
RSV-Trainer Arian Gerguri hatte am Dienstagabend von dem Traumlos noch gar nichts mitbekommen, als er im Auto den Anruf der RP-Redaktion erhielt. Was folgte, war ein Jubelschrei. „Ich freue mich mega. Darauf haben wir immer gehofft“, sagt Gerguri. Seine Mannschaft trifft in der zweiten Runde des Niederrheinpokals nun auf den Drittligisten MSV Duisburg. Das ergab die Auslosung am Dienstagabend durch den Fußballverband Niederrhein. Der Spieltermin ist entweder der 22. oder der 23. September. Das Heimrecht liegt als spielklassentieferer Bezirksligist beim Rheydter SV.
„Das ist eine tolle Herausforderung. Wir werden Mönchengladbach und den Amateurfußball bestmöglich vertreten. Das ist eine ganz tolle Sache für uns“, sagt Gerguri. In der ersten Runde hatte sich der Rheydter SV mit 5:3 gegen den Landesligisten SC Werden-Heidhausen durchgesetzt. In der Liga ist der Aufsteiger mit sieben Punkten aus drei Spielen ebenfalls gut gestartet.
Ebenso euphorisch reagierte Sportlicher Leiter Markus Horsch auf den Gegner MSV Duisburg. „So ein Spiel haben wir uns immer gewünscht. Das ist ein Traumlos. Wir sind total happy. Alle Jungs haben im Liveticker mitgefiebert und sind anschließend in der WhatsApp-Gruppe entsprechend abgegangen“, sagt Horsch. Immerhin kommt mit dem MSV ein ehemaliger Bundesligist und aktueller Tabellenführer der 3. Liga.
Für MSV-Trainer Dietmar Hirsch ist es hingegen eine Auswärtsreise mit Heimatgefühlen. Denn Hirsch kommt gebürtig mit Süchteln aus der Region und spielte später in der Jugend und bei den Senioren für den 1. FC Viersen – Partien gegen den Rheydter SV waren dabei keine Seltenheit.
„Alles, was mit Mönchengladbach zu tun hat, ist für mich und meine Familie Heimat. Meine Frau kommt von da und hat sich sehr gefreut. Der Spö ist ein Traditionsverein, den ich noch aus meiner Jugend kenne. Der RSV hat jahrelang Oberliga Nordrhein gespielt, als ich beim 1. FC Viersen in der Jugend war. Da gab es oft Derbys. Es ist einfach schön, in Richtung Heimat zu kommen“, sagte Hirsch unserer Redaktion zum Duell mit dem Rheydter SV.
Ein weiteres Traumszenario für den RSV wäre nun, das Spiel im eigenen Stadion austragen zu können. Zumindest steht im Campuspark Rheydt noch eine überdachte Holztribüne aus ruhmreichen Zeiten, als der Rheydter SV in den 1980er- und 1990er-Jahren in der damals drittklassigen Oberliga spielte. Ob der Campuspark Rheydt allerdings für die Begegnung eine Option ist, will der Verein nun prüfen. Dabei geht es vor allem um Sicherheitskonzepte für eine Partie mit möglicherweise mehr als 1.000 Zuschauern.
Der MSV Duisburg ist für Amateurklubs in der Region aus der jüngeren Vergangenheit kein unbekannter Gegner. Im vergangenen Jahr traf der MSV in der ersten Runde des Niederrheinpokals auf Viktoria Mennrath. Das Spiel fand damals im Grenzlandstadion statt und endete mit einem 7:0-Sieg der Duisburger. Deutlich enger ging es in der zweiten Runde zu, als Duisburg bei Union Nettetal antreten musste und sich erst in der Verlängerung mit 2:1 durchsetzte.
2024 hatte Union Nettetal zudem sein großes Spiel im Halbfinale des Niederrheinpokals in der Arena des MSV Duisburg – vor mehr als 10.000 Zuschauern. Die Partie ging zwar mit 0:7 verloren, blieb für alle Nettetaler aber trotzdem ein unvergessliches Erlebnis.
Auf ein solches hoffen sie auch beim Rheydter SV, der erstmals seit 2020 in dieser Saison wieder im Verbandspokal vertreten ist.