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Vom Spielfeldrand

Das 1:1 der verpassten Momente

von P. M. · 15.09.2025, 08:13 Uhr · 0 Leser

Das 1:1 der verpassten Momente

Ein Spiel wie ein Dorfteich: viel Bewegung an der Oberfläche, aber am Ende bleibt das Wasser ruhig. Nach 90 Minuten trennten sich der SV Herbrum und die SG Wippingen 1:1, ein Ergebnis, das beide Seiten wohl noch eine Weile beschäftigen wird.

Schon nach drei Minuten klingelte es: Daniel Bohse vollendete für Wippingen eine schnelle Kombination ins Netz - 0:1, und die Gäste durften kurz vom großen Auswärtssieg träumen. Doch Herbrum schüttelte sich, schob ein paar Ecken ein, und in der 31. Minute war Alexander Kraft da. Ein bisschen Pingpong im Strafraum, dann jagte er den Ball mit links ins lange Eck. Ausgleich, und plötzlich war wieder alles offen.

Der Rest der Partie lebte mehr vom „fast“ als vom „fertig“. Luca Düttmann ballerte aus dem Rückraum links vorbei, Dominik Ahlers setzte seinen Solo-Abschluss ebenso daneben. Wippingen wirkte etwas druckvoller, Herbrum lauerte auf Konter, mal knapp, mal im Abseits. Kurz vor Schluss wurde es nochmal turbulent: Gelb-Rot für Eike Schwering in der Nachspielzeit, ein letzter Schub an Dramatik, ehe Lukas Kroemer im Liveticker den Abpfiff vermeldete.

Fazit: Beide Mannschaften hatten ihre Momente, beide hätten gewinnen können, am Ende passte das Remis aber wie das kühle Getränk nach dem Spiel.

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Fortuna hebt ab - Concordia schaut zu

Neun gegen neun, zwei Mal vierzig Minuten, Fortuna Park. Mehr braucht es offenbar nicht, damit Beesten II einen dieser Abende hinlegt, bei denen die Gäste aus Langen schon früh ahnen konnten: Das hier wird lang.

Bereits nach drei Minuten hob Christopher Hüsing den Kopf, stand mit Ball rund 60 Meter vor dem Tor und probierte das, was man sonst nur in Youtube-Compilations sieht: eine Bogenlampe über den Torwart. Sagenhaftes 1:0. Und so ging es weiter: Nach der Pause legte Lucas Becke das 2:0 nach, bevor erneut Hüsing nach einer kuriosen Abpraller-Flanke zum 3:0 erhöhte. Didi Börjes durfte später noch vom Punkt ran und traf gewohnt sicher. Den Schlusspunkt setzte Herhat Khalil, der nach unzähligen Versuchen endlich den Ball aus der zweiten Reihe im Netz versenkte, begleitet von erleichterten Kommentaren im Liveticker.

Zwischendrin wechselte Beesten munter durch, was den Rhythmus erstaunlicherweise nicht störte. „BF4 mit einer geilen Kombination mit Didi“, notierte Liveticker-Mann Andreas Becker zwischendurch, und man glaubt es ihm sofort: Dieser Samstag war einer der Sorte, in denen Fortuna Beesten II alles gelang.

Concordia Langen dagegen blieb brav im Text, fand kein Gegenmittel und durfte immerhin dabei sein, wie Beesten sich mit fünf Torschützen zum Kantersieg kombinierte. Am Ende: 5:0, klare Kiste, alle lächeln und im Fortuna Park ging das Licht aus.

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Heede gewinnt wildes Spiel gegen Dörpen

– Foto: Marius Wübbold

Wenn die Bratwurst nicht lädt, aber trotzdem schmeckt, dann ist Derby in Heede. Livetickerer Marius Wübbold hatte schon in der 59. Minute guten Grund, die nächste Grillrunde ins Spiel zu bringen, denn das, was sich auf dem Rasen abspielte, war mindestens so deftig wie auf dem Rost.

Dörpen legte los, als wolle man die Sache früh klarmachen: Meyering nach fünf Minuten, Niers nach einer Viertelstunde, Hanekamp nach 23 Minuten - 1:3 stand es da bereits. Heede? Wurde von Christoph Andrees zurück ins Spiel gehackt, im wahrsten Sinne. Der Anschlusstreffer per Hackentrick (18.) war das erste Lebenszeichen, danach hielt Lars Karhof kurz vor der Pause beim 2:3 den Puls hoch.

Nach dem Seitenwechsel kippte die Partie. Andrees legte noch zweimal nach, erst zum Ausgleich, dann per Elfmeter zur 4:3-Führung. Doch Dörpen war nicht abgeschüttelt: Klasen glich in der 75. Minute aus. Es war ein Spiel, das keine Atempause zuließ.

