2025-12-03T05:51:34.672Z

Ligavorschau
ASV Neumarkt gegen Fortuna Regensburg, das ist auch das Duell von Morris Adelabu (rechtes Bild) mit seinem älteren Bruder Marcel Onwudiwe.
ASV Neumarkt gegen Fortuna Regensburg, das ist auch das Duell von Morris Adelabu (rechtes Bild) mit seinem älteren Bruder Marcel Onwudiwe. – Foto: Würthele, Zink

Brüderduell in der Bayernliga: »Verrückte Geschichte«

Bayernliga Nord, 18. Spieltag: Offensivspektakel vorprogrammiert bei Neumarkt gegen Fortuna +++ Mögliches Ziegler-Comeback gegen Cham +++ Weiden pocht auf den zweiten Heimsieg

So kann es doch losgehen mit der zweiten Saisonhälfte: Der Rückrunden-Auftakt in der Bayernliga Nord hält gleich zwei Oberpfalz-Derbys parat. Einmal muss sich der ASV Cham auswärts mit dem form- und heimstarken SSV Jahn Regensburg II auseinandersetzen. Zum Zweiten fordert der SV Fortuna Regensburg den frischgebackenen Herbstmeister ASV Neumarkt heraus. Hier stehen sich nicht nur die beiden besten Offensiven der Liga, sondern auch ein Brüderpaar gegenüber. Heimrecht genießt die SpVgg SV Weiden gegen die U21 des FC Ingolstadt. Die DJK Gebenbach ist spielfrei.


Hinspiel: 1:3. Trotz dreiviertelstündiger Unterzahl hielt sich der SV Fortuna (6., 25) in Weiden schadlos, blieb ohne Gegentor. „Wir haben in Unterzahl sehr gut verteidigt. Brutal, dass die Spieler diese Meter machen können auf dem tiefen Platz. Ich bin immer noch sehr stolz auf die Jungs“, blickt Fortunas Trainer Arber Morina zurück. Im ersten Durchgang hatten die Regensburger den Führungstreffer verpasst, zwei Top-Chancen vergeben. Am Ende stand ein 0:0. Der dritte Sieg in Folge wurde somit verpasst. „Das Positive überwiegt aber. Ich hoffe, dass wir auf diesem Weg weitermachen.“ Mit Tabellenführer und Herbstmeister ASV Neumarkt (33) wartet nun eine echte Reifeprüfung auf Da Silva, Bockes und Co. Im Hinspiel war Neumarkt leer ausgegangen. Seit diesem Zeitpunkt verloren die „Adler“ nur zweimal. „Gegen den Ersten zu spielen hat immer einen besonderen Reiz. Neumarkt macht es vor, zu was man fähig ist, wenn man als Einheit auftritt“, blickt Morina der Aufgabe entgegen. „Wir wollen uns wieder gefährliche Aktionen und Tormöglichkeiten erarbeiten. Mit diesen gilt es nicht wieder so sträflich umzugehen. Es wird eine große Herausforderung, die Neumarkter Umschaltaktionen im Keim zu ersticken beziehungsweise so zu spielen, dass sie gar nicht erst in die Umschaltaktionen kommen.“

Ein Offensivspektakel scheint beinahe vorprogrammiert am Deininger Weg, prallen doch die beiden treffsichersten Sturmreihen der Liga aufeinander (Neumarkt 36 Tore, Fortuna 34). Überdies kommt es zu einem Brüderduell: Neumarkts Torjäger Morris Adelabu trifft auf seinen zweieinhalb Jahre älteren Bruder Marcel Onwudiwe. Nachdem der Fortuna-Mann das Hinspiel verpasst hatte, werden sich die beiden zum allerersten Mal auf dem Feld gegenüberstehen. „Eine verrückte Geschichte. Morris spielt eine herausragende Saison, ist der Dreh- und Angelpunkt in der Neumarkter Mannschaft. Aber auch Marcel spielt sehr gut, seitdem er seine Chance genutzt hat. Natürlich wünsche ich mir, dass der große Bruder gewinnt“, schmunzelt Morina, der abgesehen von den Dauerausfällen Baldauf, Schmitt, Hoffmann und Sautner aus dem Vollen schöpfen kann. Kevin Horn findet immer mehr in den Rhythmus, und mit Jakob Klier stabilisiert eine weitere Offensivkraft seine Leistung mehr und mehr.

