
Wenn am Sonntag um 15 Uhr der FC Brome 1919 den WSV Wendschott empfängt, geht es für beide Mannschaften um weit mehr als nur drei Punkte. Es ist ein direktes Duell im unteren Tabellendrittel der Bezirksliga Braunschweig 1, mit klarer Brisanz im Abstiegskampf.
Der WSV Wendschott steht mit 21 Punkten (6-3-14, 33:65 Tore) auf Rang 14, nur einen Platz vor dem FC Brome 1919, der mit 20 Punkten (6-2-13, 28:54 Tore) auf Rang 15 liegt. Beide Teams befinden sich damit unmittelbar in der Abstiegszone, jeder Fehler kann entscheidend sein.
Die Bedeutung der Partie beschreibt Wendschotts Trainer Giuseppe Millemaci deutlich: „Ich glaube, das ist so ein Top-Spiel im Abstiegskampf, würde ich sagen. Für beide Mannschaften geht es um ganz viel.“
Die Ausgangslage ist klar: „Wir wollen Brome nicht vorbeilassen und Brome will natürlich den Abstand verkürzen, an uns vorbeigehen bzw. uns nicht gewinnen lassen.“ Für Millemaci steht deshalb fest: „Daher denke ich mal, wird es ein Spiel, was sehr brisant wird.“
Auch die Erwartung an den Spielcharakter ist eindeutig formuliert: „Ich denke auch, das wird ein sehr kämpferisches Spiel. Es wird körperbetont sein mit vielen Möglichkeiten.“ Der Grund liegt auf der Hand: „Weil es geht um ganz viel für beide Mannschaften.“
Der Fokus des WSV Wendschott soll dennoch auf dem eigenen Spiel liegen. Millemaci betont: „Für uns ist wichtig, dass wir einfach an der guten Leistung, die wir gerade an das Spiel bringen, auch weiterbringen, dass wir unser Spiel machen, dass wir auf uns gucken.“
Taktisch fordert er Klarheit und Konsequenz: „Dass wir versuchen, Brome in den Griff zu haben, dass wir gleich am Anfang mit unserem Fußball anfangen.“ Gleichzeitig gilt: „Für uns ist wichtig, dass wir keine Fehler machen und dass wir unser Spiel durchziehen.“
Der Gegner kommt dabei nicht ohne zusätzliche Unruhe in die Partie. Millemaci verweist auf die aktuelle Situation beim FC Brome 1919: „Bei denen liegen ja die Nerven so ein bisschen blank. Haben jetzt unverständlich einen Trainerkollegen rausgeschmissen.“
Er ergänzt kritisch: „Ob das der richtige Weg ist, finde ich immer nicht.“ Zugleich zeigt er Verständnis für den betroffenen Trainer: „Tut mir echt leid für Lukas, ich finde er hat gute Arbeit gemacht.“
Für Millemaci ist diese Entscheidung jedoch auch ein Signal für den Druck im Amateurfußball: „Aber daran sieht man einfach, wie groß der Druck ist im Fußball und auch bei uns im Amateurfußball.“
Sportlich erwartet er eine Reaktion des Gegners: „Deswegen glaube ich auch, dass Brome auch die Stunde geschlagen hat und dass sie auf jeden Fall alles daran setzen werden.“ Der Trainerwechsel soll Wirkung entfalten: „Gerade mit dem Trainerwechsel wollten die noch mal ein Zeichen setzen, versuchen natürlich die Mannschaft dadurch wachzurütteln, versuchen da noch mal 10, 20 Prozent rauszuholen.“
Gleichzeitig bleibt Millemaci gelassen: „Aber darauf sind wir vorbereitet. Letztendlich ist ein Trainer auch nur Philosophie, aber die Mannschaft bleibt gleich.“
Der Plan für Wendschott ist klar: „Wir wollen versuchen, schnell in Führung zu gehen und dann ordentlich Druck zu machen, dass wir dann ein positives Ergebnis nach Hause schaukeln.“
Trotz der schwierigen Ausgangslage bleibt der Trainer optimistisch: „Schwer ist es auf jeden Fall. Aber ich bin da positiv bedingt, dass wir da am Sonntag mit drei Punkten nach Hause fahren.“
Das Hinspiel spricht dabei eine knappe Sprache: Der FC Brome 1919 gewann in Wendschott mit 1:0 durch Mohammadi (55.). Auch die jüngsten Ergebnisse zeigen wechselhafte Form, Wendschott verlor zuletzt 0:3 gegen Lupo Martini Wolfsburg II, Brome unterlag 1:2 beim FC Schwülper.
So steht ein Duell bevor, das weniger von Tabellenarithmetik als von Emotion, Kampf und Druck geprägt ist, ein klassischer Abstiegskampf, in dem beide Seiten wissen: Fehler sind kaum erlaubt.