
Es ist ein kleines Spitzenspiel, das der FVS Sulzfeld am Samstag beim TSV Steinsfurt bestreitet. Laut Mario Bilger ist die Voraussetzung aber mit Vorsicht zu genießen. "Von unseren bisherigen Gegner war bislang noch keiner von ganz oben dabei", sagt der Sulzfelder Trainer.
Bislang ging es gegen die letzten vier Klubs der Liga sowie gegen den Sechsten und den Achten. Was den 37-Jährigen positiv stimmt, ist die Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor: "Tore machen wir und das war letztes Jahr noch unser Problem." Viel mehr drückt der Schuh in der Defensive, 16 Gegentore sind vor allem angesichts der bisherigen Gegner viel zu viel. Bilger bemängelt immer wiederkehrende Konzentrationsschwächen seiner Schützlinge: "Wir müssen dringend unsere individuellen Fehler abstellen."
Da kommt das Gastspiel bei der stärksten Offensive der Liga eher ungelegen. Steinsfurt macht in der A-Klasse nämlich dort weiter, wo sie in der B-Klasse aufgehört haben. Sie treffen in schöner Regelmäßigkeit, über drei Tore im Schnitt pro Partie sind herausragend. "Daheim sind sie richtig stark und dann haben sie noch ein Fest, was sie vielleicht besonders motiviert", mutmaßt Bilger.
Der FVS-Coach weiß, wovon er spricht. Vor Wochenfrist schlug seine Mannschaft den SV Adelshofen im eigenen Kerwespiel mit 6:2 und durfte im Anschluss ausgelassen feiern. Nun steht für die Steinsfurter ihr Oktoberfest vor der Tür und aus diesem Grund haben die Sulzfelder zugesagt, die Partie auf Samstag vorzuverlegen. Es ist gleichzeitig der Auftakt in eine Englische Woche. Nächsten Donnerstag gastiert Sulzfeld in Ehrstädt gegen den SV Babstadt, der seinen Heimspielort aufgrund der ungewissen Flutlichtsituation zuhause verlegt hat. Sonntags drauf steigt gegen die SG Stebbach/Richen ein Derby.
Dass es in naher Zukunft häufiger gegen besser platzierte Teams geht, ist für Bilger aber alles andere als ein Nachteil. Er erläutert: "Wir haben letztes Jahr häufiger gegen Mannschaften vom Tabellenende Punkte liegenlassen."
Was seinen und Patric Gutknechts Kader betrifft, wünscht er sich, dass bald mehr Spieler zur Verfügung stehen und dafür schaut es ganz gut aus. Silas Muth und Chris Pfefferle sind nach ihren Kreuzbandrissen beinahe schon wieder für Einsätze in der Ersten bereit. Julian Maiwald und Ioannis Pallikaris fehlen ebenfalls noch verletzt und im Januar kehrt Torhüter Tobias Pfefferle nach seinem dreivierteljährigen Auslandsaufenthalt zurück. Bilger sagt: "Die anderen machen es trotzdem gut, nur dann haben wir wieder mehr Optionen und es kann sich keiner sicher sein sonntags zu spielen. Das führt gleichzeitig zu mehr Spannung im Training." Konkurrenz belebt eben das Geschäft und wenn der Kader mal vollzählig wäre, ist sich der Trainer sicher: "Dann können wir ganz oben mitspielen."
Bislang musste die eigne Viererkette aber in jedem Spiel neu zusammengestellt werden und außerdem ist für Bilger die Liga in ihrer Ausgeglichenheit überhaupt nicht richtig einzuschätzen. Er schmunzelt: "Ergebnisse vorherzusagen ist wie Lotto spielen."