich in Überzahl spielten, laut Ddaou jedoch nichts am „positiven Gefühl“, dass die Nibelungenstädter nun mit in die Heimspiel-Hammer-Woche gegen die Topteams FK Pirmasens (Mittwoch, 19:30 Uhr, Pokal) und TuS Koblenz (Samstag 14 Uhr, Liga) nehmen.