
Was sich schon lange abgezeichnet hatte, ist nun auch rechnerisch besiegelt: Der VfR Warbeyen muss nach einem Jahr in der Zweiten Bundesliga der Frauen wieder den Gang in die Regionalliga antreten. Nach der 1:2 (1:1)-Niederlage im Kellerduell gegen den Tabellenvorletzten VfL Wolfsburg II ist das Abenteuer endgültig vorbei. Den Rückstand von 17 Punkten auf die Nichtabstiegsplätze kann das abgeschlagene Schlusslicht an den verbleibenden fünf Spieltagen nicht mehr aufholen.
Damit ist auch die Mission des neuen Trainers Thomas Gerstner nach nur drei Spielen gescheitert. Der Verein hatte den erfahrenen Fußballlehrer Anfang März als Nachfolger für Sandro Scuderi präsentiert, von dem man sich zuvor getrennt hatte. Nach außen hatten Vereinsführung und Gerstner damals betont, den Klassenerhalt trotz der aussichtslosen Lage im Tabellenkeller noch nicht aufgegeben zu haben und sich entsprechend kämpferisch gezeigt.
Nach der Niederlage am Sonntag machte der Warbeyener Trainer keinen Hehl aus seiner Enttäuschung. „Ich kannte die Ausgangssituation, die Vereinsführung und alle beim VfR Warbeyen kannten sie ebenfalls. Es musste ein Wunder passieren – und das ist ausgeblieben. Für mich persönlich ist das sehr unbefriedigend und enttäuschend. Natürlich muss ich mir die Frage stellen, ob ich etwas hätte besser machen können“, sagte Gerstner.
Dass die Niederlage gegen den Vorletzten aus Wolfsburg vermeidbar war, ärgerte Gerstner zusätzlich. „Wir schlagen uns leider selbst. Hinten legen wir dem Gegner zwei Tore auf, vorne nutzen wir mehrere Großchancen nicht. Wolfsburg war heute nicht die bessere Mannschaft“, so der Trainer.
Der VfR Warbeyen hatte sich für einen engagierten Auftritt zunächst mit dem Führungstreffer durch Greta Oerding belohnt. Bei einem Konter in der 28. Minute verpasste Narjiss Ahamad nach einer Hereingabe von Aqsa Mushtaq in der Mitte noch, doch Oerding nahm den Ball auf und traf aus spitzem Winkel.
Die Freude währte jedoch nur kurz, denn der VfL Wolfsburg II kam fünf Minuten später zum Ausgleich (33.). Nach einem Ballverlust im Spielaufbau setzte Celine Schenk Angreiferin Lynn Kupetz rechts im Sechzehner in Szene. Gegen ihren platzierten Abschluss war VfR-Keeperin Elena Milam dann ohne Chance.
Zu einfach ging es auch in der 54. Minute, als Roseline Andersen sich den Ball vor dem Warbeyener Strafraum zurechtlegen konnte und Milam mit einem platzierten Schuss auf dem falschen Fuß erwischte. Am Ende blieb es bei der Niederlage, die auch den letzten Hoffnungsschimmer am Duvenpoll verblassen lässt.
Dass sich der VfR Warbeyen einmal mehr deutlich stabiler als noch im Hinspiel (0:6) präsentiert hatte, war für Thomas Gerstner am Ende nur ein schwacher Trost. „Ich glaube schon, dass wir in der Trainingswoche viel investiert haben. Es ist schade, dass wir uns wieder nicht belohnen konnten.“ Das soll in den verbleibenden fünf Spielen in der zweithöchsten Spielklasse jedoch gelingen. „Wir wollen uns würdig aus der Liga verabschieden. Ich will bis zum 17. Mai nicht alle Spiele verlieren. Deswegen arbeiten wir weiter und stecken den Kopf nicht in den Sand. Trotzdem sind wir gerade sehr enttäuscht“, sagte Thomas Gerstner.