Und dann kam die Schlussphase, die selbst den Ticker ins Schwitzen brachte. Erst ein Treffer zum 5:4 (offiziell noch mit der Marke „Unbekannt“ versehen, aber vor Ort wohl klar: Leo Ahrens). Kurz darauf besorgte Micha Rindler den 6:4-Endstand. Heede nutzte jede Gelegenheit, und am Ende stand der erste Saisonsieg.

Der Kommentar im Liveticker brachte es auf den Punkt: „Das Spiel ist vorbei. Heede nutzt hier jede Gelegenheit und erzwingt den ersten Sieg der Saison.“ Klingt nüchtern, fühlt sich aber nach einem ziemlich wilden Freitagabend an, inklusive zwei Torfestivals, Grillgeruch und einer dritten Bratwurst, die vielleicht auch noch drin gewesen wäre.

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Schwefingen II lässt Tinnen stolpern und grüßt von oben

– Foto: SF Schwefingen II

Das Spitzenspiel in der 2. Kreisklasse Mitte hielt, was die Ansetzung versprach, zumindest für die Gastgeber. Schwefingen II gewann gegen den Tabellenführer aus Tinnen mit 4:1 und schob sich damit selbst auf Platz eins.

Der Abend begann unspektakulär, bis Kai Klaphecke in der 25. Minute den inneren Juninho entdeckte: direkter Freistoß von der Strafraumkante, langer Pfosten, drin. Tinnen brauchte bis zur Pause, um anzukommen und meldete sich nach Wiederanpfiff zurück. Lukas Diek traf nach Vorarbeit von Niklas Tangen (52.) und plötzlich war das Spiel wieder offen.

Doch Schwefingen blieb unaufgeregt. Erst verwandelte Sven Marien einen Handelfmeter sicher (66.), dann lief Hannes Köbbemann nach einem Steckpass allein auf Keeper Keller zu und machte das 3:1 (71.). Als später noch ein viertes Tor fiel, der Torschütze blieb im Liveticker ungenannt, war das Spitzenspiel entschieden.

Auffällig blieb an diesem Nachmittag auch Schiedsrichter Fischer, der mit Gelben Karten nicht geizte und immer wieder im Mittelpunkt stand. Tinnen ließ sich davon zu sehr ablenken und suchte Diskussionen statt Lösungen. Schwefingen dagegen spielte effizient, nutzte seine Chancen und durfte am Ende über den Spitzenplatz schmunzeln.

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Listrup II macht den Donnerstag zum Feiertag

Ein Donnerstagabend, Flutlicht, Kreisklasse-Charme und zwei Teams, die sich schon länger nicht mehr zum Kaffeekränzchen treffen. Holthausen-Biene III, Vorjahresvierter, aber aktuell Tabellenkeller, empfing Listrups Zweite. Von Anfang an war klar: Hier wird nicht lange gefackelt.

Nach 20 Minuten durfte Malte Puls zum ersten Mal den Kopf hinhalten. Flanke Hinterding, Kopfball Puls, 0:1. Der Ausgleich ließ aber nicht lange auf sich warten: auch Biene traf per Kopf, Fußball kann manchmal so simpel sein.

Danach hatte Listrup das Spiel im Griff, wartete geduldig auf die Momente, die Biene ihnen anbieten würde. Und die kamen. In Minute 70 roch Hannes Hinterding den langen Abschlag, umkurvte den Keeper und schob zur erneuten Führung ein. Fünf Minuten später legte er volley nach. 1:3. Der Jubel: groß. Die Effektivität: endlich da.

In der 84. Minute setzte Puls dann noch den Deckel drauf, zweiter Treffer, erster Doppelpack der Saison. 1:4, die Sache durch.

Was bleibt: eine erstaunlich erwachsene Vorstellung der Listruper Reserve. Defensiv stabil, offensiv ideenreich und mit dem wohltuenden Gefühl, dass ein Donnerstagabend auch mal schön enden kann.

Nächstes Kapitel: Spelle Venhaus V, kommenden Freitag um 19:30 Uhr. Mal sehen, ob die Serie hält.

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Landesliga-Derby in Spelle: Jungspunde gegen Routiniers

Archivbild vom Bezirkspokal 24/25
Archivbild vom Bezirkspokal 24/25 – Foto: Diebel

Keine 20 Kilometer trennen Spelle von Emsbüren und doch scheinen am Sonntag zwei ziemlich unterschiedliche Fußballwelten aufeinanderzuprallen. Auf Platz 4 des Getränke-Hoffmann-Stadions empfängt die SG Spelle-Varenrode den SV Concordia Emsbüren zum Landesliga-Spitzenspiel. Beide Teams haben bislang viermal gespielt, viermal gewonnen.

