2026-04-23T13:43:33.969Z

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"Da sind wir permanent in die Pressingfalle der Karlsruher gelaufen"

Der FSV Hollenbach unterliegt in der Oberliga dem Karlsruher SC II mit 1:2.

von red · Gestern, 22:00 Uhr · 0 Leser
– Foto: Pressefoto-Bildredaktion Eibne

Es sind die Tage der zwei Gesichter, die den Abstiegskampf in der Oberliga Baden-Württemberg so unberechenbar und bisweilen grausam machen. Vor 202 Zuschauern erlebte der FSV Hollenbach am 29. Spieltag heute ein Wechselbad der Gefühle. Nach einer ersten Halbzeit zum Vergessen kämpfte sich die Mannschaft von Trainer Reinhard Schenker eindrucksvoll zurück, nur um durch eine Sekunde der Schläfrigkeit doch noch alle Punkte an den Karlsruher SC II zu verlieren. Es ist eine Niederlage, die schmerzt, weil sie nach dem Spielverlauf vermeidbar war.

Die Pressingfalle der Karlsruher Talente

Der Beginn der Partie glich für die Gäste aus Hohenlohe einem taktischen Albtraum. Der FSV Hollenbach fand gegen die jungen Karlsruher kein Mittel und lief immer wieder ins offene Messer. „Wir sind in der ersten Halbzeit überhaupt nicht ins Spiel gekommen. Vor allem nicht ins Spiel mit dem Ball“, bilanzierte Reinhard Schenker nach der Partie gegenüber FuPa sichtlich bedient. Die Hollenbacher fanden keine spielerischen Lösungen und spielten dem Gegner unfreiwillig in die Karten. Der Coach analysierte präzise: „Da sind wir permanent in die Pressingfalle der Karlsruher gelaufen. Wir haben eigentlich immer dahin gespielt, wo sie den Ball haben wollten. Und sie haben dann uns sehr früh den Ball abgenommen, sind sehr früh in diese Pressingsituation gekommen.“

Verdienter Rückstand zur Pause

Während das Spiel mit dem Ball laut Schenker „so gut wie gar nicht stattfand“, war zumindest die Arbeit gegen den Ball im kompakten Block des Mittelfeldpressings „in Ordnung“. Doch die Passivität rächte sich in der 37. Minute, als Nico Engel die Gastgeber mit 1:0 in Führung brachte. Ohne nennenswerte eigene Ballbesitzphasen oder hohe Ballgewinne ging der FSV mit gesenktem Haupt in die Kabine. „Wir gehen dann auch völlig verdient mit dem Rückstand in die Halbzeitpause“, gab der Trainer offen zu. Es war ein Moment der Wahrheit für das Team, das sich in der Pause neu sammeln musste.

Die spielerische Auferstehung nach dem Seitenwechsel

Was die Zuschauer nach dem Wiederanpfiff sahen, war ein transformierter FSV Hollenbach. Schenker reagierte personell und brachte Felix Limbach für Janis Gesell. Plötzlich griff das Rädchen in das andere. „In der zweiten Halbzeit haben wir dann das Spiel so gemacht, wie wir es eigentlich von Anfang an machen wollten“, so Schenker. Die Mannschaft agierte nun mutig über die Halbräume und forcierte den Aufbau über die rechte Seite. Diese taktische Umstellung fruchtete: „Wir haben viel mehr spielerische Lösungen gefunden. Wir haben dementsprechend dann auch immer wieder das Pressing des Gegners brechen können und hatten dann offene Räume im Übergang ins letzte Drittel.“

Der verdiente Ausgleich und die fatale Schläfrigkeit

Hollenbach dominierte nun das Geschehen, agierte druckvoll und ballsicher im Mittelfeld. In der 68. Minute belohnte sich die Elf für diesen Aufwand: Der eingewechselte Felix Limbach erzielte das 1:1. Doch die Freude über den Ausgleich währte nicht lange. In der 76. Minute, mitten in der besten Phase der Gäste, folgte der entscheidende Nackenschlag. Nach einem Einwurf fehlte die Zuordnung in der Defensive. Bekem Can Bicki nutzte die Freiheit im Zentrum und traf zum 2:1 für Karlsruhe. „Wir sind einmal nach einem Einwurf ein bisschen zu schläfrig. Schalten ein bisschen zu langsam auf die Defensive um und lassen den Spieler im Zentrum komplett frei, der dann den Ball bekommt und ihn im Sechzehner rein macht“, haderte Reinhard Schenker mit der fehlenden Konzentration.

Vergebliche Schlussoffensive und mangelnde Effizienz

In der verbleibenden Zeit warf Hollenbach alles nach vorne. Reinhard Schenker brachte mit Rico Hofmann für Luke Knapp und Jason Wink für Niklas Breuninger frische Kräfte. Der FSV blieb am Drücker, erspielte sich gefährliche Situationen im letzten Drittel, doch der Ball wollte nicht mehr über die Linie. „Wir waren auch nach dem 2:1 am Drücker, haben druckvoll nach vorne gespielt. Und dann aber bei den einen oder anderen Chancen dann die letzte Effizienz vermissen lassen“, resümierte der Coach. Dass am Ende keine Punkte mit nach Hause genommen wurden, empfand man im Lager der Hohenloher als bitter: „Dementsprechend wäre heute sicher mehr drin gewesen für uns. Der Sieg ist nicht unverdient, aber auch ein Punktgewinn oder vielleicht sogar ein Sieg aufgrund der zweiten Halbzeit, die wir dann deutlich dominiert haben, wäre vielleicht in Ordnung gewesen.“

Hoffnungsschimmer für das Duell gegen Singen

Mit 31 Punkten belegt der FSV Hollenbach nach diesem Spieltag den 14. Tabellenplatz. Trotz der Niederlage bleibt die Erkenntnis einer starken zweiten Hälfte als Mutmacher. Der Blick richtet sich nun auf das kommende Heimspiel am Freitag, 01.05.2026 um 14:30 Uhr. Dann empfängt man mit dem Türkischen SV Singen einen direkten Konkurrenten. „Auf der zweiten Halbzeit kann man definitiv aufbauen“, blickt Schenker voraus. „Wir müssen einfach gucken, dass wir nächste Woche zuhause gegen Singen diese Leistung über einen langen Zeitraum einfach auf den Platz bringen können. Und dann bin ich mir auch sicher, dass wir da wieder erfolgreich sein werden.“