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Ching-Chun Yeh beim KFC: „Ich möchte meine Qualitäten zeigen!“

Im Sommer hat sich die A-Jugend des KFC Uerdingen mit Ching-Chun Yeh, einem Angreifer aus Taiwan verstärkt. Seither lernt er fleißig die Sprache und formuliert bereits große Ziele, die er für sich und den KFC hat.

von Marc Fischer · 11.12.2024, 22:00 Uhr · 0 Leser
Ching-Chun Yeh spielt in der A-Jugend des KFC Uerdingen und ist taiwanesischer Nationalspieler.
Ching-Chun Yeh spielt in der A-Jugend des KFC Uerdingen und ist taiwanesischer Nationalspieler. – Foto: Guan-Chun, Lin

Unbemerkt von der Öffentlichkeit spielt in der A-Jugend des KFC Uerdingen in der Sonderliga aktuell ein Jugendnationalspieler, den niemand richtig auf dem Schirm zu haben scheint. Die Rede ist von Ching-Chun Yeh, taiwanesischer U20-Nationalspieler und aktuell Stürmer bei den Blau-Roten.

Beim 17:0 gegen die A-Jugend des SC Viktoria Anrath war er am Wochenende gleich sieben Mal erfolgreich. Doch es stellt sich natürlich die Frage, wie ein junger Mann im Alter von 18 Jahren von Taiwan nach Krefeld kommt. „Ich kam für Probetrainings nach Deutschland“, so der 1,83 Meter große Stürmer. Sein Berater habe ihm dann von der Geschichte und der Größe des KFC berichtet. „Die Stimmung der Mannschaft hat mir gut gefallen, daher hab ich für Krefeld entschieden.“ Zudem sei ein großer Faktor die Aussicht mit den Profis trainieren zu dürfen gewesen.

Mentalität anpassen

Krefeld selbst schätze er als ruhig ein. Vor allem die reiche Fußballkultur in der Stadt und die Leidenschaft der Fans habe es ihm dabei angetan, führt Ching weiter aus. Was ihn hingegen irritiere, seien simple Dinge wie Verspätungen bei der Bahn. Darauf muss sich der Youngster nämlich des Öfteren verlassen können, wenn es zu Reisen mit der Nationalmannschaft Taiwans gehe. „Ich muss meine Mentalität etwas anpassen und es ist körperlich natürlich anstrengend, so lange Reisen zu absolvieren“, berichtet er. „Aber es lohnt sich, denn schließlich spiele ich für mein Land.“

Womit er immer wieder die Unterschiede zwischen Deutschland und Taiwan vorgeführt bekommt. Etwa die Sprache. Doch hier gibt es laut dem A-Jugendspieler kaum Probleme. „Ich muss in der Sprachschule Deutsch lernen, aber ich lerne gerne. Das macht es einfacher.“

Unterschiede sieht er aber auch in der täglichen Trainingsarbeit. In seiner Heimatstadt Beimen beim Tainan City FC in der U18 wurde nachmittags bei brütender Hitze bis zu drei Stunden trainiert, wie er ausführt. Daher sei das Training in Asien körperlich sehr fordernd gewesen. Hier hingegen hat er angepasste und personalisierte Trainingspläne seiner U19-Trainer Yannick Nawrocki und Tim Blaga. Vor allem der hiesige Fokus auf Zweikampfstärke sei etwas, was ihm gut gefalle.

Sprung in die erste Mannschaft?

Für die nahe Zukunft schiele er schon auf einen Profivertrag in der ersten Mannschaft. „Ich möchte mich hier beim KFC als Spieler erst einmal weiterentwickeln.“ Was danach aber komme, lässt auch er offen. „Ich hoffe auf gute Jahre als Profi. Wenn ich in Westeuropa oder Deutschland in einer der Topligen spielen darf, wäre das natürlich super. Und wenn nicht, sind auch die asiatischen Ligen eine Alternative. Aber ich bleibe gerne in Europa.“

Zunächst aber liege der Fokus auf dem KFC. Hier möchte er mindestens noch zwei bis drei Jahre bleiben. „Wenn ich meine Chance bekomme, würde ich meine Qualität gerne zeigen.“ Und wenn es mit den Zielen beim KFC klappt, könnte daraus auch mehr werden.