
Trotz einer 1:2-Niederlage beim TSV Schwabmünchen konnte der TuS dank eines Vier-Tore-Vorsprungs aus dem ersten Relegationsduell den größten Erfolg der Vereinsgeschichte perfekt machen.
Sie hätten früh endgültig jeden Zweifel beseitigen können. Aber die Fußballer des TuS Geretsried, die mit einem 4:0-Vorsprung zum zweiten Relegationsspiel beim TSV Schwabmünchen gereist waren, machten es spannend. Erst in der 81. Minute zerstörte der eingewechselte Fabio Pech mit dem Anschlusstreffer zum 1:2 alle Hoffnungen der Gastgeber und sorgte für Riesenjubel bei seinem Team und den mitgereisten Fans. „Es war heute schwer, das Spiel zu machen, wo das Ziel schon zum Greifen nah war“, erklärte später Coach Daniel Dittmann, der intensiver als gewöhnlich rufend und gestikulierend an der Seitenlinie coachte.
Dabei boten sich seinen Akteuren auf dem Platz genügend Gelegenheiten das Nervenkostüm ihres Trainers zu schonen. In der siebten Minute hatte Srdan Ivkovic mit einem Distanzschuss Pech, als der bis an die Strafraumlinie aufgerückte TSV-Torhüter Fabio Zeche den Ball im Zurücklaufen gerade noch über die Latte wischen konnte. Zwei Minuten später bewies er bei einem Flachschuss von Belmin Idrizovic erneut seine Klasse; ebenso in der 18. Minute, als Daniel Krebs aus vollem Lauf abzog und Zeche gerade noch die Fußspitze an den Ball bekam. Auf der Gegenseite fehlte es den Versuchen von Tim Uhde (10.), Torjäger Maik Uhde (14.), Manuel Schmid (21.) und Matteo Di Maggio (32.) an Präzision, um Torhüter Cedomir Radic in Verlegenheit zu bringen.

Das besorgte in der 34. Minute Luca Boyer: Dem Schwabmünchner rutschte der Ball beim Schuss von der Mittellinie so glücklich über den Spann, dass der weit aufgerückte TuS-Keeper beim Klärungsversuch einen Bruchteil zu spät kam. Den Ausgleich verpasste wenig später Ivkovic, der Zeche freistehend aus zehn Metern nicht überwinden konnte. Als zehn Minuten nach dem Seitenwechsel TSV-Kapitän Uhde mir einem verwandelten Foulelfmeter den Geretsrieder Gesamt-Vorsprung auf zwei Tore schrumpfen ließ, war das Doping für Mut und Hoffnung der Gastgeber. Umso mehr, als wenig später nur der Innenpfosten verhinderte, dass sich die Siegmund Arena für die letzte halbe Stunde vollends in ein Tollhaus verwandelte.

Das war aus Sicht von Daniel Dittmann „der Knackpunkt, danach haben wir uns wieder etwas befreien können.“ Und der Coach hatte einmal mehr ein glückliches Händchen, als er wenig später Fabio Pech ins Spiel brachte. Der „Joker“ stach wieder: In der 81. Minute passte Ivkovic im Fünfmeterraum quer auf Pech, der freistehend am hinteren Pfosten cool blieb und mit dem linken Fuß auf 1:2 verkürzte. Sekunden später versank der „Matchwinner“ unter einer Traube von Mitspielern. „Das ist unglaublich, nachdem wir in den letzten Jahren immer gefühlt lange gegen den Abstieg gespielt haben“, freute sich Pech. „Alles in allem ist das verdient“, jubelte Aufstiegstrainer Dittmann über „das Emotionalste, was ich in meinem Leben bisher erleben durfte“.