2026-04-14T12:48:59.332Z

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Chancenwucher: VfB Lübeck gibt Sieg gegen Werder-Talente aus der Hand

Später Gegentreffer zum 1:1

von Ismail Yesilyurt · Heute, 11:31 Uhr · 0 Leser

Es sind diese Nachmittage an der Lohmühle, die Fans und Verantwortliche ratlos zurücklassen. Nach einer über weite Strecken dominanten Vorstellung trennte sich der VfB Lübeck mit einem 1:1-Unentschieden von der Zweitvertretung des SV Werder Bremen. Ein Ergebnis, das sich für die Grün-Weißen aufgrund der Vielzahl vergebener Großchancen wie eine Niederlage anfühlt.

Der VfB Lübeck hatte sich viel vorgenommen und lieferte über weite Strecken genau das, was Trainer Guerino Capretti sehen wollte: Intensität, hohes Pressing und eine mutige Spielanlage. Doch am Ende stand ein Remis, das vor allem eine Geschichte der mangelnden Effizienz erzählte.

Frühe Führung und verpasste Vorentscheidung

Der Start in die Partie verlief nach Maß. Dardan Karimani brachte seine Farben früh in Führung und belohnte die engagierte Anfangsphase der Hausherren. „Wir sind richtig gut ins Spiel gestartet und machen auch verdient das 1:0“, resümierte der Torschütze nach Abpfiff. Werder II wirkte beeindruckt, und der VfB drängte auf den zweiten Treffer.

Besonders nach dem Seitenwechsel ergaben sich Räume für die Lübecker, die jedoch ungenutzt blieben. Ob Rohin Shivani oder Yusuf Wardak – die Konsequenz im Abschluss fehlte. Karimani fand deutliche Worte für die verpassten Gelegenheiten: „Wir hatten viele Aktionen Richtung Tor, die wir einfach zu Ende bringen müssen – das 2:0, das 3:0.“

Die bittere Quittung in der Schlussphase

Dass Fußball oft einfachen Gesetzmäßigkeiten folgt, mussten die Grün-Weißen schmerzhaft erfahren. In der Schlussphase kamen die Bremer Nachwuchstalente noch einmal auf und erzielten den Ausgleich. „Wenn du die Dinger vorne nicht machst, dann kommt der Gegner nochmal. Das ist natürlich bitter“, so Karimani enttäuscht.

Trainer Guerino Capretti stimmte in die Analyse mit ein, sparte aber auch nicht mit Kritik an der Schiedsrichterleistung. Für ihn war der Ausgleichstreffer nicht nur vermeidbar, sondern auch regelwidrig: „Wenn ich mir das Gegentor anschaue, war das auch eine Abseitssituation – also ein irreguläres Tor.“ Dennoch suchte er die Hauptschuld bei der eigenen Chancenverwertung: „Wir sind selbst schuld. Wir hatten klare Chancen und müssen einfach ein Tor machen, dann gewinnst du das Spiel.“

Fokus auf das Stadtderby: „Mit 100.000 Prozent reingehen“

Trotz des Frusts über die zwei verlorenen Punkte bleibt dem VfB keine Zeit zum Trübsal blasen. Die Leistung an sich – insbesondere das aggressive Arbeiten gegen den Ball – stimmte den Coach positiv: „Wir sind auf dem richtigen Weg. Wir müssen einfach durchschlagskräftiger werden.“

Diese Durchschlagskraft wird bereits am kommenden Spieltag dringend benötigt, wenn das prestigeträchtige Stadtderby gegen den 1. FC Phönix Lübeck ansteht. Verteidiger Fabian Istefo gab die Marschroute für das Duell um die lokale Vorherrschaft bereits vor: „Ich erwarte ein kampfbetontes Spiel mit absolutem Siegeswillen. Wir müssen da mit 100.000 Prozent reingehen und das Spiel auf jeden Fall ziehen – auch für die Fans.“