2026-06-01T10:27:43.393Z

Relegation

Budenheimer Aufstieg in Pfeddersheim: »Knackpunkt kurz vor der Pause«

Ein Sieg wäre nötig gewesen, um den Pfeddersheimer Traum vom Aufstieg weiter leben zu können +++ Doch nach dem 0:1 gegen den FV Budenheim ist klar: TSG’s „Zwote“ spielt auch künftig A-Klasse +++ FVB-Aufstiegstrainer Daniel Kittl zeigt sich überglücklich

von Martin Gebhard und Michael Heinze · Heute, 11:00 Uhr · 0 Leser
Pfeddersheims Tobias Kronenberger (rotes Trikot) wird vom Budenheimer Luis Wachsmuth gestellt.	Foto: Dirigo/pakalski-press
Pfeddersheims Tobias Kronenberger (rotes Trikot) wird vom Budenheimer Luis Wachsmuth gestellt. Foto: Dirigo/pakalski-press

PFEDDERSHEIM. Zwei unterschiedliche Gefühlswelten. Bei den einen ist der Traum von der Bezirksliga geplatzt, bei den anderen in Erfüllung gegangen.

Die Landesliga-Reserve der TSG Pfeddersheim, Vizemeister der A-Klasse Alzey-Worms, verlor auch das zweite Relegationsspiel gegen den FV Budenheim, Zweiter der Parallelklasse Mainz-Bingen. Nach dem 0:3 in Budenheim folgte vor 204 Zuschauern im Uwe-Becker-Stadion ein 0:1 (0:1).

Trommeln, Sekt und Siegerfäuste: Kollektive Jubelszenen gab es bei den Budenheimern hingegen zur Genüge. Nach fast einem Vierteljahrhundert in den Niederungen von A- und B-Klasse haben die Schwarz-Gelben unter Erfolgscoach Daniel Kittl den Wiederaufstieg ins rheinhessische Oberhaus geschafft.

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„Das Quäntchen Glück war heute gar nicht auf unserer Seite“, resümierte TSG-Trainer Björn Miehe, der nach rund 40 Jahren nun mit dem Fußball aufhört, enttäuscht. „Das 0:1 ist aus dem Nichts gefallen“, sagte der 46-Jährige zum Gegentreffer direkt vor der Halbzeit. „Den Jungs kann man überhaupt keinen Vorwurf machen.“

„Dann verdient Budenheim auch den Aufstieg“

Das sah auch sein Innenverteidiger Dominik Müller, der sich nach einer Stunde die Kapitänsbinde von Mittelfeldspieler Nico Schwuchow übergestreift hatte, und wie Miehe ebenfalls seine Karriere beendet, so. „Wir sind 90 Minuten gut dran gewesen, haben den Gästen in der ersten Halbzeit Stress gemacht“, sagte der 31-Jährige. Aber er räumte ein: „Wenn Budenheim zwei Mal gewinnt, dann verdient es auch den Aufstieg.“

Die Turmstädter verkörperten im ersten Durchgang alles, was man als Tugenden so schätzt: Die TSG war am Drücker, warf alles rein und zeigte erfrischenden Offensiv-Fußball. Wille, Biss und Offensivgeist waren da. Was Gäste-Trainer Daniel Kittl sogar laut zu rufen veranlasste: „Jungs, ihr müsst mal ein bisschen den Ball behalten, jeder Ball ist weg!“ Die Offensivpower der Platzherren führte zu zwei Großchancen: Erst zwang ein strammer, abgefälschter Schuss von Nils Lischka FV-Torwart Jonas Lehr zur Glanzparade (28.). Dann war er nach einer „Wuchtbrumme“ von Artur Reich, ebenfalls tückisch abgelenkt, wieder auf dem Posten (40.).

Kurz danach fiel das 0:1 nach einer Ecke durch Konstantin Ziegler. Dessen Mannschaft war zuvor offensiv kaum in Erscheinung getreten. Die jungen Pfeddersheimer versuchten, das Spiel noch umzubiegen – das Gäste-Bollwerk war aber nicht mehr zu knacken. „Knackpunkt war das 0:1 kurz vor der Pause“, sagte FVB-Trainer Kittl. „Pfeddersheim ließ immer mehr die Köpfe hängen, ist es dann nicht mehr so konsequent angegangen.“

Optimaler Spielverlauf für die Gäste

Dass es ein gutes Ende für Gelb-Schwarz nehmen würde, war zu Beginn nicht zwingend abzusehen. „Wir haben sehr, sehr nervös angefangen“, rekapituliert Kittl. „Aber wir haben dem Druck Stand gehalten“. Der Führungstreffer sei extrem glücklich gewesen. „Dadurch haben wir den Gegner extrem gebrochen““, urteilte Kittl. „Weil die Pfeddersheimer wussten, dass ihnen nicht ein Tor reicht, sondern dass sie jetzt mindestens zwei Tore schießen müssen, um ein drittes Spiel zu erreichen.“

In der zweiten Halbzeit machte es die Hitze für die Protagonisten schwer. „Es war so warm, es war so heiß“, stöhnte Kittl. „Aber wir haben das gut gespielt, haben in den Zweikämpfen brutal dagegen gehalten. Und weil der Gegner kommen musste, haben sich so viele Räume geöffnet, wo wir einfach das 2:0 machen mussten…“ Hinten brannte nicht mehr viel an. „Umso länger es ging, desto mehr hat man gemerkt, dass da beim Gegner nichts mehr geht. Wir wussten, dass wir nur die Null halten müssen und dann ist es gut.“

Für Kittl, diesen bestens ausgebildeten, früheren Jugendspieler von Mainz 05, war es eine extraordinäre Erfahrung. Und eine sehr lange Nacht von Samstag auf Sonntag. „Es war unglaublich“, schüttelte der 50-Jährige den Kopf.

Statt seinen eigenen (großen) Anteil am Erfolg zu thematisieren, sang Daniel Kittl zu ganz später Stunde lieber ein Loblied auf seine „Amigos“: „Respekt für diese Mannschaft, die in der Relegation ihr Herz auf dem Platz gelassen und wirklich alles gegeben hat. Wir sind zurecht aufgestiegen.“