
Für Rot-Weiss Essen hat der Triumph im Niederrheinpokal mittlerweile schon etwas wie Tradition, zehn Mal gewann RWE den Landespokal seit der Jahrtausendwende. Dem MSV Duisburg war dies seitdem nur zwei Mal vergönnt, der letzte Titel entfällt mittlerweile auch schon auf die Saison 2016/17. Die Zebras entschieden die Partie im Essener Stadion an der Hafenstraße mit 2:0 zu ihren Gunsten und feierten nach dem Meistertitel in der 3. Liga auch noch das Double. Welche Gesichter sorgten damals für den letzten großen Wurf im Landespokal? Ein Blick in die Vergangenheit.
Der heute wohl prominenteste Name stand zwischen den Pfosten für den MSV. Nach seiner zweijährigen Zeit in Duisburg brach Mark Flekken Richtung Bundesliga auf. Für den SC Freiburg schaffte es der 31-Jährige schließlich auch in die Niederländische Nationalmannschaft, wo er auf insgesamt acht Einsätze im Nationaldress kommt. Seit mittlerweile zwei Jahren hütet Flekken den Kasten von Premier-League-Klub FC Brentford. Im Pokalfinale gegen RWE war Flekken nur selten gefordert, musste einmal bei einem Abschluss von Marcel Platzek wesentlich eingreifen und beendete die Partie schließlich mit einer weißen Weste.

Neben Flekken landete nur noch Fabian Schnellhardt nach seiner Zeit in Duisburg im deutschen Fußball-Oberhaus. Mit dem SV Darmstadt gelang ihm der Aufstieg, in der vergangenen Saison trat er schließlich zehn Mal in der Bundesliga auf. Mit der laufenden Saison machte ein paar Schritte zurück und läuft für den 1. SC Heiligenstadt in der Verbandsliga Thüringen auf. Im Pokalfinale legte er Simon Brandstetter den Führungstreffer auf.
Brandstetter selbst blühte nach seinem Abgang aus Duisburg besonders in der Zweitvertretung des FSV Mainz 05 II in der Regionalliga Südwest auf, verzeichnete dort in seinen ersten beiden Jahren 30 Treffer. Der mittlerweile 35-Jährige stellt in der laufenden Saison auch weiterhin seine Spürnase unter Beweis und kommt in 19 Einsätzen für den Württembergischen Verbandsligisten TSV Oberensingen auf 14 Treffer. Dazu geht er auch in seine zweite Spielzeit in der Icon League für die Mannschaft "The Pack".
Der Torschütze zum 2:0 ist inzwischen nicht mehr aktiv auf dem Rasen. Kevin Wolze brachte die Duisburger mit einem direkt verwandelten Freistoß endgültig auf die Siegerstraße. Den MSV begleitete er daraufhin noch zwei weitere Jahre in der 2. Bundesliga, ehe es ihn zum VfL Osnabrück zog. Die letzte Saison seiner Spielerkarriere bestritt er 2012/22 in der Regionalliga West für den SV Straelen, wo er daraufhin auch in der sportlichen Leitung stand. Heute tritt Wolze in erster Linie über die Fußballschule in die Öffentlichkeit, die er mit Ex-Nationaltrainerin - und gleichzeitig seiner Schwiegermutter - Martina Voss-Tecklenburg gründete. Zur kommenden Spielzeit wird er Cheftrainer von Bezirksliga-Aufsteiger Viktoria Goch.
Ein Großteil der übrigen Spieler beendete in der Zwischenzeit die Karriere. Unter den noch Aktiven tummelt sich vor allem Mael Corbuz, der als Stammspieler für Arminia Bielefeld die Meisterschaft in der 3. Liga feierte. Ahmet Engin wechselte wieder in die Türkei, ist dort für den Erstligisten Igdir FK im Einsatz. Andreas Wiegel trat in der laufenden Saison sogar als Kontrahent des MSV auf und kommt auf 12 Einsätze für die Sportfreunde Lotte. Tugrul Erat ist dem Niederrhein erhalten geblieben, er kommt primär für die A-Liga-Mannschaft des SC Union Nettetal zum Einsatz, Mohamed Cisse spielt wiederum in der Oberliga für den ETB SW Essen.
Mark Flekken: FC Brentford
Mael Corboz: Arminia Bielefeld
Tugrul Erat: SC Union Nettetal
Fabian Schnellhardt: 1. SC Heiligenstadt (Thüringen, Verbandsliga)
Andreas Wiegel: SF Lotte
Simon Brandstetter: TSV Oberensingen (Württemberg, Verbandsliga)
Ahmet Engin: Igdir FK (Türkei, 1. Liga)
Daniel Zeaiter: FC Eddersheim (Hessenliga)
Fabio Leutenecker: TSV Gilching-Argelsried (Oberbayern, Bezirksliga)
Mohamed Cisse: ETB SW Essen
Lukas Daschner: FC St. Gallen (Schweiz, 1. Liga)
Rot-Weiss Essen – MSV Duisburg 0:2
Rot-Weiss Essen: Robin Heller, Kevin Grund (65. Kamil Bednarski), Philipp Zeiger, Gino Windmüller, Timo Becker (65. Kasim Rabihic), Dennis Malura, Jan-Steffen Meier, Benjamin Baier, Tolga Cokkosan, Timo Brauer (90. Boris Tomiak), Marcel Platzek - Trainer: Sven Demandt - Trainer: Carsten Wolters
MSV Duisburg: Mark Flekken, Kevin Wolze, Enis Hajri, Dustin Bomheuer, Ahmet Engin, Andreas Wiegel, Tugrul Erat, Fabian Schnellhardt (85. Kingsley Onuegbu), Mael Corboz, Stanislav Iljutcenko (94. Branimir Bajic), Simon Brandstetter (75. Zlatko Janjic) - Trainer: Daniel Felgenhauer - Trainer: Ilia Gruev
Schiedsrichter: Sven Heinrichs (Mönchengladbach) - Zuschauer: 17000
Tore: 0:1 Simon Brandstetter (32.), 0:2 Kevin Wolze (57.)
