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Das Schwager-Duell: Pützer & Justen brennen auf das Derby

Die SG Neffeltal empfängt in dieser Woche die SG Nörvenich/Hochkirchen II - und damit treffen auch die verschwägerten Trainer Patrick Pützer und Stefan Justen aufeinander.

von Michael Görgen · 09.09.2025, 13:45 Uhr · 0 Leser
Patrick Pützer (l.) trifft auf seinen Schwager Stefan Justen.
Patrick Pützer (l.) trifft auf seinen Schwager Stefan Justen. – Foto: Steinmann, Egal

In dieser Woche empfängt die SG Neffeltal den Aufsteiger und Lokalrivalen SG Nörvenich/Hochkirchen II zum Derby - und damit treffen auch die verschwägerten Trainer Patrick Pützer (SGN) und Stefan Justen (Nörvenich) aufeinander. Was sie vor dem Spiel denken.

Stefan und Paddy, das Derby Neffeltal gegen Nörvenich/Hochkirchen liegt vor uns. In diesem Jahr mit zwei Besonderheiten. Zum ersten Mal trifft die 1. Mannschaft der SG Neffeltal in einem Meisterschaftsspiel auf den Aufsteiger, die Reserve der SG Nörvenich/Hochkirchen. Die weitere Besonderheit stellen die beiden Trainer dar. Neben eurer gemeinsamen Karriere habt ihr schon viele Jahre in Nörvenich als Trainer der 1. bzw. 2. Mannschaft erfolgreich zusammengearbeitet. Hinzu kommt eure familiäre Situation, denn eure Frauen sind Geschwister, sodass ihr Schwager seid. Vor allem für euch wird das kommende Derby sicherlich ein ganz besonderes Spiel werden.

Wie nervös seid ihr in Vorbereitung auf das Derby?

Pützer: Nervös eigentlich nicht – eher voller Vorfreude. So ein Derby hat ja immer seinen ganz eigenen Reiz. Für mich ist es natürlich besonders, weil ich Stefan seit meinem 19. Lebensjahr kenne – wir haben damals gemeinsam unsere ersten Schritte beim SV Herrig im Seniorenfußball gemacht. Zum Ende seiner Spielerkarriere durfte ich dann erst als Co-Trainer und später als Hauptverantwortlicher Trainer mit ihm zusammenarbeiten, bevor er selbst den Weg als Trainer der zweiten Mannschaft von Nörvenich/Hochkirchen eingeschlagen hat.

Außerdem kenne ich fast alle Jungs noch sehr gut und weiß genau, welche Qualität da auf uns zukommt.

Aber: Bevor wir uns voll auf das Derby konzentrieren können, steht am Mittwoch noch ein wichtiges Pokalspiel gegen die Kreisliga-A-Mannschaft aus Frenz an. Das wird ebenfalls ein echter Härtetest. Die Vorbereitung auf das Nachbarschaftsduell startet dann ab Donnerstag – und ab da bin ich mit Sicherheit nicht nervös, aber definitiv angespannt und voller Vorfreude.

Auf Seiten der Nörvenicher stehen ja auch einige gute Jungs, die vor meiner Zeit hier bei uns in Neffeltal gespielt haben. Die werden hochmotiviert sein – aber unsere Mannschaft genauso, um es den alten Kameraden zu zeigen.

Justen: Ein bisschen Kribbeln ist schon da, klar das gehört einfach zu einem Derby. Aber richtig nervös? Nee, dafür freu ich mich zu sehr auf das Spiel. Ein Spiel gegen den Schwager ist wie Familien-Kaffeeklatsch, man weiß, es wird hitzig, aber am Ende gibt’s trotzdem Kuchen.

Habt ihr euch ausgetauscht oder versucht ihr im Vorfeld das Spiel untereinander auszublenden?

Justen: Normalerweise quatschen wir viel miteinander, aber in dieser Woche halten wir uns vermutlich ein bisschen zurück. So kann jeder für sich und seine Mannschaft den Fokus behalten und nach dem Spiel holen wir das Reden dann doppelt nach, wahrscheinlich bei ’nem Bier.

