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„Da sind wir über den Tisch gezogen worden“: Riesch blickt auf zwölf Jahre beim FC GAP zurück

Aber auch viel Positives bleibt hängen

von Oliver Rabuser · 05.08.2024, 11:31 Uhr · 0 Leser
Ein Geschenk zum Abschluss: Teammanager Beqir Loshi (l.) mit dem ausgeschiedenen Vorsitzenden Sigi Riesch.
Ein Geschenk zum Abschluss: Teammanager Beqir Loshi (l.) mit dem ausgeschiedenen Vorsitzenden Sigi Riesch. – Foto: Oliver Rabuser

Zwölf Jahre war Siegfried Riesch Vorsitzender des 1. FC Garmisch-Partenkirchen. Anfangs galt er als Gesicht des Aufbruchs, zuletzt als Kontaktmanager im Hintergrund.

Garmisch-Partenkirchen – Seinen Rückzug aus der Funktionärsriege hatte der 67-jährige Siegfried Riesch bereits bei den Wahlen vor zwei Jahren angekündigt. Nun wurde er Realität. Im Gespräch mit FC-Reporter Oliver Rabuser blickt er auf eine bewegte Zeit beim 1. FC Garmisch-Partenkirchen zurück, beschäftigt sich aber auch mit Gegenwart und Zukunft des Vereins.

Ihre Zeit als Nachfolger von Franz Benkert an der Spitze des 1. FC ist nach über einer Dekade beendet. Was nehmen sie aus dieser Zeit mit?


Hängen bleibt in der Tat viel Positives. Wir haben in der Kreisliga einst gegen den Abstieg gespielt, als ich angetreten bin. Das war zu wenig für den Verein. Das sportliche Angebot passt jetzt. Stark war der doppelte Aufstieg von der Kreis- in die Landesliga. Damit hatte keiner gerechnet. Zwischenzeitlich zwangen mich die Querelen mit der Gemeinde wegen des Kunstrasens fast zum Aufgeben. Da sind wir quasi über den Tisch gezogen worden. Die ganze Zeit war in allen Bereichen immer fordernd. In erster Linie ging es immer um Geld. Ich habe eingebracht, was ich an Kontakten in petto hatte. Extrem negativ für uns war der Strömungswechsel bei der Firma Langmatz. Da wurden wir vor vollendete Tatsachen gestellt. Über die Firma Hornung als Hauptsponsor-Nachfolger sind wir natürlich sehr dankbar, auch wenn das den Verlust nicht ganz ausgleicht. Letztlich waren es zwölf Jahre voller Erfahrungen, die ich nicht missen möchte.


Lässt sich das Sponsoring überhaupt auf eine breitere Basis hieven?


Wir versuchen es in kleinen Schritten. Auch über unsere Passiv-Mitglieder. Bei Firmen ist es aktuell mehr als schwierig. Der Standortnachteil ist hier in mehrfacher Hinsicht gegeben. Wir haben in diesem Sinne kein Umland in Garmisch-Partenkirchen. Bei uns fehlt einfach die Industrie. Es geht nur durch die Unterstützung örtlicher Firmen. Aber die Stimmung in der Wirtschaft ist natürlich auch nicht gut. Auf der anderen Seite gibt es fast zu viel Angebot für Jugendliche. Und wenn welche kommen wollen, können wir sie nicht nehmen, weil wir keine Trainer haben. Es ist eine fast unlösbare Aufgabe, starke Jugendarbeit unter diesen Bedingungen aufzuziehen. Gerade im Vergleich mit Murnau. Dort ist das Einzugsgebiet viel größer. Ob es dort allerdings aufrechtzuerhalten ist, dass die Mannschaft umsonst spielt, sehe ich als fraglich an.


Sehen Sie Lösungen, was die Verbundenheit zwischen Erster Mannschaft, Reserve und A-Jugend angeht?


Das liegt mitunter auch an den Typen. Mit der Ersten Mannschaft haben wir große Feste durch die Erfolge gefeiert. Dahinter sind auch die jeweiligen Trainer gefordert, einfach mal einen Mannschaftsabend auszurufen. So etwas ist auf dem Dorf einfacher.


Welche Perspektive sehen Sie für die Erste Mannschaft?


Die Landesliga ist die Liga, in die wir hingehören. Weiter sollte man in der jetzigen Situation nicht denken. Bayernliga wäre in Garmisch-Partenkirchen nur mit einem Großsponsor möglich.


Nicht nur als Funktionär, auch beruflich nähern Sie sich dem Ruhestand. Wie verbringt Sigi Riesch seine neue freie Zeit?


In der Firma bin ich auf 33 Prozent runter, von Oktober bis Ostern aber immer da. Sie ist bereits an meinen Sohn übergeben. Ansonsten mach‘ ich gerne Touren mit dem Motorrad, oder ich bin in unserem Strandhaus in Cavallino, wo viel Radgefahren wird. Beim TSV Murnau spiele ich noch Tischtennis. Das passt zeitlich gut rein. Und mit zwei Enkelkindern gibt es sowieso immer viel zu tun.