
Michael Weber, Kapitän des Karlsruher Kreisliga ATSV Kleinsteinbach, macht den FuPa Baden Sommercheck.
1) Wie fällt euer Fazit zur vergangenen Saison aus?
Die erste Mannschaft hat ein super Ergebnis erzielt auf die gesamte Runde gesehen. Im Saisonendspurt hätte man sicherlich noch etwas mehr erreichen können, da viele nicht konstant waren in der oberen Tabellenregion, aber wir wollen wirklich nicht größenwahnsinnig werden und ziehen deshalb einen sauberen Strich: das war grandios.
Die zweite Mannschaft hat ein aus Vereinssicht eher schwächeres Ergebnis erzielt. Als Dorfverein haben wir eben auch die Probleme, dass die Trainingsbeteiligung nicht allzu hoch war in der Vergangenheit und somit kann dann auch keine bärenstärke Saison resultieren. Aber mit den Problemen sind wir bekanntlich nicht alleine.
2) Was sind eure Ziele für 2025/26?
Für die erste Mannschaft wäre eine Wiederholung zufriedenstellend. Einmal kann Zufall sein, ein zweites Mal ist es Können. Schneidet man besser ab, muss man einfach stolz sein. Gelingt es uns nicht, reist der Vorstand uns deshalb den Kopf nicht ab. Wichtig ist, weiterhin Kreisligist zu bleiben, denn das ist die perfekte Liga für Verein, Fans, Gönner und vor allem für die Mannschaft,
Die zweite Mannschaft hat es sich zum Ziel gesetzt, oben anzuknüpfen. Hier entsteht ein Team gepaart aus jungen wilden Kickern und einer erfahrenen Gruppe Kickern. Beide profitieren voneinander, aber das übergeordnete Ziel ist das obere Tabellenviertel. Und besser als vergangene Saison.
3) Wer wird eurer Meinung nach Meister und warum?
In der Kreisliga Karlsruhe sind es der FV Malsch und der TV Spöck. Beide Teams haben einen sehr guten Kader und eine vernünftige Philosophie auf dem Platz. Mit dem FC Viktoria Berghausen ist definitiv auch zu rechnen, die spielen einen sehr effektiven Fußball!
Muss ich mich aber für ein Team entscheiden, ist es der FV Malsch.
4) Der Amateurfußball wird aktuell attraktiver und die Bundesliga eher unattraktiver. Stimmt Ihr diesem Trend zu?
Ich habe das Gefühl, dass es immer professionellere Strukturen gibt auf Amateurebene. FuPa trägt ja einen großen Teil dazu bei. Ich merke das aber zum Beispiel bei uns im Verein ebenfalls. Es gibt eine offizielle Vorstellung der Spieler beispielsweise. Neuerdings tracken wir unsere Laufleistung im Training. All das sind Faktoren, die es vor zehn Jahren in diesem Umfang nicht gegeben hat. Das macht ihn für mich interessant. Bundesliga habe ich nie geschaut, werde ich auch nicht tun. Dafür ist mir die Zeit zu schade.
5) Mit Blick auf die Spitze und Bezug zur Vize-Europameisterschaft der U21: Gehört der deutsche Fußball wieder mit zum Besten in der Welt?
Die Aussage kann ich so nicht unterstreichen. Wenn man die vergangenen Turniere der A-Natio betrachtet, nein. Wenn man die Qualitäten anderer Nationen wie Spanien und Portugal bspw. als Maßstab heranzieht, auch nein.
Aber, um nicht nur negativ zu sein, macht der aktuelle Bundestrainer auch ganz viel richtig. Ich denke, der DFB ist auf einem guten Weg.