
Wiesbaden. Immer neugierig und am Puls der Zeit bleiben – das ist für Erwin Kusenbach auch mit Blick auf den Fußball eine alterslose Maxime. Kürzlich weilte er als Mitglied im Bund Deutscher Fußballlehrer beim SV Darmstadt 98, wo Lilien-Coach Florian Kohfeldt mit dem Schwerpunkt „Aus dem offensiven Positionsspiel in die Tempoaktion” referierte.
Für Erwin Kusenbach, der in Wiesbaden beim SV Biebrich 19 und beim TuS Nordenstadt als Coach auf zwei besonders prägende Stationen zurückblickt, ist diese Art der Inspiration in der Praxis kein Einzelfall. Und er ist bereit, seine Erfahrungen und Kenntnisse weiterzugeben. „Wenn ein ambitionierter Verein kommt, bin ich offen, wenn es um Talentförderung oder die Entwicklung von Talenten geht“, sagt der Fußball-Enthusiast, der in diesem Jahr seinen 70. Geburtstag gefeiert hat – und kein bisschen an fußballerischen Ruhestand denkt.
Geboren in Kretz im Kreis Mayen-Koblenz fand Erwin Kusenbach erst in der U15 von DJK Alemannia Kruft/Kretz zum Fußball, wurde direkt Kreismeister und kam zu Einsätzen in der Rheinlandauswahl. Beim FC Plaidt schaffte er es als Stürmer in die erste Mannschaft, um beim FV Engers in den 1970er-Jahren Peter Herrmann und Herbert Zimmermann zu begegnen. Herrmann sollte später Profi bei Bayer Leverkusen werden, um anschließend als Co- oder Interimstrainer bei Bayer, bei Schalke 04 und beim FC Bayern seine Bekanntheit zu bewahren. Herbert Zimmermann wechselte von Engers zu den Bayern, schaffte aber erst beim 1. FC Köln den Durchbruch und avancierte sogar zum Nationalspieler.
1978 kamen die Bayern um Gerd Müller, Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge, Georg Schwarzenbeck und Klaus Augenthaler zum Ablösespiel für Zimmermann nach Neuwied/Engers – für Erwin Kusenbach ein ganz großer Moment. Auf einer späteren USA-Reise, erzählt er, sei er auf dem Trainingsgelände in Fort Lauderdale Gerd Müller und George Best begegnet.
Im Rahmen des zweiten Bildungswegs ging es für Erwin Kusenbach nach dem Abi an die Fachhochschule Wiesbaden. Er warf als Spieler und C-Jugendcoach zunächst bei der Spvgg. Sonnenberg Anker, forcierte bei Mainz 05 mit dem Engagement in der U15 und U16 seine Trainerlaufbahn.
Um durch Jürgen „Gaga“ Eifler und Gerd Sauer, seine Arbeitskollegen bei Telekom, beim SV Biebrich 19 erstmals Coach im Aktivenbereich zu werden. „Für mich der ideale Übergang. Das hat bei den 19ern wie die Faust aufs Auge gepasst“, denkt Kusenbach gerne an die Zeit mit dem Team um Michael Schröder, Frank Loy, Detlef Loy, Ditmar Schiminski, Jürgen Handke, Pelle Kühne, Dieter During, Mario Kaluscha, Jochen Lippok, Danny Gruber, Klaus Rausch, Michael Scharfenberg, Michael Dyda, Hermann Schütz, Dieter Reich, Stefan Rother, Thomas Hess, Peter Jobst, Stefan Pollner, Jürgen Ries, Jürgen Herrmann, Stefan Laitschek, Ralf Westphal und Steffen Kunz zurück, das seinerzeit bei den legendären Bezirksliga-Sonntagsspielen um 11 Uhr vor ansprechender Kulisse spielte. Auch Jürgen Grabowski, der vor dem Wechsel zu Biebrich 02 bei den 19ern begonnen hatte, „hätte vorbeigeschaut“, erinnert sich Kusenbach.




