
Bei allen Vorbereitungen, die Ratingen 04/19 und die Stadt für das Viertelfinale im Niederrheinpokal gegen Regionalliga-Spitzenreiter MSV Duisburg am Sonntag, 17. November leisten müssen – für die Oberliga-Mannschaft und den neuen Trainer Peter Radojewski steht das Liga-Spiel am Freitag (19.30 Uhr) im heimischen Stadion gegen den VfB Homberg im Fokus.
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Die hatten am vergangenen Sonntag beim neuen Tabellenzweiten ETB Schwarz-Weiß Essen mit dem 2:4 ihre vierte Liga-Niederlage in Folge kassiert und sind seit fünf Spielen ohne Sieg. Homberg gilt nun als der nächste schwere Gegner mindestens derselben Kategorie wie ETB. Das sieht auch Radojewski so: „Ich habe mir das Heimspiel des VfB gegen die SSVg Velbert noch einmal angeschaut. Und wenn man da die SSVg, die hervorragend besetzt ist, 2:0 schlägt, weiß man: Homberg ist eine der Mannschaften, die nicht zu Unrecht da oben stehen, die auch sehr robust ist und ein gutes Umschaltverhalten hat.“
Generell betont Radojewski aber: „Ich will gar nicht so viel auf andere schauen. Natürlich ist Homberg ein schwerer Gegner, der uns alles abverlangen wird, aber auf der anderen Seite sind wir in die Saison gegangen mit dem Anspruch, dass das auch unser Level ist. Das sehe ich momentan noch nicht, aber es wäre schon gut, uns mal zu belohnen für den Einsatz und den Aufwand, den die Jungs ohne Frage betreiben.“
04/19 wieder an dieses obere Level heranzuführen, ist Radojewskis Ziel. Dass das nicht von heute auf morgen geht, ist klar, erschwerend kamen aber in dieser Trainingswoche noch weitere Faktoren hinzu. „In einer kurzen Woche mit Spielen Sonntag und Freitag ist die Zeit ohnehin knapp. Der Montag ist dann ein Spiel-Ersatztraining mit einer kurzen Analyse, und am Donnerstag ist schon wieder Abschlusstraining“, sagt der Chefcoach, der das Training am Mittwoch zudem seinem Assistenten Erkan Ari überlassen musste, da er selbst krank war. „Da ging es dann um Spielabläufe, tiefe Läufe, wo wir mit unseren Offensiven stehen wollen und wie sie sich bewegen sollen“, berichtet Radojewski.
Die Analyse aus dem ETB-Spiel habe gezeigt: „Es gibt Sachen, die wir schon sehr, sehr anständig machen, aber dann auch wieder leichtfertige Pass- und Abspielfehler. Das hat man vor allem in der zweiten Halbzeit gesehen, dass dann nicht mehr die Kraft da war, die Flanke von außen zu verteidigen oder in der Mitte die Lücke zu schließen gegen einen Schuss oder Kopfball. Da muss ich noch herausfinden, ob es Unkonzentriertheit ist oder eine konditionelle Frage. Wahrscheinlich werden wir erst in der Winterpause dazu kommen, intensiver zu arbeiten und mehr einzustudieren.“
Zumal die personelle Situation derzeit schwierig ist. Weiterhin verletzt fehlen werden gegen Homberg Emre Demircan und Tim Klefisch, zudem Edin Hadzibajramovic, der sich bei ETB eine Gehirnerschütterung zuzog und kurz vor der Pause vom Platz musste. Ebenfalls weiter nicht dabei ist Rinor Rexha, der noch ein Spiel seiner Rotsperre absitzen muss. Wieder zurück sind die zuletzt angeschlagenen Bo Lasse Henrichs und Daniel Nesseler, auch Tim Potzler darf nach seiner Gelb-Rot-Sperre wieder spielen – dafür fällt Stürmer Sven Kreyer mit der fünften Gelben Karte gesperrt aus.
Radojewski sagt dazu: „Es ist ein Rein und Raus. Es ist vielleicht nicht optimal, weil vermeintlich gute Spieler draußen sind. Andererseits weiß ich ja noch gar nicht, was die optimale Zusammensetzung ist, und jetzt können andere zeigen, was sie können.“
Klarheit hat der neue Chef auf der Torhüter-Position geschaffen: Da war Luca Fenzl als Pokal-Torwart in die Saison gegangen und Dario Ljubic als Nummer eins für die Liga, bevor Ex-Coach Christian Dorda nach dem 2:1-Sieg im Achtelfinale des Niederrheinpokals beim SC St. Tönis Fenzl auch in den Liga-Partien gegen den 1. FC Monheim (0:1) und beim 1. FC Kleve (1:2) vorgezogen hatte.
Für sein Premieren-Spiel mit 04/19 in Essen hatte Radojewski am mit 21 Jahren jüngsten Ratinger Keeper, der gegen Monheim noch einen Elfmeter entschärft hatte, festgehalten. Und behält das nun auch bei. „Ich bin kein Freund von Wechseleien“, erklärt er und ergänzt: „Ich habe mit dem Mannschaftsrat und Kapitän Phil Spillmann gesprochen, wie sie das sehen, und die Meinung war, dass es mit Fenzl weitergeht – erst einmal bis zur Winterpause, egal ob Liga oder Pokal.“ Wenn also nichts dazwischen kommt, steht Fenzl auch gegen den MSV Duisburg im Ratinger Tor. Ab Samstag kann 04/19 dann auch mit dem Oberliga-Team den Fokus darauf richten. Bis dahin muss er auf Homberg liegen.
