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Interview

Darum hört Trainer Patrick Wellbrock beim Kreisligisten TSV Bevern auf

Interview: Über seinen Entschluss, das Traineramt zum Saisonende niederzulegen.

von FuPa Rotenburg · 26.11.2025, 14:40 Uhr · 0 Leser
Patrick Wellbrock , Trainer des Kreisligisten TSV Bevern
Patrick Wellbrock , Trainer des Kreisligisten TSV Bevern – Foto: Thies Meyer

Patrick Wellbrock steht seit fast fünf Jahren als Trainer des TSV Bevern an der Seitenlinie. Gleich im ersten Jahr gelang ihm der Aufstieg in die Kreisliga Rotenburg, wo sich der TSV inzwischen etabliert hat. Nun hat Wellbrock angekündigt, sein Traineramt am Ende der Saison niederzulegen. Mit FuPa sprach er über die Hintergründe, seine Zeit danach und darüber, was er mit seinem Team in dieser Saison noch erreichen will.

Was waren die Gründe für deine Entscheidung, dein Amt nach dieser Saison niederzulegen?

Es gibt für die Entscheidung nicht die festen Gründe, die man da nennen kann. Ich glaube, dass fünf Jahre eine lange Zeit für einen Trainer und eine Mannschaft sind. Im Normalfall ist der Punkt für einen Abschied aus meiner Sicht meistens schon früher erreicht. Ich hatte in Bevern das Glück, dass es zwischen mir, der Mannschaft, aber auch dem Verein und dem Umfeld von Anfang an richtig gut gepasst hat.

Wir haben im ersten Jahr den Aufstieg in die Kreisliga geschafft und uns dort etabliert. Der Erfolg hat eine Euphorie und Zusammenhalt mit sich gebracht und davon konnten wir die letzten vier Jahre fast durchgehend profitieren. Das macht es natürlich einfacher und nun glaube ich einfach, dass eine Veränderung neue Anreize setzen kann. Hätten wir vielleicht noch den Schritt in die Bezirksliga geschafft, wäre der Verlauf wieder ein anderer gewesen und man hätte neue Anreize und Möglichkeiten geschaffen. Da muss man aber auch sagen, dass das eine Herausforderung gewesen wäre, die man auch nicht hätte planen können.

Letztendlich ist es jetzt einfach eine Entscheidung aus dem Gefühl heraus getroffen, die mir auch nicht leichtgefallen ist. Wir haben in der Zeit einiges bewegt und ich habe dann fünf Jahre alles für den Verein gegeben. Es war eine tolle Zeit in der ich viel investiert habe, wir viel erreicht haben und stolz auf das Erreichte sein können.

Wann hast Du für Dich persönlich gemerkt, dass der Zeitpunkt für einen Abschied gekommen ist?

Das war eher so ein Punkt, über den man immer mal wieder nachdenkt. Ich habe mir immer vorgenommen selbst den Punkt nicht zu verpassen. Nach meiner Zeit möchte ich an einem Sonntag nochmal nach Bevern fahren, guten Fußball gucken und ein paar tolle Menschen treffen, die ich in meiner Zeit dort kennengelernt habe.

Einige Leute werden denken, dass ich aufgrund der Ergebnisse aus der laufenden Saison aufhöre. Das ist allerdings überhaupt nicht der Fall. Ich bin nicht derjenige, der nun wegläuft, weil es mal nicht so läuft. Zurzeit läuft es natürlich nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben, aber es gibt bekannte Gründe, woran es liegt.

Im Nachgang könnte man natürlich sagen, ich hätte die Entscheidung schon vor der Saison getroffen, aber hinterher ist man immer schlauer. Den richtigen Zeitpunkt gibt es, wie bei vielen Entscheidungen im Leben, sowieso nicht. Ich werde nun alles daran setzten, dass wir uns aus dieser Situation befreien, möglichst schnell nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben und diese Saison auf einem akzeptablen Platz abschneiden.

Wie haben der Verein und die Mannschaft auf deine Entscheidung reagiert?

Wir sind im Verein, gerade mit den Fußballobleuten, immer in einem offenen Austausch gewesen und alle haben die Entscheidung bedauert, aber auch ein wenig damit gerechnet. In der Mannschaft war es ähnlich, da wir ein gutes Miteinander pflegen. Es werden sich mit so einer Entscheidung aber auch neue Möglichkeiten für den ein oder anderen Spieler öffnen.

Was kommt nach der Zeit als Trainer des TSV Bevern? Hast Du bereits einen neuen Verein bzw. bist Du offen für neue Herausforderungen?

Ich habe bisher keine große Planung angestellt. Ich könnte mir eine Pause vorstellen, um einfach mal mehr Zeit für andere Dinge im Leben zu haben. Da haben Partnerin, Familie und andere Dinge schon immer viel zurückstecken müssen. Seit letzten Winter bin ich auch für Werder bei Jugendcamps tätig und könnte mir auch vorstellen, dort mehr Zeit zu investieren, da ich dort flexibler bin und mir die Termine selbst aussuchen kann.

Welche Ziele möchtest Du in den kommenden Monaten unbedingt noch mit deiner Mannschaft erreichen?

Zur Rückrunde werden hoffentlich einige verletzte Spieler zurückkehren. Das Ziel sollte sein, dass wir schnellstmöglich nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben. Ein Platz im gesicherten Mittelfeld sollte schon der Anspruch sein, aber da müssen wir uns ordentlich steigern. Vielleicht schaffen wir noch ein Highlight und ziehen ins Pokalfinale nach Karlshöfen ein. Das wäre dann ein super Abschluss nach fünf tollen Jahren.

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