
Eigentlich noch in der U19 aktiv, avancierte Ben Resulbegovic bei seinem ersten Startelf-Einsatz im Herrenbereich direkt zum Matchwinner für die Zweitvertretung. Mit vier Treffern machte der 19-Jährige den vorzeitigen Ligaverbleib für Hürths Zweite perfekt. Im Interview mit uns beschreibt er das „besondere Gefühl“ seines Viererpacks, bewertet seine persönliche Saisonentwicklung und erklärt, wie er den Sprung in die erste Mannschaft schaffen möchte.
Vier Tore in einem Spiel kommen für die meisten Spieler nicht allzu oft vor. Wenn das dann auch noch beim persönlichen Startelf-Debüt im Herrenbereich gelingt, ist es eine ganz besondere Geschichte. Für Resulbegovic war es überhaupt erst der zweite Einsatz bei den Senioren. Entsprechend positiv fiel seine Gefühlslage nach dem Spiel aus: „Der Viererpack hat sich natürlich sehr gut angefühlt und war auf jeden Fall etwas ganz Besonderes für mich“, blickt er sichtlich zufrieden auf die 90 Minuten zurück. Selbst in seiner gesamten Jugendzeit war ihm ein solcher Erfolg – wenn überhaupt – nur in der frühen Phase der F- oder E-Jugend gelungen. Dass die Umstellung in den Seniorenbereich so gut funktionierte, dürfte alle in Hürth freuen. Für den Offensivspieler wäre sogar noch mehr möglich gewesen: „Besser wäre es nur gewesen, wenn ich fünf Tore geschossen hätte, aber mit vier kann ich mich auf jeden Fall glücklich schätzen.“ Durch den wichtigen Sieg fiel eine riesige Last von der Mannschaft ab. Die Stimmung in der Kabine nach dem Abpfiff war entsprechend ausgelassen, schließlich stand der Klassenerhalt nun fest.
Der Viererpack bei den Herren kommt indes nicht völlig aus dem Nichts. Bereits in der A-Jugend-Mittelrheinliga stellte Resulbegovic seine Qualitäten unter Beweis, als ihm dort erst kürzlich ein Dreierpack gelang. Eine einfache Erklärung für den aktuellen Lauf hat er dennoch nicht parat: „Ich habe keinen richtigen Grund für meine Form. Ich bin gerade einfach in Topform und kann es mir selber auch nicht erklären.“ Als wesentlichen Faktor sieht er neben dem Talent vor allem die Geduld und die Trainingsarbeit: „Wenn ich was sagen muss, dann ist es, dass man einfach weiter hart arbeiten muss, bis das Glück einen am Ende findet.“ Dabei verlief der Start in die laufende Spielzeit für den Nachwuchsstürmer alles andere als optimal. In der Hinrunde kam er kaum auf nennenswerte Spielminuten, was spürbar am Selbstvertrauen nagte. Erst mit dem Beginn der zweiten Saisonhälfte wendete sich das Blatt. „Zu Beginn war meine Saison nicht sehr erfolgreich, ich habe nicht viel gespielt und hatte kein großes Selbstvertrauen. In der Rückrunde wurde es auf jeden Fall besser, da ich mehr Minuten bekommen habe und dadurch wichtige Erfahrung und Vertrauen gewinnen konnte“, analysiert er die Trendwende sachlich.
Als Spielertyp charakterisiert sich Resulbegovic vor allem durch Fleiß und eine hohe Intensität im Spiel: „Ich bin auf jeden Fall sehr fleißig und laufbereit auf dem Platz. Außerdem bin ich immer für ein Tor gut und brauche nicht viele Chancen, um erfolgreich abzuschließen.“ Diese Effizienz im gegnerischen Strafraum half ihm maßgeblich bei der schnellen Akklimatisierung im Seniorenfußball. Hier macht er im Vergleich zur U19-Jugend vor allem strukturelle Unterschiede aus: „Der größte Unterschied für mich ist auf jeden Fall die Intensität, die körperliche Härte in den Zweikämpfen und das deutlich höhere Tempo.“ Für die nähere Zukunft hat das Hürter Eigengewächs bereits klare Pläne geschmiedet. Langfristig möchte er den Sprung in die erste Mannschaft schaffen, die aktuell in der Landesliga eine sehr gute Rolle spielt. Der Weg dorthin soll über Konstanz und Spielpraxis in der Bezirksliga führen: „Auf jeden Fall ist es mein Ziel, in die erste Mannschaft zu kommen. Dafür werde ich weiterhin hart an mir arbeiten und meine Spielminuten und Tore in der zweiten Mannschaft sammeln.“