
Geschäftsführer Sport Christopher Schorch stand die letzten drei Spieltage beim 1. FC Bocholt an der Seitenlinie, nachdem Trainer Björn Mehnert Mitte September entlassen wurde. Ein neuer Übungsleiter wurde bislang noch nicht präsentiert. Nun könnte auch Schorch die Schwarz-Weißen verlassen.
Der 1. FC Bocholt war als einer der Aufstiegsfavoriten in der aktuellen Regionalliga West gehandelt worden. Die Realität allerdings sieht so aus, dass der Traditionsklub nach zehn Spielen auf dem zehnten Rang steht, vier Siege, fünf Niederlagen und ein Remis auf dem Konto hat.
Björn Mehnert musste als Trainer bereits im September seinen Hut nehmen. Sieben Punkte aus den ersten sieben Spielen waren den Verantwortlichen zu wenig. Seither steht Geschäftsführer Sport Christopher Schorch an der Seitenlinie bei den Schwarz-Weißen. Seine Bilanz: Ein 5:4-Sieg bei der Reserve des 1. FC Köln, eine 2:4-Niederlage daheim gegen die Reserve der Gladbacher Borussia sowie ein 5:1-Erfolg beim Wuppertaler SV. Macht aus drei Spielen sechs Punkte bei 12:9 Toren.
Die Trainersuche in Bocholt aber läuft weiter auf Hochtouren. Sowohl Sunay Acar, der die letzten beiden Spiele der Bocholter live auf der Tribüne verfolgt hatte, als auch Carsten Rump, der von 2021 bis 2023 den SV Rödinghausen trainierte, sollten gute Chancen haben. Zudem soll es noch einen dritten Kandidaten geben, der laut RP-Informationen Taskin Aksoy sein soll. Aksoy war lange Zeit bei Fortuna Düsseldorf, unter anderem als Trainer der zweiten Mannschaft und als Nachwuchskoordinator.
Doch inzwischen geht es in Bocholt wohl nicht mehr nur um die Trainerposition. Denn wie Quellen gegenüber FuPa berichten, soll Schorch inzwischen in den Fokus des FC Schalke 04 geraten sein.
In Gelsenkirchen ist man nach der Demission von Marc Wilmots auf der Suche nach einem neuen Sportdirektor und hat daher ein Auge auf Schorch geworfen. Der in Halle an der Saale geborene Ex-Spieler wechselte in der Jugend nach Spanien zu Real Madrid, wo er unter Trainer Bernd Schuster beinahe sein Debüt gefeiert hätte, eine Verletzung aber machte dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung.
Nach Profistationen unter anderem in Köln, Duisburg und Cottbus landete er 2017 auch beim KFC Uerdingen, wo er zwei Jahre spielte. Insgesamt absolvierte er 53 Spiele und erzielte vier Treffer für die Blau-Roten. Seine Karriere beendete er im März 2022 beim Wuppertaler SV. Nur kurze Zeit später begann er bereits beim 1. FC Bocholt als Mitarbeiter im Sportmanagement. Im Mai 2023 wurde er zum „Geschäftsführer Sport und Organisation“ befördert. Seither lenkt er die Geschicke des 1. FC Bocholt, der in der abgelaufenen Saison nur knapp am Aufstieg scheiterte. 63 Punkte und 18 Siege in 34 Spielen reichten hinter Alemannia Aachen nur zu Rang zwei. Dennoch ein großer Erfolg für den 35-Jährigen in seiner ersten kompletten Saison als Verantwortlicher. Dazu soll er über ein riesiges Netzwerk verfügen, nicht zuletzt durch seine Zeit in der spanischen Hauptstadt. Ob dies auch für die Königsblauen in Gelsenkirchen reicht, wird sich in den kommenden Tagen zeigen.
