
Der TSV Grafing gewinnt das Derby gegen Kirchseeon II. Die Reserve des SC Baldham-Vaterstetten kassiert in der 95. Minute den Ausgleich.
Grafing – Dass es auf dem kleinen Grafinger Kunstrasen kein schönes Spiel werden würde, war von vornherein klar. „Da zählen Willen und Zweikampfstärke“, so TSV-Coach Christian Heindl. Und davon habe man im Gemenge von „einem Pressschlag zum nächsten mehr zu bieten gehabt“, freute er sich nach dem 4:1-Sieg.
Bereits nach wenigen Sekunden strich der Ball erstmals knapp am Kirchseeoner Tornetz vorbei. In der vierten Minute lag das Spielgerät dann aber drin. „Eine Erlösung“, so Heindl zum 1:0 von Florian Faßrainer. Dass ein bereits abgewehrter Ball den Ausgleich durch den Kirchseeoner Mislav Vidak brachte (6.), stachelte den Grafinger Ehrgeiz an. „Danach haben wir es richtig gut gemacht“, lobte der Grafinger Coach seine Elf.
Allen voran Lorenz Breckner. „Ihn nach dem Abgang von Felix Richter ins Sturmzentrum zu stellen, hat sich ausgezahlt. Er verfügt über gute Technik und ist schnell.“ Was ihn zuletzt beim 1:0-Erfolg in Aschheim II zum Matchwinner hatte werden lassen. Diesmal schnürte er einen Doppelpack vor (41.) und nach der Pause (81.).
Der ATSV Kirchseeon II habe zwar ebenfalls Halbchancen gehabt, mit einem Anschlusstreffer ins Spiel zurückzukommen, „aber keine zwingenden“, sagte Heindl, „trotzdem habe ich keinen normalen Ruhepuls gehabt“. Der kam erst mit dem 4:1 von Michael Wagner (86.). „Wahnsinn“, jubelte Christian Heindl, „zuvor neun Tore in zwölf Spielen und dann gleich vier in einem. So machen wir nächstes Jahr hoffentlich weiter.“
Während sich die Grafinger über einen weiteren Schritt Richtung Klassenerhalt freuten, geht Aufsteiger ATSV Kirchseeon II mit der roten Laterne in der Hand (allerdings punktgleich mit der SG Moosach/Bruck) in die Rückrunde der A-Klasse 6 (München).
„Das Unentschieden tut richtig weh, und fühlt sich wie eine Niederlage an“, gab SCBV-Übungsleiter Ralf Rensch nach den letzten 90 Minuten des Fußballjahres ganz unumwunden zu. „Wenn man in der 95. Minute nach einer Standardsituation so ein Tor kassiert, ist das richtig bitter.“
Bis ganz spät in die Nachspielzeit hinein führte die Reserve des SC Baldham-Vaterstetten gegen die Landesliga-Vertretung des SV Dornach mit 2:1, ehe Melih Oktay mit dem letzten Schuss des Jahres noch auf 2:2 stellte (95.). Dadurch wurde der Überholvorgang des SCBV II jäh gestoppt, weshalb Dornach auf dem Relegationsplatz überwintert, der Rückstand zu Kirchheim II an der Tabellenspitze wuchs derweil auf vier Punkte an.
Die frühe Dornacher Führung durch Armir Sylaj (7.) glich Simon Deutschmann nach gut einer halben Stunde aus (32.). Das 2:1 in der 62. Minute durch den eingewechselten Lukas Kohl hätte für den Saisonverlauf eine ganz entscheidende Bedeutung erhalten können, hätte Oktay nicht noch zugeschlagen.