
Der letzte Spieltag der Hessenliga hält für Nordhessen noch einmal drei sehr unterschiedliche Geschichten bereit. Der CSC 03 Kassel steht gegen Meister Eintracht Frankfurt II vor einem Endspiel um den direkten Klassenerhalt, der SV Weidenhausen verabschiedet sich in Marburg vorerst aus der Liga, und der KSV Baunatal beendet die Saison zuhause gegen Stadtallendorf mit einem doppeltem Jubiläumsspiel.
Saisonabschluss mit viel Symbolkraft
Für die Baunis hat der letzte Spieltag zwar keine Aufstiegsbedeutung mehr, aber reichlich Symbolik. Im Parkstadion trifft der KSV auf den Tabellendritten Stadtallendorf, dazu wird der 50. Jahrestag des Aufstiegs in die 2. Bundesliga gefeiert. Die aktuelle Mannschaft läuft in einem Jubiläumstrikot auf, rund um das Spiel sollen auch die damaligen Aufstiegshelden gewürdigt werden. Zugleich bestreitet Tobias Nebe sein 500. Pflichtspiel als Trainer des KSV Baunatal.
Sportlich ist die Partie trotzdem mehr als nur ein Schaulaufen. Baunatal steht nach dem dramatischen 4:3 gegen Waldgirmes bei 54 Punkten und kann die Saison auf einem starken fünften Platz beenden. Stadtallendorf reist als Tabellendritter mit einer sehr stabilen Rückrunde an. Dazu mischen sich Abschiedstöne unter den Saisonabschluss: Patrick Krengel verlässt den KSV nach elf Jahren, auch weitere personelle Veränderungen stehen bevor. Entsprechend dürfte der Nachmittag in Baunatal irgendwo zwischen Würdigung, Abschied und dem Versuch liegen, eine insgesamt starke Hessenliga-Saison noch einmal passend abzurunden.
Abschied aus der Hessenliga
Für die Adler geht es sportlich nicht mehr um Rettung, wohl aber um einen sauberen Abschluss. Das Auswärtsspiel in Marburg ist das vorerst letzte in der Hessenliga, bevor Weidenhausen den Gang in die Verbandsliga Nord antreten muss. Nach dem Abstieg und dem bereits bestrittenen letzten Heimspiel richtet sich der Blick damit auf einen versöhnlichen Schlussakkord in einer Saison, die vor allem wegen der schwachen Vorrunde kaum noch zu reparieren war.
Dass Weidenhausen auch jetzt noch unangenehm sein kann, haben die jüngsten Wochen gezeigt. Die Siege gegen Gießen und Waldgirmes sowie die torreichen, emotionalen Schlusswochen belegen, dass die Mannschaft sich nicht kampflos verabschiedet. Für Marburg, das mit 42 Punkten selbst noch nicht in einer komplett sorgenfreien Lage steht, dürfte das keineswegs ein Selbstläufer werden. Aus nordhessischer Sicht geht es deshalb vor allem darum, ob die Adler die Hessenliga mit einer Leistung verlassen, die noch einmal an die ordentlichen Heim- und Auftritte der Rückrunde erinnert.
Nur mit eigenem Ergebnis und Hilfe von außen
Für die Rothosen ist die Ausgangslage vor dem letzten Spieltag klar und kompliziert zugleich. Der CSC braucht gegen den bereits feststehenden Meister Eintracht Frankfurt II mindestens einen Punkt, um überhaupt noch eine Chance zu haben, die Relegation zu vermeiden. Selbst ein Remis würde aber nur reichen, wenn Hummetroth gleichzeitig gegen Türk Gücü Friedberg verliert. Mit einem eigenen Sieg wäre deutlich mehr möglich: Dann wäre der direkte Klassenerhalt sicher, falls Hummetroth nicht gewinnt oder Fernwald gegen Hanau verliert; selbst bei Siegen von Hummetroth und Fernwald könnte Kassel noch direkt drinbleiben, wenn Marburg verliert und Darmstadt nicht verliert.
Sportlich ist die Aufgabe maximal anspruchsvoll. Frankfurt kommt als Meister mit 93:29 Toren und einer fast makellosen Bilanz, zudem geht es für viele Spieler der U21 weiter um Empfehlungen für höhere Aufgaben. Beim CSC fällt ausgerechnet Alban Meha aus, dessen Standards und Spielgestaltung in dieser Phase besonders wertvoll wären. Gleichzeitig gibt es auf Kasseler Seite einen emotionalen Rahmen: Es ist das regulär letzte Saisonspiel, mehrere prägende Spieler werden verabschiedet, und auch für Lothar Alexi ist es das letzte Heimspiel als Trainer des CSC.