Norman Post entwickelte sich in der Hinrunde zum Leistungsträger.
Norman Post entwickelte sich in der Hinrunde zum Leistungsträger. – Foto: Boris Hempel

Das Hinrundenzeugnis für Wegberg-Beecks Mittelfeldspieler

Mittelrheinliga: Zwei Routiniers sind weiterhin feste Größen: Kapitän Maurice Passage und Sechser Sebastian Wilms. Und mit Norman Post schaffte ein drittes Beecker Urgestein nun den Sprung vom Stamm- zum Topspieler.

Nach den Torhütern und Akteuren der Dreierkette erhalten nun Beecks Mittelfeldspieler ihre Halbjahreszeugnisse – also die Sechser, Achter und Außenbahnspieler.

Maurice Passage (zwölf Einsätze, zwei Assists): Der Kapitän, der stets entschlossen vorangeht, ist nach wie vor erste Wahl für die Besetzung der rechten Seite. Der 31-Jährige, seit 2012 beim FC, ist Beecks Motivator, Antreiber und Seele – und sowohl auf dem Platz als auch außerhalb ein absolutes Vorbild. Schwachpunkt ist und bleibt aber seine Verletzungsanfälligkeit. Ist „Mo“ aber richtig fit, führt an ihm weiterhin kein Weg vorbei.

Sebastian Wilms (elf Einsätze, fünf Assists): Da kann kommen, wer will, eines ist bei Beeck immer gleich: Die beste Besetzung für die Sechserposition ist seit vielen Jahren Routinier Sebastian Wilms. Der 30-Jährige, seit 2010 beim FC, agierte gewohnt zuverlässig und dominant. Dazu bereitete er gleich fünf Tore mit zumeist klasse Pässen in die Tiefe vor. Einziger Minuspunkt: sein dummer Platzverweis in Bergisch Gladbach, der ihn drei Spiele kostete. Spiel Nummer vier verpasste er wegen seiner Hochzeitsreise – und das war zum Hinrundenende ausgerechnet das Gipfeltreffen in Hennef. Beim dortigen 0:3 wurde „Sepp“ an allen Ecken und Enden schmerzlich vermisst.

Julio Torrens (zwölf Einsätze, zwei Tore): Der 19-Jährige, der im Sommer aus der A-Jugend des 1. FC Mönchengladbach nach Beeck kam, war eigentlich erst mal nur als Back-up für Justin Hoffmanns vorgesehen. Nach dessen frühzeitigem Kreuzbandriss nahm der Youngster aber bereits am dritten Spieltag die Position auf der Acht ein – und macht dies seitdem überraschend gut, wenngleich seine Leistungen fast zwangsläufig noch nicht konstant sind. „Julio bringt viel mit, hört auch auf die erfahrenen Spieler. Seine Entwicklung ist aber noch lange nicht abgeschlossen. Und ganz wichtig: Er muss gierig bleiben“, sagt sein Coach Mark Zeh.

Norman Post (15 Einsätze, ein Tor, sieben Assists): Der 27-Jährige, seit 2008 im Verein, spielte eine bärenstarke Hinrunde. Der frühere Kaderspieler, der danach zum Stammspieler wurde und bis heute der überhaupt einzige Beecker Akteur ist, der über den Umweg der zweiten Mannschaft so richtig den Sprung in die Erste packte, schwang sich nun mit nahezu konstant guten Leistungen zu einem Leistungsträger auf, bereitete über seine linke Seite sieben Tore direkt vor. „Norman hat definitiv die beste Halbserie gespielt, seitdem ich ihn unter meinen Fittichen habe“, lobt ihn auch Zeh. Ein Vorbild in puncto Einsatz, Bereitschaft und Vereinsidentifikation war Post zudem schon immer. Was jetzt noch dazukam: überwiegend sehr gefährlich getretene Ecken, aus denen einige Tore resultierten.

Aaron Allwicher (vier Einsätze, ein Assist): Weil ihm auf der rechten Außenbahn nicht nur Maurice Passage, sondern bei dessen Verhinderung auch noch Denis Schütte vorgezogen wurde, kam das Eigengewächs nur auf vier kürzere Einsätze. Dass er Beeck weiterhelfen kann, hatte der 23-Jährige, zudem Co-Trainer von Beecks U 17, aber bereits in der Regionalliga nachgewiesen. Dort kam er häufiger zum Einsatz.

Folajomi Orolade (sieben Einsätze): Startete speziell wegen seiner herausragenden Schnelligkeit vielversprechend in die Vorbereitung, doch an diese ersten sehr guten Eindrücke konnte der 22-Jährige, der im Sommer vom Ligarivalen VfL Vichttal gekommen war, fortan nicht mehr anknüpfen. „Wenn er in den Ligaspielen reinkam, hat er zumeist ein bisschen unglücklich gespielt. In der Rückrunde muss er eine Schippe drauflegen und seine Chance dann auch nutzen. Das nötige Tempo bringt er auf alle Fälle mit“, urteilt Zeh.

Adrijan Behrami (zehn Einsätze): Der Sommerzugang, der von Mittelrheinliga-Absteiger SV Breinig kam, hat es beim FC schwer, stand nur beim 1:3 in Siegburg einmal in der Startelf, verzeichnete ansonsten überwiegend Kurzeinsätze. Zeh sieht ihn in erster Linie als Konkurrent für Torrens auf der Acht. „Im Training gibt Adrijan aber immer Vollgas, und das schätze ich sehr an ihm – ebenso, dass er zuhört und annimmt, was man ihm sagt“, merkt der Coach über ihn an.

Justin Hoffmanns (zwei Einsätze, ein Tor): Vor der Saison hatte Zeh den 25-Jährigen von der Außenbahn auf die Acht beordert – Hoffmanns war also sowohl buchstäblich als auch im übertragenen Sinn für eine zentrale Rolle vorgesehen – und zwar als Lenker, ordnende Hand und Dampfmacher. Diese Rolle füllte er zunächst auch bestens aus. Doch im Abschlusstraining vor dem dritten Saisonspiel gegen Vichttal zog sich „Hoffe“ einen Kreuzbandriss zu. Die Saison dürfte für einer der besten Beecker Spieler, der auch abseits des Platzes beim FC richtig gut angekommen ist, damit sehr früh schon beendet sein. Ihn kann Beeck definitiv nicht adäquat ersetzen, sein Ausfall traf und trifft den FC daher ins Mark. Sein Fehlen machte sich nicht so sehr bei einer 3:0-Führung bemerkbar, umso brutaler aber bei den – inklusive Mittelrheinpokal – insgesamt fünf Niederlagen.

Daniel Pfaffenroth (sechs Einsätze, ein Tor): Der 20-Jährige, der im Sommer von Oberligist FSV Duisburg kam, ist auf der linken Seite der Back-up für Norman Post, fügte sich bei seinen sechs Kurzeinsätzen gut ein – und erzielte beim 4:0 in Hürth zur Krönung ein Tor.

Aufrufe: 025.1.2023, 08:00 Uhr
Mario EmondsAutor