Neumarkts Übungsleiter Sven Zurawka sagt vor der Partie: „Fortuna Regensburg hat derzeit einen ordentlichen Lauf. An der Anzahl der geschossenen Tore sieht man, dass sie eine sehr starke Offensive haben. Nichtsdestotrotz wollen wir unser Spiel durchziehen und den nächsten Heimsieg einfahren. Wir sind nach einem zwischenzeitlichen Tief wieder gut drauf, haben die vergangenen zwei Spiele ohne Gegentor gewonnen. Genau da wollen wir weitermachen.“



Hinspiel: 3:0. Dass sie lange ein Mann mehr war, konnte die SpVgg SV Weiden (11., 21) nicht gewinnbringend nutzen gegen Fortuna Regensburg. Nur viermal kam die Riester-Truppe über 90 Minuten zum Abschluss. Die vielen Unentschieden (9) verhindern für Weiden nach dem Ende der ersten Saisonhälfte eine deutlich bessere Tabellensituation. Sinnbildlich steht die Heimbilanz mit sechs Remis aus acht Spielen (1/6/1). „Auch wenn es sich langsam wie Galgenhumor anhört: Irgendwann musst du ja zu Hause mal gewinnen. Man stelle sich vor, wo wir stünden, wenn wir auch zu Hause gewinnen würden“, ist die Aussage von Coach Michael Riester dann doch mit einer Prise Galgenhumor versehen. „Im Ernst: Wir wissen was unser Ziel diese Saison ist, und dem wollen wir so schnell und so gut es geht näher kommen.“ Weidens nächster Heimgegner ist die U21 des FC Ingolstadt (8., 24), die zuletzt zwei Niederlagen einstecken musste. „Wir wollen ungeschlagen bleiben und unsere Serie ausbauen – am besten mit einem Sieg gegen einen Gegner, den wir Anfang der Saison schon mal bezwungen haben. Das gibt uns Selbstvertrauen und das Gefühl es wieder zu schaffen“, hofft Riester auf den zweiten Heimdreier der Saison. Für dieses Vorhaben stehen ihm die verletzten Spieler Paul Richthammer, Moritz Hügel und Jakob Höfler nicht zur Verfügung.



Hinspiel: 1:2. Deutlich im Aufwind befindet sich der SSV Jahn II (14., 18). Der verdiente 5:2-Heimerfolg gegen den Würzburger FV hat Selbstvertrauen gegeben. Und auch wenn die Regensburger Youngster noch auf einem Relegationsplatz stehen: Die Nichtabstiegsplätze sind mittlerweile zum Greifen nah. Dementsprechend soll gegen den ASV Cham (4., 26) unbedingt nachgelegt werden. „Der ASV Cham spielt eine sehr gute Saison. Sie sind gut organisiert und gefährlich im Umschalten nach Ballgewinn“, weiß Jahn-Chefcoach Christoph Jank. Von seinen jungen Spielern wünscht er sich eine weitere Steigerung: „Mir ist wichtig, dass jeder Spieler weiter seine Grenzen verschiebt und wir als Team dadurch weiter wachsen.“ Hierzu führt Jank aus: „Wir lieferten in der Vorrunde eine solide Leistung. Unser Ziel ist es, dass jeder Spieler sich im Zweikampfverhalten weiter verbessert. Des Weiteren ist mir wichtig, dass die individuellen Stärken jedes Spielers weiter geschärft werden, damit diese zu besseren Teamleistungen führen.“ Beim Heimspiel gegen Cham könnte Fabian Ziegler sein Comeback feiern. Der Torjäger der Regensburger musste wegen einer Muskelverletzung länger aussetzen. Auch Keeper Maurice Merkl ist wieder einsatzfähig. Wobei Julio Peutler seine Sache richtig gut machte in den letzten Spielen. Sicher keine Option sind nach wie vor Volodymyr Kharabara, Henrik Heid, Hong-Lac Loung-Thanh und Jakob Krauß.

Platz vier mit Schlagdistanz zu den vorderen Plätzen, dazu den Heimnimbus gewahrt: Der ASV Cham kann ein positives Zwischenfazit ziehen. Nach Erfolgen gegen Großschwarzenlohe und Stadeln wartet eine richtig knifflige Auswärtsaufgabe aufs Team um Kapitän Niko Becker. „Wir freuen uns auf das Oberpfalz-Derby gegen den SSV Jahn Regensburg II. Der Jahn ist aktuell in einer starken Form. Zu Hause sind sie richtig stark, die letzten vier Heimspiele konnten sie allesamt gewinnen. Es ist eine sehr intensive und anspruchsvolle Aufgabe dort zu bestehen. Nichtsdestotrotz wollen wir uns beweisen und an der Aufgabe wachsen“, gibt ASV-Coach Faruk Maloku zu Protokoll. Alexander Sigl und Alexander Sigl sind weiterhin verletzt, ansonsten sind alle Mann an Bord. „Sehr zufrieden“ blickt Maloku auf die beendete Hinserie: „Unsere Jungs haben den großen Umbruch bisher super gemeistert. Auch ein großes Kompliment, wie unsere Jungs die schwierige Verletzungsphase angenommen haben. Wir wollten von Beginn an ins ruhige Fahrwasser kommen, wenn möglich von den Abstiegsrängen immer etwas wegbleiben. Zurücklehnen und ausruhen in der sehr ausgeglichen Liga geht natürlich nicht. Wir müssen unsere jungen Spieler weiter stärken, weiter festigen, gemeinsam viel erleben und viele Erfahrungen einsammeln.“

Aufrufe: 06.11.2025, 13:05 Uhr
Florian WürtheleAutor