Pützer: Wir sind ja ohnehin ständig im Austausch, aber über das Spiel selbst reden wir kaum. Im Vorfeld gab es eigentlich nur Kontakt wegen einer Spielverlegung, weil bei uns im Dorf Gladbach Kirmes ist. Nörvenich hat uns da ein wirklich nettes Gegenangebot zwecks Spielverlegung gemacht, aber leider haben wir keinen passenden Ausweichtermin gefunden.

Ansonsten hält jeder lieber seine Karten verdeckt – auch wenn natürlich jeder weiß, dass man sich in den Mannschaften untereinander gut kennt und es kein großes Geheimnis ist, welcher Spieler welche Stärken hat.

Wir tauschen uns nach den jeweiligen Spielen gegen verschiedene Gegner natürlich aus, gehen dann meistens auch sonntags mit unseren Frauen und dem Sohn von Stefan (Phil) noch gemeinsam essen. Aber jetzt speziell das Spiel war beim letzten Essen am Sonntag kein Thema – und das ist auch gut so. Die Frauen würden es gar nicht super finden, wenn wir uns beim gemeinsamen Essen nur über das Spiel unterhalten, evtl. streiten würden

Was wird im Spiel entscheidend sein?

Justen: Entscheidend wird sein, wer seine Chancen besser nutzt und über 90 Minuten konzentriert bleibt. In einem Derby spielen Emotionen immer mit, aber am Ende zählt, wer kühlen Kopf bewahrt.

Pützer: In einem Derby zählen weniger Tabellenplätze oder Favoritenrollen. Entscheidend wird sein, wer die richtige Mischung aus Emotion und Ruhe findet. Wer kühlen Kopf behält, aber trotzdem mit Herz spielt, wird am Ende die Nase vorn haben.

Wie schätzt ihr den Gegner ein?

Pützer: Nörvenich/Hochkirchen II ist als Aufsteiger mit einer Menge Spielfreude unterwegs. Die Jungs sind heiß auf das Derby, haben Qualität im Kader und werden uns sicher alles abverlangen. Gerade weil ich die Spieler noch so gut kenne, weiß ich, dass das kein Selbstläufer wird.

Ich kenne nicht nur viele der Spieler persönlich, sondern auch ihre Mentalität – und die ist ehrgeizig, leidenschaftlich und kampfstark. Einige von ihnen habe ich selbst trainiert oder lange begleitet, und das macht die Vorbereitung natürlich besonders spannend.

Nörvenich hat als Aufsteiger eine sehr erfahrene Truppe, in der viele Spieler bereits reichlich Erfahrung in der Kreisliga A gesammelt haben. Dazu kommen einige junge, hungrige Spieler mit viel Tempo – diese Mischung macht sie gefährlich und schwer auszurechnen

Justen: Neffeltal ist eine starke Truppe mit viel Erfahrung. Die Jungs spielen schon lange zusammen und haben Qualität auf jeder Position. Ich kenn Paddy zu gut, um zu wissen, der hat bestimmt ein, zwei Überraschungen parat. Wir wissen, dass wir als Aufsteiger Außenseiter sind, aber genau das macht’s für uns auch spannend.

Euer Tipp, wer gewinnt?

Justen: Natürlich hoffe ich auf meine Mannschaft, sonst müsste ich ja was falsch machen als Trainer. Aber egal wie es ausgeht, wichtig ist, dass wir ein faires, spannendes Spiel sehen und hinterher zusammen anstoßen können.

Pützer: Tipps gebe ich grundsätzlich ungern ab – dafür steckt zu viel Brisanz in so einem Spiel. Aber klar: Als etablierte Mannschaft und im Heimspiel sollte es unser Anspruch sein, das Derby für uns zu entscheiden.

Am wichtigsten ist für mich, dass wir ein intensives, faires Spiel sehen, das den Zuschauern Spaß macht. Und natürlich wäre es schön, wenn wir mit Neffeltal nach dem Spiel – und in der Woche danach – den Derbysieg auf der Kirmes in Gladbach feiern könnten.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei euch beiden für dieses Interview bedanken und hoffen auf ein faires und spannendes Derby.

Das Gespräch führte Michael Görgen.