
Verteidiger Flo Bucher ist drittbester Torschütze des Bezirksligisten. Als sich Sohn Theo ankündigte, verließ er vorzeitig den Platz
Kaufering - Es ist ein ungewohntes Bild in der Tabelle der Torschützen des Schwaben-Bezirksligisten VfL Kaufering: Nur Top-Torjäger Manu Detmar (21 Treffer) und Basti Dillinger (10) haben nach 23 Spieltagen mehr Buden auf dem Konto als der „Butcha“, Flo Bucher (29), der wie Stürmer Niki Neuhaus bislang neun Mal getroffen hat (plus vier Vorlagen). „Und das als Verteidiger“, sagt er nicht ohne (berechtigten) Stolz. Nur 2021/22 (10 Tore, 11 Assists) war der Ur-Kauferinger (seit der Jugend im Verein), der aus Hurlach stammt, erfolgreicher. „Er ist ein Superkerl, für uns extrem wichtig und nicht müde zu bekommen“, lobt Trainer Alex Wagner (35).
Bucher ist auch der „Harry Kane von Kaufering.“ Es ist seine Kaltschnäuzigkeit vom Elfmeterpunkt, wegen der er von den Fans gerne in einem Atemzug mit dem englischen Superstar des FC Bayern genannt wird. Elfmeter = Tor durch Flo Bucher, so lautet in dieser Spielzeit die Rechnung beim Tabellendritten der Bezirksliga. Acht Mal trat der Mann mit dem lichten Haar an, acht Mal zappelte der Ball im Netz - zuletzt beim 5:0 gegen Weitnau. Am Samstag (15.30 Uhr) spielt der VfL beim Tabellen-Zwölften TSV Babenhausen. Das Hinspiel ging 2:3 verloren und Felix Mailänder verschoss dabei einen Elfer – der Startschuss für die Bucher-Serie. „Danach hab‘ ich übernommen – und dabei blieb’s“, erklärt der Abwehr-Routinier aus Schwabmühlhausen, wo er gerade ein Haus baut.
Noch schöner als seine Tore: Der Industriemechaniker ist seit drei Wochen glücklicher Papa. Der kleine Theo kam fünf Wochen zu früh auf die Welt: Am Abend des 2:0 gegen den SV Egg an der Günz. Kurios: Als die Nachricht von Ehefrau Katharina kam, stand Flo (hatte auch da einen Elfer verwandelt) gerade auf dem Platz. Er verließ ihn kurz vor Schluss umgehend und stürmte in die Kabine. „Wir hatten schon fünfmal ausgewechselt und mussten das Spiel zu Zehnt zu Ende spielen“, erzählt Wagner. Kein Problem: Kaufering gewann und Theo erblickte um halb acht das Licht der Welt. Und ist wohlauf.
Auch schön: Nach einem Kreuzbandriss, den er nicht operieren ließ („ich hab‘ ein Jahr ohne Kreuzband gespielt“) und später einer großen Knie-OP („mit Meniskus und Bändern“) ist „Butcha“ seit gut einem Jahr wieder topfit: „Alles stabil“, sagt er, stabil für den Aufstiegskampf. „Das wäre schon sehr cool“, sagt der Rechtsverteidiger. „Vor dem 6:1 in Mering hätte keiner gedacht, dass wir jetzt so eine Ausgangsposition haben – ich persönlich auch nicht. Aber jetzt bin ich überzeugt, dass es mit dem Aufstieg klappen kann, die anderen werden sicher noch Punkte liegen lassen. Ich glaube, dass wir Zweiter werden – und in der Relegation dann hoffentlich besser abschneiden als beim letzten Mal.“ Da, im Mai 2025, stiegen die Kauferinger nach zwei 1:3-Niederlagen in der ersten Relegationsrunde gegen den FC Stätzling nach drei Jahren in der Landesliga wieder in die Bezirksliga ab.