2026-05-15T09:36:57.455Z

Allgemeines

Bretzenheim-Derbysieg für Klassenerhalt nötig

Sieg in Marienborn alternativlos

von Torben Schröder · Heute, 09:00 Uhr · 0 Leser
Die TSG Bretzenheim braucht am Sonntag gegen die TuS Marienborn einen Sieg um nicht abzusteigen.
Die TSG Bretzenheim braucht am Sonntag gegen die TuS Marienborn einen Sieg um nicht abzusteigen. – Foto: Keita Sugawara (Archiv)

Mainz. Seit 2004 ist Timo Schmidt Cheftrainer bei der TSG Bretzenheim. Aus der A-Klasse ging es hinauf in die Verbandsliga. Dreimal gelang der Klassenerhalt im letzten Moment: 2023 auf der Couch, dann durch ein 3:2 bei Konkurrent Kandel, dann unter Marienborner Nachbarschaftshilfe mit dem 4:1 gegen Zeiskam.

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„Timo ist unabsteigbar“, singen sie dann gern im Clubheim. Nun muss sich der Mythos bewähren. Ein Derbysieg in Marienborn (Sonntag, 15.30 Uhr) ist alternativlos, um Steinwenden – parallel gegen Aufstiegsaspirant Basara Mainz am Start – am letzten Spieltag noch ins Entscheidungsspiel zu zwingen. Sonst muss der viertletzte Platz reichen. Das wäre so, wenn nur ein Oberligist in die Verbandsliga Südwest absteigt, oder wenn bei zwei Oberliga-Absteigern der Verbandsliga-Vizemeister in den Aufstiegsspielen hoch geht.

Viel Konjunktiv

„Wir haben es nicht mehr selbst in der Hand, aber wir müssen die Möglichkeit schaffen, es wieder in die Hand zu nehmen“, sagt Schmidt. Wohl wissend, dass die TuS nach dem Bretzenheimer 3:2-Sieg der Hinrunde beim Heim-Abschied von Trainer Ali Cakici Vollgas geben dürfte: „Da werden viele Emotionen drin sein.“ Zum Ende der Hinrunde stand die TSG noch fünf Punkte vor der TuS, dann folgten nur zehn Zähler aus 13 Partien. „Obwohl wir, außer gegen die Top-Drei, immer mindestens einen Punkt verdient gehabt hätten“, betont Co-Trainer Finn Stärz.

So viel Konjunktiv sägt an den Nerven. Draufhauen ist für Schmidt keine Option. Er will seine Spieler stark reden, ihnen den Glauben zurückgeben. „Im Fußball ist immer alles möglich.“ Beweise gibt es genug. Der 52-Jährige begann als kleiner Junge in seinem Heimatstadtteil zu kicken. Weil die 46er keine A-Jugend hatten, ging es für vier Jahre nach Hechtsheim. Mit deren zweiter Mannschaft stieg Schmidt tatsächlich ein einziges Mal ab. Aber noch nie daheim, in Bretzenheim.

Die Verbandsliga zu halten, ist ob der „Kein Gehalt und keine Prämien“-Politik des Clubs eine Mammutaufgabe, deren dreimaliges Gelingen einem Fußballwunder gleicht. Entsprechend schwierig sind die Personalplanungen. 20 Feldspieler und drei Keeper hat die TSG für den Fall des Klassenerhalts unter Dach und Fach, mit zwei Neuzugängen müsste man beim Abstieg noch mal sprechen.

Die Abgänge von Lars Frick und Nick Zimmermann (Klein-Winternheim), Lukas Fischer und Serdal Günes (Basara), Kadir Aygurlu (SKC Barbaros), Karsten Endlich (Mombach) und Leighton Hill (Portugal) sind fix. Nach USA-Rückkehrer Luca Hofmann kommen mit Keeper Luke Eitner (21, TV Burgholzhausen) und Offensivspieler Thomas Rotundu (19, Eintracht Trier II) zwei Studenten zur TSG.

Rosinus, Greif, Scherer, Loran, Jung, Tasdemir, Japke, Helbach, Heller, Balik, Leismann, Ko, Noory, Koutny, Gehrling, Sonnenschein – 16 Mann haben ligaunabhängig verlängert. Ein halbes Dutzend Neuzugänge sind weitgehend fix, aber noch nicht offiziell. Studenten, junge Spieler aus tieferen Klassen, das ist das Beuteschema. Große Sprünge? Unmöglich, erst recht nicht, wenn der Transfermarkt so heiß läuft wie dieses Jahr. 16 Mann, die in der eigenen Jugend gespielt haben, stehen im Kader 26/27. Und hoffen bis dahin inständig auf die Unabsteigbarkeit ihres Trainers, auf das neuerliche Wunder.