
Der FV Weißenhorn feiert den vorzeitigen Titelgewinn in der Kreisliga A3 Donau/Iller und den damit verbundenen Aufstieg in die Bezirksliga. Trotz eines straffen Doppelspieltags am Pfingstwochenende ließ sich die Mannschaft das Feiern nicht nehmen. Spielertrainer Patrick Negele bilanziert eine erfolgreiche Saison, die durch Teamgeist, ein prägendes Trainingslager und die starke Unterstützung der Fans gekrönt wurde.
Ein meisterlicher Marathon trotz sportlicher Verpflichtungen
Der vorzeitige Gewinn der Meisterschaft hat beim FV Weißenhorn großen Jubel ausgelöst. Mit 61 Punkten aus 30 Spielen steht das Team zwei Spieltage vor dem Saisonende unumstößlich an der Tabellenspitze. Der schärfste Verfolger, der FV Altenstadt, hat nach 31 absolvierten Partien 56 Punkte vorzuweisen und kann den Spitzenreiter nicht mehr einholen.
Trotz des engen Zeitplans wurde der historische Moment gebührend zelebriert. „Das wurde natürlich ausgelassen gefeiert. Sowohl am selben Abend als auch beim Aufräumen und darüber hinaus am nächsten Tag. Allerdings stand ja am Montag bereits wieder ein Spiel an, weshalb wir hier leider etwas eingeschränkt waren“, schildert Spielertrainer Patrick Negele gegenüber FuPa die ereignisreichen Stunden.
Ein unerwarteter Erfolg für die kühnsten Optimisten
Dass die Mannschaft eine derart dominante Rolle spielen würde, war vor der Runde keineswegs abzusehen. Nach der vergangenen Spielzeit stand zunächst die Konsolidierung im Vordergrund, was den jetzigen Erfolg in der Kreisliga A3 Donau/Iller umso emotionaler macht.
Auf die Frage nach den ursprünglichen Erwartungen entgegnet Patrick Negele: „Mit dem Titel haben wohl nur die größten Optimisten gerechnet. Nach der vergangenen Saison war das Ziel zunächst, eine Einheit zu formen und gewisse Abläufe zu integrieren. Auf die Tabelle bezogen hatten wir das Ziel, einen einstelligen Tabellenplatz zu erreichen.“ Das hervorragende Torverhältnis von 74:36 unterstreicht nun die meisterliche Qualität der Mannschaft.
Dank an die Wegbegleiter und ein überragendes Trainerteam
Der Weg an die Tabellenspitze basierte auf einem eng verzahnten Gefüge, in dem vor allem die Unterstützung im Hintergrund eine tragende Rolle spielte. Während der Saison musste das Traineramt temporär übergeben werden – ein Schritt, der reibungslos funktionierte. „Es gehört viel dazu, am Ende einer Saison ganz oben zu stehen. Benny Reiser hat aus uns Trainern und der Mannschaft eine tolle Einheit geformt, ihm gilt ein besonderer Dank. Besonders bedanken möchte ich mich auch bei Robert Rausch und Stefan „Bodo“ Ummenhofer, die mich während meiner vierwöchigen Elternzeit überragend vertreten haben. Das war einfach mega“, lobt Patrick Negele das außerordentliche Engagement seiner Kollegen.
Der Spirit vom Gardasee und die Energie der Fans
Nachdem sich die Mannschaft im Laufe der Hinrunde gefunden und einen beeindruckenden Lauf hingelegt hatte, brachte eine intensive Vorbereitung in der Winterpause den entscheidenden Feinschliff. Zudem beflügelte die Kulisse an den Spieltagen das Team nachhaltig.
