
Der letzte Spieltag brachte keine Entscheidung, sondern neue Fragen. Weil die Partie des CfR Links beim TSV Meerbusch II vorzeitig abgebrochen wurde, ist der Kampf um den Klassenerhalt vorerst vertagt. Die Heerdter rechnen jedoch zeitnah mit einem Urteil – und bereiten sich bereits auf die mögliche Relegation vor.
Statt Klarheit herrscht Unsicherheit: Der abstiegsbedrohte CfR Links wurde am Sonntag beim TSV Meerbusch II um die Chance gebracht, den Klassenerhalt sportlich abzusichern. Nach einem kuriosen Spielabbruch muss nun das Bezirkssportgericht entscheiden. Davon hängen nicht nur die Zukunft der Heerdter, sondern auch die Relegationsplanung weiterer Klubs ab.
Amin Younes dürfte gestaunt haben über das, was sich am Sonntag auf dem Sportplatz am Windmühlenweg in Meerbusch abspielte. Der Ex-Nationalspieler begleitete den CfR Links zum Auswärtsspiel beim TSV Meerbusch II als moralische Unterstützung. Schließlich ging es für die Heerdter am letzten Spieltag beim abgeschlagenen Tabellenschlusslicht noch darum, den Relegationsplatz 15 zu sichern und damit den direkten Abstieg in die Kreisliga A zu verhindern.
Younes bekam in Meerbusch allerdings nur 20 Minuten Fußball zu sehen. Dann wurde die Partie nach zwischenzeitlicher Anwendung des Stopp-Konzeptes und einer anschließenden längeren Unterbrechung vorzeitig beim Stand von 0:0 abgebrochen.
Die Gründe dafür waren von außen betrachtet eher lapidar. Ausgangspunkt des unrühmlichen Endes war ein Elfmeterpfiff des Unparteiischen Christoph Persch. Der schien aus Sicht der Gäste gerechtfertigt, war es in den Augen von Ronny Kockel aber nicht! Der Trainer der Meerbuscher Reserve beschwerte sich und sah „Gelb-Rot“. Warum der ehemalige Torhüter danach die Platzanlage und nicht – wie in der Regel üblich bei Platzverweisen dieser Art – nur den Innenraum verlassen sollte, ist bislang noch nicht bekannt. Auch Kockel war das in dem Moment offenbar nicht klar.
Jedenfalls weigerte sich der Coach, der Aufforderung nachzukommen, die Anlage zu verlassen – was letztlich dazu führte, dass Persch die Partie abbrach.
Ob Kockel mit derartiger Konsequenz einfach nicht gerechnet hatte, oder ob er ein Exempel statuieren wollte, ist nicht übermittelt. Fest steht aber: Leidtragende sind nun die Klubs, für die es am Sonntag wirklich noch um etwas ging. Und dazu zählte nicht der TSV Meerbusch II, der schon vor dem Anpfiff als Absteiger feststand. Links wurde so der Chance beraubt, auf sportlichem Weg die noch fehlenden drei Punkte zur Sicherung des Relegationsplatzes zu holen.
Kockels Spieler wiederum hätten auch ohne ihren Coach und selbst bei Verwandlung des Strafstoßes durch den CfR noch rund 70 Minuten Zeit gehabt, um den Heerdtern ein Bein zu stellen und so VdS Nievenheim zum Relegationsrang 15 zu verhelfen. Auch aufseiten von DJK Arminia Lirich hätte man sich am Sonntag mehr Klarheit gewünscht. Das Team aus Oberhausen steht als Teilnehmer an der Abstiegsrelegation fest, muss nun aber abwarten, ob das Hinspiel wie geplant am Mittwoch auch stattfinden kann. Denn Voraussetzung dafür ist ein Urteil des Bezirkssportgerichts, wie Staffelleiterin Michaela Stiels auf Anfrage bestätigte.
Beim CfR Links erwartet man noch am Dienstag ein Ergebnis. Laut Panagiotis Liomas habe der Klub inzwischen zumindest Signale erhalten, wonach er sich für ein Spiel am Mittwoch bereithalten solle. Das könnte theoretisch auch ein Wiederholungsspiel gegen TSV Meerbusch II sein. Wahrscheinlicher ist aber, dass die abgebrochene Partie gegen Meerbusch und für Links gewertet wird – und die Heerdter damit am Mittwoch gegen Lirich in die Relegation einsteigen.