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Breinig will den Druck hochhalten und Platz zwei verteidigen

Torstarker SV Breinig geht selbstbewusst, aber wachsam in die Rückrunde

von Tim Zimmer · 09.01.2026, 12:00 Uhr · 0 Leser
– Foto: Michael Schneiders

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Mit 55 Treffern und Rang zwei überwintert der SV Breinig als härtester Verfolger von Spitzenreiter FC Hürth. Trainer Dirk Ruhrig zieht eine positive Zwischenbilanz, benennt aber auch klare Baustellen – und formuliert ein eindeutiges Ziel für die Rückrunde der Landesliga Staffel 2.

Der SV Breinig hat sich in der Hinrunde der Landesliga Staffel 2 eindrucksvoll in Szene gesetzt. Nach 14 Spieltagen steht das Team von Trainer Dirk Ruhrig mit elf Siegen, einem Unentschieden und nur zwei Niederlagen auf dem zweiten Tabellenplatz. 34 Punkte und ein Torverhältnis von 55:20 bedeuten die beste Offensive der Liga und lediglich drei Zähler Rückstand auf Spitzenreiter FC Hürth. Entsprechend fällt die Zwischenbilanz des Trainers eindeutig aus: Breinig ist mehr als zufrieden mit dem bisherigen Saisonverlauf.

Die Winterpause fällt kurz aus. Am Sonntag, den 11. Januar, startet Breinig in die sechswöchige Vorbereitung auf die Rückrunde. Sechs Testspiele sind angesetzt, darunter gleich mehrere echte Standortbestimmungen. Dreimal trifft der Landesligist auf Mannschaften aus der Mittelrheinliga, unter anderem auf die Sportfreunde Düren und den 1.FC Düren. Der finale Test am Karnevalssamstag gegen den FC Wegberg-Beeck besitzt für Ruhrig eine besondere Bedeutung – sportlich wie emotional, nicht zuletzt aufgrund seiner eigenen Vergangenheit bei dem Klub. Direkt im Anschluss wartet bereits das erste Rückrundenspiel gegen Germania Lich-Steinstraß, das Breinig auf einen Samstag vorgezogen hat, um zusätzliche Zuschauer an die Schutzheide zu locken.

Sportlich hat die Mannschaft in der Hinrunde viele Ausrufezeichen gesetzt. 55 Tore in 14 Spielen sind ligaweit unerreicht und Ausdruck eines mutigen, offensiven Ansatzes. Besonders gut funktioniert hat nach Ruhrigs Einschätzung die Umstellung auf eine variable Dreierkette. Breinig ist in der Lage, je nach Gegner mit drei oder vier Spielern in der letzten Linie zu agieren. Der Wechsel zwischen Dreier- und Viererkette ist taktisch anspruchsvoll, da beide Systeme unterschiedlich interpretiert werden müssen – die Dreierkette eher mannorientiert, die Viererkette stärker raumbezogen. Dass die Mannschaft diesen Wechsel bislang so stabil umsetzt, sieht der Trainer als einen wesentlichen Faktor für den Erfolg.

Auch einzelne Spiele bleiben besonders in Erinnerung. Das 7:0 zum Abschluss der Hinrunde bei Germania Teveren, immerhin Tabellenfünfter, war ein deutliches Signal an die Konkurrenz. Ebenso das intensive 1:1 gegen den SC Fliesteden, das Ruhrig als Werbung für den Landesligafußball beschreibt, sowie der Auswärtssieg in Zülpich, bei dem Breinig einen frühen Rückstand unter schwierigen Windbedingungen drehte. Solche Partien unterstreichen die mentale Stärke der Mannschaft.

Dennoch gab es auch Rückschläge. Die Niederlage zum Auftakt in Lich-Steinstraß nach eigener Führung und zahlreichen Aluminiumtreffern war ebenso schmerzhaft wie das verlorene Spitzenspiel in Hürth. Gerade dort sah Ruhrig sein Team über weite Strecken, insbesondere in der ersten Halbzeit, auf Augenhöhe oder sogar besser, ehe Gegentore zu ungünstigen Zeitpunkten das Spiel kippen ließen.

Ein zentraler Kritikpunkt bleibt die Defensive. 20 Gegentore in 14 Spielen sind für eine Spitzenmannschaft aus Sicht des Trainers zu viel, auch wenn viele Konkurrenten ähnliche Werte aufweisen. Der Vergleich mit dem FC Hürth, der bislang nur neun Gegentore kassiert hat, dient dabei als Maßstab. Positiv wertet Ruhrig jedoch, dass Breinig zuletzt defensiv stabiler agierte und in den Spielen gegen Rasensport Brand und Teveren insgesamt nur einen Treffer zuließ.

Für die Rückrunde ist der Weg klar umrissen. Breinig will mit aller Konsequenz den zweiten Tabellenplatz verteidigen. Sollte am Ende sogar mehr möglich sein, würde man das gerne annehmen, doch der Fokus liegt eindeutig auf Rang zwei – auch in der Erwartung, dass dieser Platz mit einer entsprechenden Punkteausbeute zum Aufstieg reichen kann. Der Start in die Rückserie mit mehreren Heimspielen wird dabei als Schlüsselphase betrachtet, bevor eine anspruchsvolle Serie mit Auswärtsspielen in Verlautenheide, Fliesteden und Schafhausen folgt.

Personell bleibt der Kader unverändert. Es gibt weder Zu- noch Abgänge, was Ruhrig als Vorteil in einer engen Liga betrachtet. Im Meisterschaftsrennen sieht er den FC Hürth aufgrund der defensiven Stabilität als klaren Favoriten. Im Tabellenkeller rechnet er mit einem engen Kampf zwischen mehreren Mannschaften, während er Klubs wie Breinig, Brand oder Kurdistan nicht in akuter Abstiegsgefahr sieht.

Der SV Breinig geht damit mit breiter Brust, aber ohne Überheblichkeit in die Rückrunde. Die Ausgangslage ist hervorragend – nun gilt es, sie mit Konstanz, defensiver Stabilität und der gewohnten Offensivkraft zu untermauern.