„Die Mannschaft hat sich im Laufe der Hinrunde dann einfach gefunden und einen tollen Lauf hingelegt. Im Winter war ein ganz wichtiger Aspekt unser Trainingslager am Gardasee, das hat uns einfach brutal zusammengeschweißt und ab dem Moment wussten wir, dass wir nur sehr schwer zu schlagen sein werden. Auch die vielen Fans, die man stetig sowohl auswärts als auch zu Hause trifft, haben der Mannschaft nur positiven Vibe vermittelt, was von außen kommt darf nicht unterschätzt werden und kann die Mannschaft tragen“, erklärt der Spielertrainer den emotionalen Rückhalt.
Das kollektive Bewusstsein für die eigenen Qualitäten
Sportlich überzeugte der FV Weißenhorn durch seine gereifte mannschaftliche Geschlossenheit. Im Vergleich zum Vorjahr gab es personell im Kader kaum Veränderungen, doch das Gefüge präsentierte sich wesentlich stabiler auf dem Rasen.
„Die Stärke unserer Mannschaft in diesem Jahr war, dass wir endlich kapiert haben, dass wir Stärken haben. Es gab ja im Vergleich zum Vorjahr, was den Kader angeht, kaum Veränderung. Aber es gehört halt mehr zum Fußball als nur gute Einzelspieler, eine Mannschaft muss wachsen und diese Zeit braucht man, die haben wir bekommen und auch genutzt“, analysiert Patrick Negele den spürbaren Entwicklungsprozess.
Die große Nachholparty im Süden steht bevor
Nachdem die sportlichen Weichen für die Zukunft gestellt sind, steht für den gesamten Kader bald die wohlverdiente Belohnung im Vordergrund. Das Versäumte soll in Kürze in einem größeren, traditionellen Rahmen nachgeholt werden. „In zwei Wochen geht es für einen Großteil des Kaders für ein langes Wochenende an den Ballermann. Dort wird nachgeholt, was uns durch den Doppelspieltag verwehrt blieb“, verkündet Patrick Negele voller Vorfreude.
Dass der Schritt in die Bezirksliga vollzogen wird, steht außer Frage: „Natürlich nehmen wir das Aufstiegsrecht wahr.“ Der FV Altenstadt, der bei einem Spiel mehr eine Statistik von 17 Siegen, fünf Unentschieden und neun Niederlagen bei 56:33 Toren aufweist, muss dem Meister endgültig den Vortritt lassen.
Ein zukunftsorientierter Weg mit Talenten aus der Region
Für die kommende Spielzeit in der Bezirksliga treiben die Verantwortlichen die Kaderplanungen bereits intensiv voran. Dabei setzt der Verein ganz bewusst auf junge, hungrige Akteure aus der Umgebung, um die eigene Philosophie nachhaltig zu stärken. „Ja, wir wollen einen Weg einschlagen, der unserem Trainerteam wichtig ist. Deshalb bestehen die Neuzugänge aus folgenden Spielern: vier Jungs aus der U19 von Aufheim/Holzschwang/Pfaffenhofen - David Kümmel, Fynn Dittrich, Noah Mischnick und Kerem Akbulut -, zudem kommt Sahin Yagcioglu von der U19 aus Vöhringen dazu“, erläutert Patrick Negele.
Mit harter Arbeit und kollektiver Mentalität zum Klassenerhalt
Für die künftige Saison 2026/2027 bleibt die Zielsetzung des Aufsteigers trotz aller berechtigten Euphoriewellen von großer Sachlichkeit geprägt. In der neuen Umgebung wird das Niveau ungleich höher sein, weshalb vor allem der Zusammenhalt im Kollektiv gefordert sein wird.
„Also hier ist das Ziel neben der Einbindung der Neuzugänge und dem Finden der Mannschaft natürlich der Klassenerhalt. Dafür braucht es wieder harte Arbeit und die richtige Mentalität, denn wir werden mit ziemlicher Sicherheit den einen oder anderen Rückschlag verkraften müssen und das geht nur im Kollektiv, wenn alle zusammenhalten“, formuliert Patrick Negele die Ziele für die Zukunft.