Fusion zum größten Spielkreis in Weser-Ems steht an

Entscheidung an diesem Samstag

Nach rund vier Jahren Planung steht am Samstag die Fusion der beiden Fußballkreise NFV Osnabrück-Land und Stadt zu einem Großkreis Osnabrück an. Mit über 1000 Mannschaften im Spielbetrieb würde der neue Kreis der größte im Bezirk Weser-Ems werden.

Die Gründe: Seit Jahren sinken die Mannschaftszahlen in beiden Kreisen und auch Ehrenamtliche sind immer weniger zu finden. Mit 30 Vereinen ist der Stadtkreis mittlerweile der kleinste Kreis im Niedersächsischen Fußballverband. Um langfristig einen geordneten Spielbetrieb zu gewährleisten, soll es zum Zusammenschluss kommen. Druck vom NFV in diese Richtung gab es nicht. „Die Entscheidung ging von uns aus. Es ist besser, sich selbst zu verändern, als verändert zu werden“, so Frank Schmidt, Vorsitzender des Stadtkreises. Vorbilder für eine Fusion gibt es in Niedersachsen aus den letzten Jahren: Im Raum Ostfriesland, Lüneburg und Oldenburg fanden zuletzt Fusionen von teilweise fünf Kreisen statt.

Die Vorteile: Neben der langfristigen Sicherung des Spielbetriebs können Kosten gespart werden, weil es nur noch einen statt zwei Vorständen gibt. Zudem wird der Spielbetrieb nach Ansicht von Bernd Kettmann, Vorsitzender im Landkreis, interessanter: „Gerade die Kreisligen werden stärker und man spielt auch mal gegen andere Teams.“ Mit über 1000 Mannschaften im Spielbetrieb wird der neue Kreis zum größten im Bezirk Weser-Ems und zum drittgrößten in Niedersachsen.

Der Ablauf: Am Samstag tagt ab 10 Uhr erst der Stadtkreis. Wie auch der Kreistag des Landkreises um 11:30 und der geplante Gründungskreistag des neuen Kreises um 13:30 findet er online statt. Als die Veranstaltungen geplant wurden, war noch nicht davon auszugehen, dass Präsenzveranstaltungen möglich sind. Weil es die passende Technik vom NFV-Sitz in Barsinghausen gibt, beschlossen Schmidt und Kettmann, dass es bei einer Online-Veranstaltung bleibt. Beide Kreise müssen auf ihren Veranstaltungen jeweils mit einer einfachen Mehrheit die Auflösung des Kreises bei gleichzeitigem Übergang in den neuen Kreis beschließen. Auf der gemeinsamen Veranstaltung wird der neue Kreis offiziell gegründet und ein gemeinsamer Vorstand gewählt.

Die Gegner: Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass die Vertreter der 30 Vereine der Stadt und der 90 im Landkreis für die Fusion stimmen werden. Im Landkreis votierte vor einem Jahr bei der Absichtserklärung zur Fusion nur ein Prozent gegen das Projekt. „Ich höre von meinen Vereinen so gut wie gar keine Kritik. Da wir im Frauen- und Juniorenbereich sowieso schon komplett zusammen sind, haben wir auch eine sehr gute Basis“, so Kettmann. Eine kleine Opposition von drei bis vier Vereinen gibt es seit längerer Zeit in der Stadt. Mit diesen haben Schmidt, sowie Dennis Meinders und der Fusionsbeauftragte Angel Pereiro aber in den letzten Wochen noch viele Gespräche geführt. „Wir wollten so viel aufklären und Ängste nehmen, wie es nur möglich ist. Was Dennis und Angel als Ehrenamtliche da an zeitlichem Aufwand betrieben haben, ist sensationell“, so Schmidt, der nicht von vielen Gegenstimmen ausgeht.

Das Personal: Nach Vorschlagsliste der beiden Kreise soll Kettmann neuer Vorsitzender des Gesamtkreises werden. Schmidt, der 21 Jahre die Geschicke in der Stadt lenkte, hört auf und wird sich auf seine Aufgaben im NFV-Präsidium und beim DFB konzentrieren. „Jede Zeit hat sein Ende und mit Bernd gibt es einen guten Mann für die neuen Aufgaben“, meint Schmidt. Stellvertreter soll Dennis Meinders werden, derzeit Schiedsrichterobmann in der Stadt ist.

Hört nach 21 Jahren als Vorsitzender auf: Frank Schmidt.
Hört nach 21 Jahren als Vorsitzender auf: Frank Schmidt.

Ansonsten sind die neuen Ausschüsse weitestgehend paritätisch mit Vertretern aus Stadt und Land besetzt, mit dem kleinen Makel, dass die Vorsitzenden jeweils aus dem Landkreis kommen. „Eigentlich sollte der Schiedsrichterausschuss vom Stadtkreis übernommen werden, aber weil Dennis Meinders Stellvertreter des gesamten Kreises wird, hat das nicht geklappt“, erklärt Schmidt, der die Stadtinteressen dennoch sehr gut vertreten sieht: „Spätestens in drei Jahren soll es da sowieso keine Unterschiede mehr geben. Dann ist es nicht mehr Städter oder Landkreiser, sondern Osnabrücker.“

Designierter Kreisvorsitzender: Bernd Kettmann
Designierter Kreisvorsitzender: Bernd Kettmann

Unterstützung erfährt der neue Vorstand durch Michael Lüken, der Geschäftsführer des neuen Kreises wird. Er soll sich vor allem um die administrativen Angelegenheiten kümmern, damit die Ausschüsse sich nicht mit Bürokratie, sondern mit den Wünschen und Problemen der Vereine beschäftigen können.

Der Ausblick: Kettmann hofft, dass die Fusion am Wochenende reibungslos über die Bühne geht: „Wir haben sehr viel Vorarbeit geleistet. Trotzdem steigt die Anspannung.“ Er hofft deshalb, sich ab Sonntag wieder auf den Fußball in der Region zu konzentrieren: „Wir hatten ein hartes Jahr und müssen es jetzt schaffen, gerade die Kinder und Jugendlichen wieder ans kicken zu bekommen.“

Von den Kreistagen am Samstag berichten wir jeweils im Live-Ticker!

>Welche Folgen die Fusion für den Spielbetrieb hat und wie die neuen Ligen aussehen, haben wir hier zusammengefasst

Aufrufe: 01.7.2021, 10:00 Uhr
Lennart AlbersAutor

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