
Eine ganze Reihe Kammerber Akteure gehen zum ASV. Neben Trainer Matthias Koston zieht es Schneider, Aust, Demmel, Oko und Kiermeier zum Nachbarn.
Dachau/Kammerberg – Eine große Überraschung war es nicht, dass im Sommer mehrere Spieler den Weg, von der SpVgg Kammerberg zum ASV Dachau wählen würden. Für Kammerberg sind die Abgänge allerdings ein herber Verlust. Böses Blut fließt zwischen den beiden Klubs dennoch nicht.
„Unser Verhältnis ist weiterhin gut. Und wir müssen akzeptieren, dass der ASV eine andere Strahlkraft hat als wir”, sagt Klaus Kollmair, der Teammanager der Spielvereinigung. Neben Trainer Matthias Koston haben die Kammerberger gleich fünf Spieler an die Stadtwälder verloren. „Dass ein paar Spieler mit Matze zum ASV gehen würden, war klar. Das lief allerdings alles sauber ab”, so Teammanager Kollmair weiter, auch wenn die Abgänge von Torhüter Martin Schneider, den Verteidigern Stefan Aust und Luca Demmel, von Allrounder Justin Oko und nun auch noch Niklas Kiermeier schmerzen.
Kiermeier ist die etablierteste Kraft. Er hat in den vergangenen Jahren bewiesen, dass er in Topform Spiele entscheiden kann. „Er hat aber kommuniziert, dass er wegen seines anstehenden Staatsexamens mit dem Fußball vorerst kürzertritt”, sagt Kollmair. Der Abgang ist daher verschmerzbar. Der ASV und Koston freuen sich dennoch: „Ich habe Nikki ja damals nach Kammerberg gelotst. Ich weiß, dass er viel lernen muss. Trotzdem hoffe ich, dass er uns helfen kann”, so Koston.
Auch an den Transfers von Schneider, Aust, Demmel und Oko nach Kammerberg hatte Koston seine Aktien. Nicht verwunderlich also, dass das Quartett dem Trainer folgt. Für die Dachauer können die Transfers der Kammerberger Akteure ein Glücksfall werden. „Wir wollen – und müssen – den Kader verjüngen”, sagt Matthias Koston. Seine Neuzugänge sind zwar ein Jahr älter als bei ihren Wechseln nach Kammerberg, doch ein Jahr später haben sie ihre Bezirksliga-Qualität unter Beweis gestellt. Der ASV Dachau bekommt also Spieler, die ihm sofort weiterhelfen können.
Ein Trost für die Kammerberger: Mit Christof Pihale schlägt immerhin ein Spieler die andere Richtung ein. Der 24-jährige Mittelfeldspieler bestritt in der vergangenen Saison immerhin 20 Einsätze für den ASV, bei knapp drei Vierteln davon kam er allerdings von der Bank. Kollmair versichert allerdings, dass die Kammerberger auch in der kommenden Spielzeit eine gute Mannschaft auf den Platz schicken werden. „Wir haben noch ein paar Spieler an der Angel und werden mit einem 22-Mann-Kader in die Saison gehen”, ist der SpVgg-Manager optimistisch.
Den Trainingsauftakt haben beide Klubs bereits hinter sich. Die Kammerberger galoppierten unter ihrem neuen Trainer Victor Medeleanu am Dienstag auf, der ASV Dachau startete bereits am vergangenen Freitag. Auch ihren ersten Test haben die Dachauer hinter sich: Beim Landesligisten FSV Pfaffenhofen kamen vier der Neuzugänge zum Einsatz. Nur Demmel fehlte. Auf ihre Tor㈠premiere in dieser Vorbereitung müssen die Neuen aber noch warten. Den einzigen Treffer bei der 1:3-Niederlage erzielte Leon Schleich – und damit einer der gestandenen Spieler. Die Kammerberger absolvieren ihren ersten Test für die anstehende Saison am heutigen Freitag, 21. Juni, zu Hause gegen den SC Olching. Anpfiff ist um 19 Uhr. (Thomas Zimmerly)