
Jochen Seitz bleibt mit dem 1. FC Lokomotive Leipzig in der Erfolgsspur. Lok gewann am vergangenen Freitag auch das schwere Auswärtsspiel beim Halleschen FC vor 11.300 Zuschauern und konnte damit den Vorsprung an der Tabellenspitze auf den Tabellenzweiten Carl Zeiss Jena auf vier Zähler ausbauen. Die hitzige Partie in Halle wird Seitz auch aus einem anderen Grund nicht so schnell vergessen: Der 49-Jährige sah auf der Bank bereits seine vierte gelbe Karte in dieser Saison und ist deshalb für das Heimspiel am kommenden Sonntag gegen den BFC Dynamo gesperrt. Ein Novum in Seitz' Trainerlaufbahn: Eine Sperre musste er noch nie abbrummen...
So ganz nachvollziehen konnte er seine Verwarnung in Halle nicht. Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel sagte Seitz: "Wenn der NOFV einen vierten Offiziellen zum Spiel schickt, dann bitte auch jemanden, der empathisch ist. Weil natürlich ist das ein Spiel, wo Emotionen mit dabei sind, das gehört auch mit dazu. Und wenn man wegen jeder Kleinigkeit eine gelbe Karte bekommt, dann ist das absolut nicht nachzuvollziehen. Wir hatten den gleichen vierten Offiziellen auch in Jena, da hatten wir das gleiche Problem, und heute wieder. Ich glaube, unsere Bank hat drei oder vier gelbe Karten gesehen, das ist einfach nicht normal."
Ungewohnt auf alle Fälle für den gebürtigen Unterfranken, wenn er beim nächsten Match seines Teams nicht an der Seitenlinie stehen darf. Die Spielbesprechung gegen den BFC wird Seitz noch machen dürfen, bis zu 30 Minuten vorm Anpfiff darf er bei der Mannschaft sein, dann muss er den Innenraum verlassen. Wo er sich das Spiel dann anschauen wird, das weiß der ehemalige Bundesliga-Stürmer noch nicht so genau. Gegenüber der BILD-Zeitung sagte er: "Ich brauche natürlich meine Ruhe und will nicht unbedingt zwischen den Fans stehen."
Auf dem Weg zur Titelverteidigung wollen die Lokisten den nächsten Dreier einfahren. Das große Ziel lautet auch in dieser Saison Aufstieg. Aber: Der Meister der Regionalliga Nordost trifft am Saisonende in der höchst umstrittenen Relegation um den Aufstieg in die 3. Liga auf den Meister der Regionalliga Bayern. Würde es so bleiben wie Stand jetzt, träfe Lok Leipzig auf die SpVgg Unterhaching - und damit Seitz auf seinen Ex-Verein.
