2025-12-17T10:26:01.779Z

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– Foto: André Nückel

"Damit war so nicht zu rechnen"

Ganz oben in der Tabelle der 2. Kreisklasse Emsland Süd trohnt der TuS Lingen Ems.

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Ungeschlagen an der Spitze der 2. Kreisklasse Emsland Süd: Der TuS Lingen Ems erlebt eine bislang unerwartete Saison. Betreuer Markus Meer spricht über Vorbereitung, sportliche Entwicklung und die Perspektiven für die Rückrunde.

Früher Start in die Wintervorbereitung

Allzu lange hält die Winterpause beim TuS Lingen Ems nicht an. Bereits am 20. Januar startet die Mannschaft in die Vorbereitung auf die Rückrunde. „Die letzten Jahre haben gezeigt, unsere Jungs sind auch im Winter heiß, die darf man nicht zu lange warten lassen“, sagt Markus Meer. Der Auftakt ist dabei bewusst anders gestaltet: In der ersten Einheit gehe es vor allem um „Allgemeines, Taktik und Zielsetzung für die Rückrunde – also eher ein Training ohne Tasche“. Schon in derselben Woche folgt jedoch die Arbeit auf dem Platz.

Die Vorbereitung ist klar strukturiert. Neben mehreren Trainingseinheiten und Besuchen in der Soccerhalle sind vier Testspiele gegen „allesamt anspruchsvolle Gegner“ geplant. Gespielt werden soll möglichst auf Kunstrasen. „Denn man weiß ja, wie es in der Vorbereitung mit dem Wetter meistens aussieht“, erklärt Meer.

Hallenturniere als feste Fixpunkte

Zwei Termine stechen aus der Winterpause besonders hervor. Noch im alten Jahr richtet der TuS den traditionellen Krüssel-Cup aus. Das dreitägige Hallenturnier zwischen den Feiertagen bringt Mannschaften „von Oberliga bis Kreisklasse aus Lingen und Umgebung“ zusammen. Ende Januar folgt zudem ein weiteres Hallenturnier in Meppen, das ebenfalls fest in der Planung verankert ist.

Unerwarteter Tabellenführer zur Winterpause

Der Blick auf die Tabelle zur Winterpause sorgt im Umfeld des TuS für Erstaunen. „Ehrlich? Damit war so nicht zu rechnen“, sagt Meer. Ungeschlagen überwintert die Mannschaft an der Tabellenspitze der 2. Kreisklasse Emsland Süd. Zwar haben die Linger mehr Spiele absolviert als einige Konkurrenten, dennoch spricht Meer von „einer beachtlichen Leistung, schaut man sich an, wo wir in den letzten Jahren standen“. In den vergangenen vier Spielzeiten sei Platz sieben das höchste der Gefühle gewesen.

Die Entwicklung kommt für ihn nicht überraschend aus dem Nichts. „Eine deutliche Leistungssteigerung also, die auch von Woche zu Woche auf dem Platz deutlich erkennbar ist“, betont Meer.

Trainerwechsel als wichtiger Faktor

Ein zentraler Baustein des Aufschwungs ist aus Sicht Meers der neue Trainer. Mit David „Gebbe“ Gebbeken übernahm zu Saisonbeginn ein Coach, für den es die erste Trainerstation ist. Entsprechend habe es zu Beginn Fragen gegeben. „Verstehen die Jungs direkt, wo Gebbe mit ihnen hin möchte und was sie zu tun haben?“ Die Antwort sei schnell geliefert worden. „Doch schon ab Saisonspiel 1 war zu sehen, da kann man einen Haken hinter machen.“

Darüber hinaus hebt Meer Veränderungen hervor, die über das rein Sportliche hinausgehen. Es habe „eklatante Sprünge im Miteinander, in der Einstellung und auch – finde ich persönlich sehr wichtig – in der Fairness“ gegeben.

Defensive als Ansatzpunkt für Verbesserungen

Trotz der starken Hinrunde bleibt der Blick selbstkritisch. „Kleine Problemchen gibt es immer, auch wenn es gut läuft“, sagt Meer. Als größte Baustelle nennt er die Gegentoranzahl. In dieser Statistik stehe der TuS lediglich im Mittelfeld der Tabelle. In der Vorbereitung wolle das Trainerteam deshalb gezielt ansetzen. „Dort wird Gebbe in der Vorbereitung ein besonderes Augenmerk drauf setzen, um zu schauen, was zu tun ist, dem entgegenzusteuern.“

Dreikampf um die Meisterschaft

Für die Rückrunde rechnet Meer mit einem engen Rennen an der Spitze. „Wir stehen zwar aktuell auf 1, Concordia Emsbüren/Elbergen III könnte uns durch ihr Nachholspiel aber noch überholen und VfB Lingen II könnte durch ihre Nachholspiele noch gleichziehen.“ Daraus ergebe sich „ein Dreikampf um die Meisterschaft“. Der TuS hoffe, „dass wir am Ende das bessere Ende für uns haben“, wisse aber auch, „dass das noch viel Arbeit erfordert“.

Kaum Abgänge, gezielte Verstärkungen

Personell bleibt die Mannschaft weitgehend zusammen. „Auf der Abgangsseite wird wohl nichts passieren“, erklärt Meer. Auf der Zugangsseite gibt es jedoch Bewegung. Intern setzt der TuS auf die Rückkehr von Luis Freitas, der die gesamte Hinrunde verletzt verpasst hatte. Zudem liegt mittlerweile der Spielerpass von Trainer Gebbeken vor. „Ob es dazu kommt, dass er nochmal zwischen den Pfosten steht, wird sich zeigen“, sagt Meer, sieht darin aber zumindest „eine Ersatz-Option, die es vorher so nicht gab“.

Externe Verstärkung kommt mit Rexhep Neziraj. Der 19-jährige Offensivspieler war in der Jugend beim SV Meppen und auf Schalke aktiv und wechselte anschließend zum ASV Altenlingen, wo er bereits Bezirksliga-Erfahrung sammelte. „Und ab Januar möchte er mithelfen, unsere gesteckten Ziele zu erreichen“, so Meer.

Respekt vor der Konkurrenz und faire Wünsche

Auf die Meisterfrage angesprochen, bleibt Meer realistisch. Er sieht den TuS, den VfB Lingen II und Concordia Emsbüren/Elbergen III auf Augenhöhe. Beim Thema Abstieg wählt er bewusst versöhnliche Worte: „Wir wünschen allen Teams nur das Beste und hoffentlich steigt keiner ab – auch wenn das wohl nicht klappen wird.“

Aufrufe: 05.1.2026, 15:30 Uhr
redAutor