
Wenn nichts Außergewöhnliches passiert, werden Türkspor Eppingen und die SG Kirchardt das Wochenende ohne Punkte beenden. Beide treffen jeweils am Sonntag um 15 Uhr auf einen Gegner aus dem Spitzenquartett der Liga, das sich deutlich vom Rest der 14 Teams abgesetzt hat. Türkspor bekommt es mit dem ASV Eppelheim zu tun, dessen Punkteausbeute und Form in der Rückrunde quasi das genaue Gegenteil des immer noch amtierenden Sinsheimer Kreisliga-Meisters ist. „Eppele“ kann nach wie vor Vizemeister werden und sich für die Aufstiegsrelegation zur Verbandsliga qualifizieren. Bei diesen Gegebenheiten kann es für die Eppinger nur darum gehen, sich achtbar aus der Affäre zu ziehen und nicht zu hoch zu verlieren. Kirchardt darf sich seinerseits noch realistische Chancen auf den Klassenerhalt ausrechnen, auf drei Zähler gegen den VfR Mannheim II jedoch weniger. Die Zweitvertretung des Oberligisten hat sich nach seinem Zwischentief gefangen und wird mit großer Motivation in den Kettendwald reisen. Es soll in die Verbandsliga gehen und das macht es für die SGler ungleich schwieriger den Sonntag mit einem positiven Ertrag zu beenden.
Zwei Siege in Folge gab es diese Saison vorher erst einmal und dementsprechend wichtig sind die zurückliegenden Erfolge, 3:0 gegen Dossenheim und 2:1 in Schwetzingen, für die SG gewesen. "Das Wort Pflichtaufgabe finde ich ein bisschen überzogen", sagt Denis Schwager in Anlehnung an den Auswärtssieg in der Spargelstadt und erläutert, "so viel haben wir in der Rückrunde nicht gerissen, um so eine Erwartungshaltung zu haben."
Aufgrund der Tabellenlage mittendrin im Abstiegskampf waren die Siege dennoch eminent wichtig. Vor allem, da es das Restprogramm nicht gerade gut mit den Kirchardtern meint. Gegen den VfR Mannheim II am Sonntag wird es mehr als nur knifflig. "Zuversichtlich stimmt mich die Tatsache, dass wir ein Heimspiel haben und hier ist immer mehr möglich für uns", so Schwager. Nach zähen Wochen wähnt er seine Schützlinge rechtzeitig für den Saisonendspurt im Aufschwung: "Wir haben nicht mehr ganz so viele Verletzte wir noch vor zwei Wochen."
Stefan Stötzel und Jonas Kachel drohen aber noch eine weitere Woche auszufallen und Gianluca Breve fehlt ab sofort wegen seiner am Montag absolvierten Leistenbruch-Operation. "Wie er unter Schmerzen die Wochen zuvor uns geholfen hat und jetzt sogar in Schwetzingen das 2:1-Siegtor geschossen hat, war natürlich wie gemalt", zieht Schwager seinen metaphorischen Hut vor dem 20-Jährigen. Der Coach ergänzt: "Und wer weiß, wenn alles gut bei ihm verläuft, kann er uns zum Ende hin vielleicht schon wieder helfen."
Immerhin gab es nicht schon wieder eine Packung. "Das ist erst einmal positiv festzuhalten", sagt Mehmet Öztürk zur 0:1-Niederlage beim TSV Amicitia Viernheim am vergangenen Samstag. Aber nur knapp verlieren ist selbstverständlich nicht das, was dem 48-Jährigen vorschwebt. Er erläutert: "Wir hätten es auch nicht verlieren müssen, es lief aber wie so oft in dieser Saison."
Der Landesliga-Aufsteiger musste häufig Lehrgeld zahlen und ließ sich in anderen Partien nach Rückständen zu oft auseinanderspielen. Jetzt warten noch vier Partien, ehe es für die Eppinger zurück in die Kreisliga geht. An der Herangehensweise ändert sich nichts: "Wir wollen uns weiterhin so gut es geht verkaufen", versichert Öztürk.
Am Sonntag zuhause gegen Eppelheim wird das eine Mammutaufgabe. Der Türkspor-Trainer weiß genau, "dass das eine junge, lauffreudige Mannschaft ist, die sich obendrein in einer starken Form befindet." Vermutlich wird nicht mehr als Schadensbegrenzung drin sein.
Im Aufstiegsrennen glaub Öztürk daran, "dass sich Srbija Mannheim als Meister durchsetzen wird und dahinter geht es wohl zwischen dem VfR Mannheim II und dem FV Brühl aus. Eppelheim wird es eher nicht mehr reichen."