
Die angereisten U17-Bundesligisten trotzten den widrigen Umständen - und bereuten es nicht. Die Stader schnitten indes so gut ab wie noch nie beim Puma Mohr Sports Cup.
Der Wintereinbruch hielt die Organisatoren des VfL Güldenstern Stade auf Trab. Das U15-Turnier, unter anderem mit Oldenburg, Lübeck oder Rostock, mussten die Stader am Samstag aufgrund von Absagen kurzfristig canceln.
Der 17. Puma Mohr Sports Cup, das Aushängeschild des Stader Hallenzaubers, konnte trotz der erschwerten Umstände durchgezogen werden - und war einmal mehr ein Erfolg. Fast 900 Zuschauer wollten dem Bundesliga-Nachwuchs am Sonntag im Sportcampus zuschauen. „Unter diesen Umständen wurden unsere Erwartungen übertroffen“, sagt Torben Milbredt,
Zwei Absagen wurden kurzfristig aufgefangen
Schon am Donnerstag hatte der Regionalligist Niendorfer TSV aus Hamburg für den jetzigen Puma Mohr Sports Cup abgesagt. Malte Handke, Vorstand JFV D/A & Stade, fand mit dem DFB-Nachwuchsligisten USC Paloma schnell Ersatz, da deren geplanter Leistungsvergleich in Berlin abgesagt worden war.

Holstein Kiel hat den U17 Puma Mohr Sports Cup im Sportcampus gewonnen. Foto: Struwe
DFB-Nachwuchsligist VfL Osnabrück sagte dann am Freitag aufgrund des Wintereinbruchs ab, dafür rückte Kreisvertreter JFV A/O/B/H/H nach.
Wie geplant kamen aus der DFB-Nachwuchsliga aber der HSV, Eintracht Braunschweig, Hansa Rostock, Hannover 96, Holstein Kiel und der Eimsbütteler TV. Regionalligist VfB Lübeck komplettierte das elitäre U17-Teilnehmerfeld.
Braunschweiger dachten über eine Absage nach
„Wir hatten schon unsere Bedenken, was die Anreise betrifft“, sagte Niels Quante, Trainer von Eintracht Braunschweig, „weil wir nicht wussten, wie die Straßenlage im Hamburger Raum ist.“ Auf Nachfrage hätten die Stader ihnen aber freie Bahn signalisiert.
„Wir sind dann relativ glatt durchgekommen“, sagte Quante, und musste lachen, als ihm das ungewollte Wortspiel bewusst wurde. Um 7.45 Uhr hatte sich die U17-Mannschaft getroffen und traf um 10.45 Uhr ein. „Wir hatten natürlich eingeplant, dass wir erst das fünfte Spiel haben“, sagte Quante.
Der Trainer bereut das Kommen und den Aufwand nicht
Er selbst sei eigentlich kein Fan vom Hallenfußball, sagt der 32-Jährige, allein schon, weil er dabei nur acht, neun Spieler beschäftigen könne.
„Doch die Jungs haben Bock“, sagte Quante, „also haben wir einen Kompromiss gemacht.“ Die Eintracht war das erste Mal dabei und wurde Dritter. Dafür strich die Eintracht 300 Euro Siegprämie ein. Sieger Holstein Kiel kassierte 600 und Hannover 450 Euro, der Vierte USC Paloma durfte sich noch über 150 Euro freuen.
Quante, der bis vor dieser Saison beim Eimsbütteler TV arbeitete, bereute das Kommen nicht. „Die Organisation hier und die Rahmenbedingungen sind top“, sagt er und findet besonders den Kunstrasen „klasse“. Dafür war der Tag dann auch lang, die Spieler dürften erst gegen 21 Uhr wieder zuhause gewesen sein.
Turnier-Initiator freut sich über das starke Niveau
Wilfried von Holt hatte 2008 damit begonnen, den Bundesliga-Nachwuchs nach Stade zu holen. Damals lief der HSV noch mit seiner U19 in der Sporthalle der Camper Höhe auf. Der heute 85-Jährige hilft noch immer bei der Organisation mit. „Das Niveau hier ist einfach super“, sagte er, der Fußball habe sich „unglaublich weiterentwickelt“.
Der Initiator des Turniers erzählt Jörn Augustin, dass eine Stader Mannschaft noch nie so gut abgeschnitten hätte wie dieses Mal. Augustin trainiert die U17 des JFV D/A & Stade. Der Gastgeber lief mit einem Mix aus U17 und U18 auf.
In der Gruppenphase führten die Stader schon 2:0 gegen Paloma, mussten aber noch ein 2:2 hinnehmen und verpassten so als Gruppendritter das Halbfinale. Im Spiel um Platz fünf gewann der JFV gegen Hansa Rostock. „Wir sind super zufrieden“, sagte Augustin.
Die beiden besten Teams ziehen ins Finale ein
Holstein Kiel und Hannover 96 sind während dieser Saison in die Meisterrunde eingezogen. Die beiden DFB-Nachwuchsligisten zeigten während der Gruppenphase auch das beste Spiel. In der Gruppe B setzte sich Kiel mit 5:3 durch und wurde auch Gruppensieger.
Im letzten Gruppenspiel zwischen Hannover und dem ETV, als Titelverteidiger dabei, wurde es hitzig, durch das 0:0 verteidigte Hannover den zweiten Platz. Im Finale setzte sich Kiel wieder gegen Hannover mit 2:1 durch.
Milbredt konnte trotz aller Widrigkeiten am Ende auf zwei gelungene Fußball-Wochenenden beim Stader Hallenzauber zurückblicken. Die Stadt Stade hätte im Übrigen ihres dazu beigetragen, die Halle nicht gesperrt und den Winterräumungsdienst übernommen.