
Die SG Kirchardt hat den Klassenerhalt nicht mehr in der eigenen Hand. Es steht zu befürchten, dass die 3:5-Niederlage am vergangenen Wochenende beim TSV Amicitia Viernheim zu viel gewesen ist, um am Ende über dem Strich zu landen. Für die beiden ausstehenden Spieltage steht fest, dass mindestens vier Punkte für die Relegation hermüssen. Daher ist etwas Zählbares aus dem Duell mit dem ASV Eppelheim am Samstag Pflicht, der Gegner könnte stärker aber nicht sein. Grandiose zehn Siege in Folge hat die Elf von Trainer Markus Schmid in ihrem aktuellen Arbeitsnachweis stehen. Es scheint unmöglich für die Kirchardter zu werden. Aber, und dafür hat der Fußball bereits reihenweise Beispiele geliefert, Sensationen gibt es immer wieder. Anpfiff ist um 17 Uhr im Kettendwald. Gleichzeitig wäre es aus SG-Sicht wichtig, dass der VfB Gartenstadt nicht bei der SpVgg 06 Ketsch gewinnt. Sollten Kirchardt und Gartenstadt nämlich mit der gleichen Punktausbeute das Pfingstwochenende beenden, würde der danach folgende letzte Spieltag zur Herkulesaufgabe für die Elf von Denis Schwager werden. Dann gastiert Kirchardt nämlich in Gartenstadt und bräuchte womöglich einen Auswärtssieg mit mehreren Toren Differenz, um doch noch auf den Relegationsrang zu klettern. Türkspor Eppingen besitzt noch die Minimalchance die Rote Laterne abzugeben. Dafür müssten aus den beiden verbleibenden Spieltage aber sechs Punkte her und Schwetzingen müsste zweimal verlieren. Am Samstag gegen den FC Türkspor Mannheim steigt für die Eppinger das vorerst letzte Landesliga-Heimspiel.
Bei aller möglicher Theorie macht Denis Schwager schon jetzt einen Haken hinter die Saison. "Nach der Niederlage in Viernheim ist uns klar, dass es zurück in die Kreisliga gehen wird", sagt der SG-Coach. Das 3:5 nach 3:2-Führung war für ihn, "ein Spiegelbild des Saisonverlaufs. Wir haben aber gesehen, dass es nicht an der Qualität scheiterte."
Das große Manko war die viel zu dünne Personaldecke, in Viernheim kam zu allem Überfluss der zehnte Platzverweis der laufenden Saison hinzu. Das bedeutet in der Fairnesstabelle mit Abstand den letzten Platz. Schwager zählt auf: "Wenn du in den letzten zehn Partien immer nur zwölf Spieler im Schnitt zur Verfügung hast, reicht es eben nicht." Dazu kamen die über die Wintermonate bescheidenen Platzverhältnisse in Kirchardt, die vor allem in der Wintervorbereitung ein nicht auszugleichender Nachteil zu den anderen 17 Landesligisten waren. Jeder dieser anderen Klubs konnte nämlich auf Kunstrasen trainieren.
Wenn der höchstwahrscheinliche Fall des Abstiegs eintritt, soll es in der Kreisliga wieder ans obere Tabellenende gehen. "Ich hoffe, dass der Kader soweit zusammenbleibt und wir uns breiter aufstellen, um auf Ausfälle besser reagieren zu können", sagt Schwager und macht klar, "die Intension der Jungs und mir ist ganz klar – wir wollen in der Kreisliga oben mitspielen."
Aber vielleicht kommt es ja doch noch zum Endspiel in Gartenstadt. Vorher läuft es jedoch darauf hinaus, dass ein extrem dünner Kader am Samstag Eppelheim empfängt. Neben vielen Verletzten kommen einige Urlauber hinzu.
Mehmet Öztürks Wunsch von vor drei Wochen scheint in Erfüllung zu gehen. "Wir wollen uns bestmöglich verkaufen und nicht mehr abschießen lassen", sagte Türkspor Eppingens Trainer nach der 0:9-Schlappe gegen seine ehemalige Mannschaft VfR Mannheim II am 26. April.
Darauf folgten achtbare Ergebnisse wie die unglückliche 0:1-Niederlage beim TSV Amicitia Viernheim, das 2:4 gegen den ASV Eppelheim und vor Wochenfrist ein 2:2-Remis beim VfB Gartenstadt. Eben jenes Unentschieden könnte Richtung Saisonfinale den Kreiskollegen ein Kirchardt noch sehr nützlich werden.
Nun kommt Türkspor Mannheim in die Fachwerkstadt und im letzten Landesliga-Heimspiel für mindestens ein Jahr wird der Sinsheimer Kreisliga-Meister von 2025 hochmotiviert sein, um sich einen Dreier zu holen.