
Volkan Cetinkaya und Dominik Bauer, Trainer des Heidelberger Kreisligisten SG Dielheim (Erste) und B-Ligisten (Zweite), machen den FuPa Baden Sommercheck.
1) Wie fällt euer Fazit zur vergangenen Saison aus?
Erste: Leider mussten wir in die Kreisliga absteigen. In der Rückrunde haben wir leider zu wenig Punkte geholt. Jedoch waren wir als Trainerteam zufrieden mit unseren Auftritten. Die Mannschaft hat mutig nach vorne gespielt, jedoch konnten sich die Jungs einfach nicht belohnen. Die Fehler wurden von den Gegnern gnadenlos bestraft. Aber das ist nun einmal die Landesliga.
Zweite: Mit dem Aufstieg haben wir unser Saisonziel erreicht. Mit gerade einmal zwei Niederlagen und zwei Unentschieden treten wir kommende Saison hochverdient in der B-Klasse an.
2) Was sind eure Ziele für 2024/25?
Erste: Ziel ist es oben mitzuspielen und weiterhin unsere junge Mannschaft im technisch taktischen Bereich weiter zu entwickeln!
Zweite: Ganz klar zählt für uns nur der Klassenerhalt! Durch einige Abgänge, vorrangig Jungs die den Weg in die AH gehen, werden wir alle Kräfte mobilisieren müssen, um in der neuen Klasse zu bestehen. Auch werden wir unseren Spielstil anpassen müssen und das Augenmerk vermehrt auf die Defensive legen.
3) Wer wird eurer Meinung nach Meister und warum?
Erste: Die Kreisliga wird diese Runde sehr ausgeglichen sein. Daher kann ich nicht sagen, wer es am Ende sein wird. Es gibt Vereine wie VfB Leimen, FC Dossenheim und VfB Rauenberg, die den Aufstieg als Ziel festgelegt haben. FT Kirchheim und der Heidelberger SC haben auch eine gute Mannschaft beisammen, jedoch müssen die uns erstmal schlagen.
Zweite: Der VfR Walldorf.
4) Die Heim-EM läuft zum Zeitpunkt dieser Umfrage noch. Wie habt ihr bislang die Stimmung in Deutschland und auch bei euch im Verein wahrgenommen?
Erste: Die Stimmung ist klasse! Vielleicht nicht so wie bei der WM 2006, dennoch sehr positiv. Die Spiele wurden auch bei uns im Klubhaus übertragen. Bei Spielen der deutschen Nationalmannschaft war die Hütte voll!
Zweite: Die Stimmung war passend zum Spiel der deutschen Nationalmannschaft überragend. Trotz des Ausscheidens im Viertelfinale bin ich vom Weg der Mannschaft zu 100 Prozent überzeugt und ärgere mich heute noch über das unverdiente Ausscheiden.
5) Was im Jugendbereich seit vielen Jahren gegeben ist, erreicht zunehmend den Erwachsenenbereich – es gibt immer mehr Spielgemeinschaften. Wie nehmt ihr diese Entwicklung wahr? Was können wir alle tun, um dem Amateurfußball neues Leben einzuhauchen?
Erste: Auf diese Entwicklung versuche ich seit Jahren hinzuweisen. Natürlich ist es super Vereine wie Hoffenheim Sandhausen, Walldorf und Waldhof in unserer Umgebung zu haben. Jedoch muss ein Beschluss her. Es sollten in der Jugend höchstens eine Mannschaft pro Jahrgang geben, oder wie früher eine C1 und C2.
Auch die Eltern müssen einbezogen werden. Nur weil das eigene Kind unbedingt bei einem Verein spielen soll, wird es hingebracht. Die Kids spielen dann teilweise in der 3. oder 4. Mannschaft des jeweiligen Vereins und werden irgendwann aussortiert. Diese Kids verlieren die Lust am Fußball und hören auf und fehlen am Ende den Vereinen. Lasst die Kinder in ihren Vereinen spielen und Spaß haben. Wer sehr gut ist, wird so oder so entdeckt!
Zweite: Der Grund liegt mMn ganz klar an dem Überangebot von Freizeitmöglichkeiten/Sportarten. Kamen vor 10-15 Jahren noch 7-8 Spieler aus der Jugend in den Herrenbereich, kann man heute froh sein, wenn es noch zwei sind. Und genau hier liegt die Ursache für zunehmende Spielgemeinschaften. Es ist kein Sonderfall mehr, dass Jungs mit über 40 noch spielen müssen, da die Vereine aus dem Jugendbereich nichts mehr nachschieben können. Der Amateurfußball hat mMn ganz klar die Aufgabe, diesen wunderschönen Sport wieder attraktiver an die Kinder/Jugendlichen zu kommunizieren. Vielleicht hat man dies die letzten 10-15 Jahre zu sehr vernachlässigt. Die Folgen sind dann die Spielgemeinschaften, die wiederum zu kleineren Staffeln und weniger Derbys führen.
Lange Rede kurzer Sinn: die Basis ist die Jugendarbeit, hier gilt es für jeden Verein anzusetzen und unseren Sport einfach wieder attraktiver zu machen. Ziel muss es sein, sich von anderen Aktivitäten abzuheben, nicht dass wir in zehn Jahren mit acht Mannschaften eine Saison spielen müssen. Möglichkeiten sehe ich hier genug, würde jetzt aber tatsächlich den Rahmen sprengen.