
Die Kräfteverhältnisse auf den Rängen des Franz-Kremer-Stadions waren eindeutig. Ein Großteil der 1340 Zuschauer, die sich am Karsamstag das Derby zwischen der U21 des 1. FC Köln und Fortunas Regionalliga-Fußballern anschauten, hielt es mit dem „Effzeh“ und feuerte diesen lautstark an. Grund zum Jubel gab es allerdings nicht für die Domstädter, die die vierte Niederlage in Folge kassierten. Ganz anders sah es bei den Düsseldorfer Anhängern aus, die zwar zahlenmäßig unterlegen waren, das Stadion mit einem 2:0-Derbysieg im Rücken verließen.
Das Fundament für den Erfolg bildete die stark agierende Defensive der „Zwoten“, die fast nichts anbrennen ließ. Das sorgte dafür, dass es die Kölner gerade in der ersten Hälfte oft vergeblich aus der Distanz versuchten. Wenn der Ball doch einmal gefährlich auf das Gehäuse der Düsseldorfer kam, war Torwart Milan Czako stets zur Stelle. Wenig verwunderlich, dass U23-Trainer Jens Langeneke nach dem Spiel besonders seine Defensivabteilung lobte. „Wir haben es sehr gut verteidigt. In der Box und auch vor dem Strafraum haben wir die Kölner gut gestört“, sagte der 49-Jährige. „Die Defensivleistung war insgesamt sehr, sehr gut.“
Obwohl es im ersten Durchgang lange Zeit auf eine torlose Hälfte hinauszulaufen schien, ging die „Zwote“ doch noch vor der Pause in Führung. Tom Barth kam in der eigenen Hälfte an den Ball, setzte zum Sprint über den halben Platz an und behielt vor dem Kölner Tor die Nerven. „Ich hatte eine solche Situation als Spieler nicht so häufig“, sagte Langeneke, ehemaliger Verteidiger, zur Schlüsselszene der Partie. „Aber da gehen einem in den Sekunden bis zum Abschluss natürlich viele Gedanken durch den Kopf. Dann geht es nur noch darum, den Ball am Torwart vorbei im Kasten unterzubringen. Das hat Tom super gemacht.“
Auch nach der Pause waren die im lilafarbenen Ausweichtrikot der Vorsaison spielenden Düsseldorfer vor allem nach Umschaltsituationen gefährlich. Aus einer solchen resultierte wenige Minuten vor Schluss auch der Strafstoß, den Deniz Bindemann zum zweiten Treffer verwandelte. „Offensiv haben wir unsere Nadelstiche gesetzt, genauso wie wir es uns vorgestellt haben“, bilanzierte der Trainer den Auftritt seiner Offensive, die sich auch ohne Profi-Unterstützung gut präsentierte.
Der Vorsprung auf Rang 16 – aller Voraussicht nach der erste Abstiegsplatz – beträgt nun acht Punkte. „So ein kleiner Befreiungsschlag tut uns natürlich gut“, erklärte Langeneke daher. „Wir haben jetzt noch sechs Spiele, in denen wir eine Menge Punkte holen können. Wenn wir das tun, müssen wir nicht nach unten schauen.“ Die nächste Chance dafür bietet sich am kommenden Samstag (14 Uhr, Paul-Janes-Stadion), wenn das Tabellenschlusslicht aus Wiedenbrück zu Gast in der Landeshauptstadt ist.