2026-06-11T13:43:19.051Z

Spielvorbericht

Das letzte Kapitel einer Ära - gibt es die Krönung zum Abschied?

Die Ausgangslage ist klar: Gewinnt der SV Empor Walschleben am letzten Spieltag der Landesklasse 2 beim SV Grün-Weiß Siemerode, ist die Meisterschaft perfekt. Auch ein Remis könnte bereits reichen.

von Christopher Plischka · Heute, 17:00 Uhr · 0 Leser
Ein letzter Schritt ist noch zu gehen bis beim SV Walschleben womöglich der große Jubel ausbricht.
Ein letzter Schritt ist noch zu gehen bis beim SV Walschleben womöglich der große Jubel ausbricht. – Foto: Marcel Bube

Doch die Reise zum möglichen Titel führt mit Siemerode ausgerechnet zu einer Mannschaft, die sich zuletzt in starker Verfassung präsentierte und dem Spitzenreiter noch einmal alles abverlangen wird.

Dass die Entscheidung überhaupt bis zum Saisonfinale offen blieb, lag auch am vergangenen Wochenende. Walschleben ließ beim Unentschieden gegen Großengottern zwei Punkte liegen, doch weil Verfolger SDH gegen Schlusslicht Arenshausen ebenfalls nicht voll punkten konnte, blieb die große Vorentscheidung aus. Statt Enttäuschung über verpasste Chancen überwiegt beim Tabellenführer inzwischen die Vorfreude auf das Finale.

„Voller Vorfreude und positiver Aufgeregtheit sehen wir dem Finale der Saison entgegen“, sagt Walschlebens Trainer Steffen Ehrich. Natürlich sei die Enttäuschung unmittelbar nach dem vergangenen Spieltag spürbar gewesen, „aber es war ja von vornherein irgendwie klar, dass sich alles in Siemerode und Großengottern abspielen wird.“

Die Mannschaft habe das schnell verarbeitet und richtet den Fokus ausschließlich auf die eigene Aufgabe. „Das Kribbeln ist zu spüren und wir freuen uns darauf, der tollen Saison das Krönchen aufzusetzen. Zum Glück haben wir alles selbst in den Händen und wollen den Blick nach Großengottern gar nicht erst richten müssen“, so Ehrich.

Die Gastgeber dürften allerdings etwas dagegen haben. Siemerode hat in den vergangenen Wochen mehrfach unter Beweis gestellt, warum die Mannschaft zu den stärksten Teams der Rückrunde zählt. Auf eigenem Platz wollen die Grün-Weißen dem Favoriten die Meisterfeier verderben und sich mit einer starken Leistung aus der Saison verabschieden. Am Ende könnte Walschleben jedoch auch ein Unentschieden zur Meisterschaft reichen, solange Sondershausen in Großengottern nicht die 5 Tore schlechtere Tordifferenz wett macht.

– Foto: Marcel Bube

Für Walschleben geht es aber im Saisonfinale nicht nur um den möglichen Titelgewinn. Das Spiel markiert zugleich das Ende einer Ära an der Seitenlinie. Nach sechseinhalb Jahren wird Steffen Ehrich sein Traineramt nach Saisonende abgeben. Unter seiner Führung entwickelte sich Empor von einem Team, das zunächst um den Klassenerhalt kämpfte, zu einer festen Größe in der Spitzengruppe der Landesklasse. Der 58-Jährige bleibt dem Verein zwar erhalten und wird künftig im Nachwuchsbereich tätig sein, sein letztes Spiel als Cheftrainer könnte jedoch kaum bedeutender sein.

Die Voraussetzungen für ein denkwürdiges Saisonfinale könnten kaum größer sein. Auf der einen Seite die Chance auf die Meisterschaft, auf der anderen das letzte Spiel von Trainer Steffen Ehrich an der Seitenlinie. Nach sechseinhalb Jahren gemeinsamer Entwicklung bietet sich der Mannschaft die Gelegenheit, ihrem Coach ein ganz besonderes Abschiedsgeschenk zu machen. Doch bevor gefeiert werden kann, wartet mit dem SV Grün-Weiß Siemerode ein Gegner, der dem Favoriten alles abverlangen wird. Gelingt es Walschleben, diese letzte Prüfung zu bestehen, könnte am Ende nicht nur eine Meisterschaft stehen, sondern auch ein Abschied, wie ihn sich Spieler, Trainer und Verein wohl kaum schöner hätten vorstellen können.