Die Gastgeberinnen bringen jede Menge Erfahrung mit, von Oberliga bis Bundesliga ist in den Lebensläufen einiges vertreten. Auf der anderen Seite tritt Concordia mit einer Truppe an, die in weiten Teilen aus der eigenen Jugend hochgerückt ist. Durchschnittsalter: 19. Man könnte sagen, Spelle hat die abgeklärte Bibliothek im Regal, Emsbüren eher frisch gedruckte Paperback-Ausgaben.

Sportlich passt das erstaunlich gut: Die Concordia-Mädels liefern bislang eine blitzsaubere Saison ab und wollen nun ausgerechnet dem Vizemeister der letzten Spielzeit ein Bein stellen. Keine leichte Aufgabe, aber man merkt: Die Lust, den Nachbarn ein bisschen zu ärgern, ist größer als die Ehrfurcht.

Anstoß ist am Sonntag bereits um 12 Uhr. Wer also nach der Brötchentüte noch etwas Bewegung braucht: Der Platz liegt gleich nebenan. Zuschauer-Support ist ausdrücklich erwünscht und bei einem Emsland-Derby eigentlich auch Pflicht.

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Starke Genesungswünsche für Ida Marx

– Foto: SV Heidekraut Andervenne

Der SV Heidekraut Andervenne wünscht ihrer Nr. 5, Ida Marx, alles Gute und eine schnelle Genesung. Sie musste sich erneut einer Kreuzband-Operation unterziehen. Die Mannschaften hoffen auf einen reibungslosen Heilungsverlauf und darauf, dass sie bald in die Reha starten kann. Alle freuen sich schon, sie wieder auf dem Trainingsplatz begrüßen zu dürfen.

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Sponsor des SC Blau-Weiß Papenburg III

– Foto: SC Blau-Weiß Papenburg

Am vergangenen Freitag war im Sportpark Papenburg schon vor dem Anpfiff Bewegung drin. Die dritte Mannschaft des SC Blau-Weiß Papenburg traf sich dort mit Philipp Cordes von der VGH Vertretung Niemann & Cordes, die dem Team einen Satz neuer Aufwärmshirts gestiftet hatte.

Gemeinsam stellte man sich zum Mannschaftsfoto auf, die frischen Shirts saßen, das Lächeln ebenso. Als kleines Dankeschön für die Unterstützung überreichten die Spieler anschließend einen Präsentkorb. Ein gelungener Moment, der zeigt: Auf und neben dem Platz läuft es im Teamgeist am besten.

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Endlich wieder ein Dreier: Bentheim siegt in Emslage

Nach 114 Tagen Flaute: Hat Bad Bentheim jetzt den Dosenöffner gefunden?
Nach 114 Tagen Flaute: Hat Bad Bentheim jetzt den Dosenöffner gefunden? – Foto: SV Bad Bentheim

114 Tage ohne Sieg, falls ich mich nicht verrechnet hat. Eine Zeitspanne, die sich für Fußballer schon mal wie mehrere Ewigkeiten anfühlen kann. Doch an diesem Sonntag platzte der Knoten: Der SV Bad Bentheim gewann auswärts beim VfL Emslage mit 3:2.

Dabei war es ein Spiel, das perfekt in die jüngste Leidensgeschichte gepasst hätte. Zunächst brachte Kepplin die Gäste nach 36 Minuten in Führung, ehe kurz vor der Pause und direkt danach Timo Lüken für Emslage zweimal zuschlug. Plötzlich stand es 2:1 und alles sah nach einem typischen Bentheimer Sonntag aus.

Aber diesmal lief das Drehbuch anders. Nur fünf Minuten nach dem Rückstand glich erneut Kepplin aus (55.). Und als sich beide Teams schon mit einem Punkt abzufinden schienen, kam die Nachspielzeit: Kues traf zum 3:2 (90.+2). Während Emslage noch mit einer Gelb-Roten Karte haderte, jubelten die Bentheimer ausgelassen.

Der Sieg hat Folgen in der Tabelle: Der SV Bad Bentheim übergibt die rote Laterne an den SV Veldhausen 07 und hat die Nichtabstiegsränge wieder zum Greifen nah.

So stand am Ende nicht Frust, sondern Erleichterung. Bentheim darf endlich wieder jubeln, und der erste Dreier seit Mai ist eingefahren. Keine große Geste, kein Spektakel, einfach nur drei Punkte, die sich fast schon wie ein kleiner Befreiungsschlag anfühlen.

Und auf dieses Jubelfoto hat die ganze Bezirksliga-Familie gewartet, wir alle haben bei Eurer Negativserie mitgelitten.